⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.08.2026
Die Frage, wie viele ETFs für ein effizientes Portfolio notwendig sind, wird zunehmend diskutiert. Die Effizienzgrenze nach Markowitz bietet wertvolle Einblicke in die optimale Diversifikation.
- Markowitz' Theorie legt die Basis für modernes Risikomanagement.
- Ab 30-40 Titeln ist das idiosynkratische Risiko weitgehend eliminiert.
- Diversifikation hängt von der Korrelation der Assets ab.
Die Frage, wie viele ETFs für ein effizientes Portfolio notwendig sind, wird zunehmend diskutiert. Die Effizienzgrenze nach Markowitz bietet wertvolle Einblicke in die optimale Diversifikation. Laut der modernen Portfoliotheorie von Harry Markowitz, die 1952 formuliert wurde, ist es entscheidend, wie sich verschiedene Anlagen im Kontext ihres Beitrags zum Gesamtportfolio verhalten. Diese Theorie hat die Grundlagen des Risikomanagements revolutioniert und zeigt, dass ein Asset nie isoliert betrachtet werden sollte.
Was ist die Effizienzgrenze nach Markowitz?

Die Effizienzgrenze beschreibt die Kurve, auf der ein Portfolio bei gegebenem Risiko die maximal erreichbare Rendite erzielt. Markowitz erhielt für seine Arbeit 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Die zentrale Erkenntnis seiner Theorie ist, dass die Diversifikation nicht unbegrenzt wirkt. Vielmehr hängt der Diversifikationsnutzen stark von der Korrelation der einzelnen Anlagen ab. Das bedeutet, dass Anleger nicht einfach mehr Titel hinzufügen sollten, sondern darauf achten müssen, dass diese Titel unterschiedliche Risiken und Renditequellen bieten.
Wie viele Titel braucht ein diversifiziertes Portfolio?
Die entscheidende Frage für jeden ETF-Anleger lautet: Wann ist genug diversifiziert? Meir Statman lieferte 1987 in seinem vielzitierten Paper „How Many Stocks Make a Diversified Portfolio?“ eine klare empirische Antwort: Mindestens 30 bis 40 Aktien sind nötig, um das idiosynkratische Risiko eines Portfolios weitgehend zu eliminieren. Diese Zahl ist deutlich höher als die damals verbreitete Faustregel von rund zehn Titeln. Übertragen auf ETFs ergibt sich daraus eine praktische Konsequenz: Da ein einzelner breit gestreuter Aktien-ETF bereits Hunderte bis Tausende von Einzeltiteln enthält, ist der Schwellenwert nach Statman mit einem einzigen Produkt problemlos überschritten.
Wo liegt der Punkt der abnehmenden Grenzerträge?
- Effizienzgrenze: Maximal erreichbare Rendite bei gegebenem Risiko
- Mindestens 30-40 Aktien nötig für Diversifikation
- Echter Mehrwert durch unterschiedliche Assetklassen
Wenn ein einzelner ETF das Einzeltitelrisiko bereits ausschaltet, stellt sich die Frage, was zusätzliche ETFs überhaupt noch leisten können. Der eigentliche Mehrwert zusätzlicher ETFs liegt nicht in mehr Titeln, sondern in der Diversifikation über verschiedene Assetklassen, Regionen und Risikofaktoren. Experten empfehlen, dass Anleger sich auf unterschiedliche Anlageklassen konzentrieren sollten, anstatt einfach nur die Anzahl der Positionen zu erhöhen. Solange neue Positionen nicht korrelierende Renditequellen erschließen, bleibt das Portfolio auf der Effizienzgrenze nach Markowitz, was bedeutet, dass sich das Risiko nicht verringert, während die Rendite gleich bleibt.
Die Rolle von Assetklassen und Regionen
Ein effektives Portfolio sollte nicht nur aus Aktien bestehen, sondern auch Anleihen, Rohstoffen oder Immobilien umfassen. Diese unterschiedlichen Assetklassen reagieren oft unterschiedlich auf Marktbedingungen, was zu einer besseren Risikostreuung führt. Zudem ist es wichtig, in verschiedene geografische Regionen zu investieren. Ein Portfolio, das nur auf einen Markt fokussiert ist, kann anfälliger für lokale wirtschaftliche Schwankungen sein. Durch die Streuung über verschiedene Regionen können Anleger das Risiko weiter minimieren und von globalen Wachstumschancen profitieren.
Praktische Tipps zur Portfolio-Diversifikation
Zusätzlich können Anleger mit einem zweiten ETF gezielt in Schwellenländer investieren, um das Verhältnis zwischen entwickelten und aufstrebenden Märkten zu steuern. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Portfolio-Gewichtung, je nach Marktbedingungen und persönlichen Anlagezielen. Ein dritter ETF kann dann verwendet werden, um spezifische Faktoren wie Small Caps oder bestimmte Branchen zu gewichten, sofern dies einen klaren Zweck erfüllt.
Fazit

Die Effizienzgrenze nach Markowitz zeigt, dass die Diversifikation nicht unbegrenzt wirkt und dass die Korrelation zwischen den Anlagen entscheidend ist. Ab 30 bis 40 Titeln ist das idiosynkratische Risiko weitgehend eliminiert, was bedeutet, dass Anleger mit einem einzigen breit gestreuten ETF bereits einen großen Teil des Risikos abdecken können. Der Schlüssel zur erfolgreichen Diversifikation liegt in der Auswahl unterschiedlicher Assetklassen und Regionen, nicht nur in der Anzahl der Titel. Ein gut strukturiertes Portfolio kann somit nicht nur das Risiko minimieren, sondern auch die Rendite maximieren.
Häufige Fragen
Was ist die Effizienzgrenze nach Markowitz?
Wie viele ETFs sind für ein diversifiziertes Portfolio nötig?
Was ist idiosynkratisches Risiko?
Warum ist die Korrelation zwischen Anlagen wichtig?
Wie kann ich mein Portfolio diversifizieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Diversifikation in der Geldanlage · Foto: DΛVΞ GΛRCIΛ / Pexels


