⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), fordert eine Vermögensteuer von zwei Prozent auf große Vermögen, um die Steuerlast auf Arbeit zu senken und den Staatshaushalt zu stärken.
- DIW-Chef kritisiert hohe Besteuerung von Arbeit
- Vermögensteuer könnte 42 Milliarden Euro einbringen
- Einkommensteuerreform soll 2027 in Kraft treten
Am 6. Juni 2026 äußerte sich Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zur aktuellen Steuerpolitik in Deutschland und forderte die Einführung einer Vermögensteuer von zwei Prozent auf große Vermögen. Diese Maßnahme soll nicht nur die ungleiche Besteuerung von Arbeit und Vermögen korrigieren, sondern auch dem deutschen Staat zusätzliche Einnahmen in Höhe von etwa 42 Milliarden Euro pro Jahr verschaffen.
Wer ist Marcel Fratzscher?

Marcel Fratzscher ist ein prominenter deutscher Ökonom und Präsident des DIW, einer der führenden wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland. Er hat sich in der Vergangenheit häufig zu wirtschaftspolitischen Themen geäußert und gilt als einflussreiche Stimme in der Debatte um Steuerreformen und soziale Gerechtigkeit. Fratzscher kritisiert die derzeitige Steuerpolitik, die seiner Meinung nach Arbeit stark und Vermögen kaum besteuert. Diese Ungleichheit, so Fratzscher, schadet der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands.
Was ist die Vermögensteuer?
Die Vermögensteuer ist eine Steuer, die auf das Nettovermögen von Personen oder Unternehmen erhoben wird. In Deutschland wurde diese Steuer 1997 ausgesetzt, nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass die bestehende Regelung gegen den Gleichheitsgrundsatz verstieß. Fratzscher fordert nun die Wiedereinführung dieser Steuer, um die finanzielle Ungleichheit zu verringern und um zusätzliche Mittel für den Staatshaushalt zu generieren.
Warum wird eine Vermögensteuer gefordert?
Fratzscher argumentiert, dass Deutschland eines der wenigen Länder ist, das Arbeit stark besteuert, während Vermögen kaum zur Kasse gebeten wird. Diese ungleiche Besteuerung führt dazu, dass Menschen mit mittleren Einkommen überproportional belastet werden, was negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität hat. Eine Vermögensteuer könnte dazu beitragen, die Steuerlast gerechter zu verteilen und gleichzeitig den Spielraum der Bundesregierung zu erweitern, um Steuern auf Arbeitseinkommen und Unternehmenssteuern zu senken.
Wie viel würde die Vermögensteuer einbringen?
- Forderung nach Vermögensteuer: 2 Prozent auf große Vermögen
- Zusätzliche Einnahmen für den Staat: 42 Milliarden Euro
- Reform der Einkommensteuer geplant für 1. Januar 2027
Die Einführung einer Vermögensteuer von zwei Prozent auf große Vermögen könnte dem deutschen Staat jährlich etwa 42 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen verschaffen. Diese Summe würde es der Bundesregierung ermöglichen, die Steuerlast auf Arbeit zu senken und gleichzeitig notwendige Investitionen in Bildung, Infrastruktur und soziale Projekte zu tätigen. Fratzscher sieht in dieser Steuer einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls, der die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken könnte.
Was sind die Pläne für die Einkommensteuerreform?
Die schwarz-rote Koalition plant eine umfassende Reform der Einkommensteuer, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Ziel dieser Reform ist es, vor allem kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Die genauen Details und die Gegenfinanzierung dieser Reform sind jedoch noch unklar. Fratzscher betont, dass eine Vermögensteuer eine notwendige Maßnahme sei, um die finanziellen Lücken zu schließen, die durch die geplante Reform entstehen könnten.
Wie reagiert die Politik auf die Forderung nach einer Vermögensteuer?
Die Forderung nach einer Vermögensteuer stößt auf unterschiedliche Reaktionen in der Politik. Während die SPD und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Einführung einer Vermögensteuer unterstützen, gibt es innerhalb der Union Widerstand. Der DGB fordert eine stärkere Besteuerung von Superreichen und sieht die Vermögensteuer als einen Weg, um die soziale Gerechtigkeit zu fördern. Der stellvertretende DGB-Vorsitzende Stefan Körzell betont, dass die Bundesregierung die Nutznießer der ungleichen Verteilung in die Pflicht nehmen müsse.
Fazit

Die Diskussion um die Vermögensteuer in Deutschland gewinnt zunehmend an Fahrt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordert eine Steuer von zwei Prozent auf große Vermögen, um die ungleiche Besteuerung von Arbeit und Vermögen zu korrigieren und um zusätzliche Einnahmen für den Staat zu generieren. Die geplante Reform der Einkommensteuer, die 2027 in Kraft treten soll, könnte durch die Einführung einer Vermögensteuer finanziell abgesichert werden. Die politischen Reaktionen auf diese Forderung sind gemischt, was die Umsetzung einer solchen Steuer in der Zukunft ungewiss macht.
Häufige Fragen
Was ist die Vermögensteuer?
Wie viel würde die Vermögensteuer einbringen?
Wann soll die Einkommensteuerreform in Kraft treten?
Warum wird eine Vermögensteuer gefordert?
Wer unterstützt die Forderung nach einer Vermögensteuer?
Quellen: Google News
Symbolbild: Vermögensteuer und Steuerreform in Deutschland · Foto: www.kaboompics.com / Pexels


