⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.08.2026
Dresden plant den Bau eines neuen Wasserwerks, das ab 2030 die Halbleiterindustrie mit Industriewasser versorgen soll. Dieses Projekt ist entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft der Region.
- Neues Wasserwerk in Dresden für Halbleiterindustrie
- Investition von über 300 Millionen Euro
- Ziel: Trennung von Trinkwasser- und Industriewasserversorgung
Dresden, die Hauptstadt Sachsens, steht vor einem bedeutenden Schritt in der Entwicklung seiner Infrastruktur für die Halbleiterindustrie. Ein neues Wasserwerk, das im Stadtteil Übigau entstehen soll, wird ab Ende 2030 die Wasserversorgung für die dort ansässigen Chip-Hersteller sicherstellen. Diese Maßnahme ist nicht nur für die Industrie von Bedeutung, sondern auch für die langfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.
Was ist das neue Wasserwerk in Dresden?

Das geplante Wasserwerk wird eine zentrale Rolle in der Wasserversorgung der Halbleiterindustrie spielen. Es wird in der Lage sein, täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitzustellen, was für die wachsenden Anforderungen der Chip-Produktion unerlässlich ist. Die Anlage wird Wasser aus der Elbe entnehmen und es in mehreren Schritten für die industrielle Nutzung aufbereiten. Dabei wird darauf geachtet, dass die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung getrennt wird, um die wertvolle Ressource Wasser zu schonen.
Die Investitionskosten für das Wasserwerk belaufen sich auf über 300 Millionen Euro. SachsenEnergie, das für die Planung und den Bau verantwortlich ist, wird dabei von der Stadt Dresden und dem Freistaat Sachsen unterstützt. Diese Zusammenarbeit zeigt das Engagement der lokalen und regionalen Behörden, die wirtschaftliche Zukunft Dresdens als Zentrum der Mikroelektronik zu sichern.
Warum ist das Wasserwerk wichtig für die Wirtschaft?
Dresden hat sich bereits als einer der größten Standorte der Halbleiterindustrie in Europa etabliert. Mit dem EU-Chip-Gesetz, das darauf abzielt, die Produktionskapazitäten in Europa auszubauen, wird die Nachfrage nach Wasser in der Region voraussichtlich weiter steigen. Prognosen deuten darauf hin, dass der Wasserbedarf der Halbleiterindustrie bis 2030 von derzeit etwa 30 Prozent auf 50 Prozent des gesamten Wasserbedarfs der Stadt ansteigen könnte.
Die Schaffung eines eigenen Wasserversorgungssystems für die Industrie ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Dresden zu gewährleisten. Durch die Trennung von Trinkwasser- und Industriewasserversorgung wird nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern auch die Umwelt geschont, da ein Großteil des genutzten Wassers gereinigt in die Elbe zurückgeführt wird.
Wie wird das Wasserwerk finanziert?
- Investition: über 300 Millionen Euro
- Inbetriebnahme: Ende 2030
- Kapazität: bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser pro Tag
Die Finanzierung des Wasserwerks erfolgt durch eine Kombination aus öffentlichen und privaten Mitteln. SachsenEnergie übernimmt den größten Teil der Kosten, während der Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden insgesamt 150 Millionen Euro beisteuern. Diese Investitionen sind nicht nur für die Halbleiterindustrie von Bedeutung, sondern auch für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Ein wichtiger Aspekt der Finanzierung ist, dass die Kosten für die Industriewasserversorgung nicht auf die Haushaltskunden umgelegt werden. Dies bedeutet, dass die Bürger von Dresden nicht für die Investitionen in die industrielle Wasserversorgung aufkommen müssen, was die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung erhöht.
Welche Herausforderungen gibt es beim Bau des Wasserwerks?
Der Bau des Wasserwerks wird nicht ohne Herausforderungen sein. Zunächst müssen umfangreiche Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Die Baugrunduntersuchungen sind bereits größtenteils abgeschlossen, und die nächsten Schritte umfassen die Ertüchtigung des Hochwasserschutzdeichs in Übigau sowie die Detailplanung des Wasserwerks.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherstellung der Wasserqualität. Das Wasserwerk muss in der Lage sein, die hohen Anforderungen der Halbleiterindustrie zu erfüllen, was bedeutet, dass verschiedene Aufbereitungsverfahren eingesetzt werden müssen. Die genauen Verfahren sind derzeit noch nicht veröffentlicht, aber es ist klar, dass die Qualität des Wassers entscheidend für den Erfolg der Chip-Produktion ist.
Wie wird das Wasserwerk die Zukunft Dresdens beeinflussen?
Die Inbetriebnahme des Wasserwerks wird nicht nur die Halbleiterindustrie stärken, sondern auch die gesamte Wirtschaft Dresdens. Mit der Schaffung eines zuverlässigen Wasserversorgungssystems wird die Stadt in der Lage sein, weitere Unternehmen anzuziehen und bestehende Unternehmen zu unterstützen. Dies könnte zu einem Anstieg der Arbeitsplätze und einer Stärkung der lokalen Wirtschaft führen.
Darüber hinaus wird die Trennung von Trinkwasser- und Industriewasserversorgung als Vorbild für andere Städte dienen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen wird immer wichtiger, insbesondere in Zeiten des Klimawandels und wachsender urbaner Bevölkerung.
Fazit

Das neue Wasserwerk in Dresden ist ein entscheidender Schritt für die Zukunft der Halbleiterindustrie und die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Mit einer Investition von über 300 Millionen Euro wird ein modernes Wasserversorgungssystem geschaffen, das den steigenden Anforderungen der Industrie gerecht wird und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sichert. Die Trennung von Trinkwasser- und Industriewasserversorgung ist ein innovativer Ansatz, der nicht nur in Dresden, sondern auch in anderen Städten als Modell dienen könnte.
Häufige Fragen
Wann wird das Wasserwerk in Dresden in Betrieb genommen?
Wie viel Wasser kann das neue Wasserwerk bereitstellen?
Wie hoch sind die Investitionskosten für das Wasserwerk?
Warum wird ein neues Wasserwerk in Dresden gebaut?
Wer finanziert das Wasserwerk in Dresden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neues Wasserwerk in Dresden für Chipindustrie · Foto: Levent Simsek / Pexels


