⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.07.2026
Die Frage, ob sich eine Immobilie leisten lässt, wird für viele Deutsche immer drängender. Aktuelle Studien zeigen, dass Eigenkapital und Finanzierungskosten entscheidende Faktoren sind.
- Eigenkapital ist entscheidend für den Immobilienkauf.
- Die Kosten für Immobilien steigen weiter.
- Politische Unsicherheiten beeinflussen den Markt.
Die Frage, ob sich eine Immobilie leisten lässt, wird für viele Deutsche immer drängender. Aktuelle Studien zeigen, dass Eigenkapital und Finanzierungskosten entscheidende Faktoren sind. In der Interhyp-Leistbarkeitsstudie 2026 wird deutlich, dass die Wahrnehmung der Leistbarkeit von Immobilien im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Rund 46 Prozent der Befragten empfinden Immobilien in ihrer Wunschregion als kaum leistbar, was einen Anstieg von sieben Prozentpunkten im Vergleich zu 2025 darstellt.
Was sind die aktuellen Herausforderungen beim Immobilienkauf?

Die Herausforderungen für potenzielle Käufer sind vielfältig. Die steigenden Immobilienpreise und die damit verbundenen Finanzierungskosten stellen eine erhebliche Hürde dar. Das durchschnittlich kalkulierte Budget für den Erwerb oder Bau einer Immobilie ist im Vergleich zum Vorjahr von etwa 348.800 Euro auf 383.900 Euro gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass Käufer bereit sind, höhere Beträge einzuplanen, jedoch gleichzeitig die Unsicherheit über die Leistbarkeit wächst.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die politische und wirtschaftliche Lage. Laut der Studie geben 70 Prozent der Befragten an, dass die aktuelle Situation den Immobilienkauf erschwert. Diese Unsicherheiten führen zu einer abwartenden Haltung, insbesondere bei den sogenannten „Planern“, die in den nächsten ein bis zwei Jahren kaufen möchten.
Eigenkapital: Der Schlüssel zum Immobilienerwerb
Eigenkapital spielt eine entscheidende Rolle beim Immobilienkauf. Die Studie zeigt, dass 67 Prozent der Befragten ihr Eigenkapital durch regelmäßiges Ansparen aus dem Einkommen aufbauen. Besonders auffällig ist, dass „Planer“ häufiger auf Geldanlagen wie ETFs oder Aktien setzen, um ihr Eigenkapital zu erhöhen, im Vergleich zu „Käufern“, die oft auf Erbschaften oder Schenkungen angewiesen sind.
Die Bereitschaft, im Alltag auf bestimmte Dinge zu verzichten, ist bei den „Planern“ mit 43 Prozent stark ausgeprägt. Dies zeigt, dass viele bereit sind, kurzfristige Einschränkungen in Kauf zu nehmen, um langfristig den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
Die Kosten des Immobilienkaufs im Detail
- 46 Prozent der Deutschen empfinden Immobilien als kaum leistbar.
- Durchschnittliches Budget für Immobilienkauf: 383.900 Euro.
- 70 Prozent der Befragten sehen politische Unsicherheiten als Hürde.
Beim Kauf einer Immobilie fallen neben dem Kaufpreis auch zahlreiche Nebenkosten an. Diese können bis zu 10 Prozent des Kaufpreises ausmachen und beinhalten Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren sowie eventuell Maklerkosten. Käufer sollten sich dieser Kosten bewusst sein, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
Ein Tipp für Käufer ist, die monatliche Belastung für Zins und Tilgung auf maximal 30 bis 35 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens zu begrenzen. Dies hilft, die finanzielle Stabilität zu wahren und unerwartete Belastungen zu vermeiden.
Wie lange dauert es, bis ich genug Eigenkapital habe?
Eine häufige Fehleinschätzung unter Kaufinteressierten ist die Dauer des Ansparprozesses. Laut der Studie glauben 54 Prozent der „Planer“, ihr Ansparziel in weniger als fünf Jahren zu erreichen. In der Realität benötigten jedoch 65 Prozent der „Käufer“ länger als fünf Jahre, um das nötige Eigenkapital anzusparen. Jeder Dritte benötigt sogar über zehn Jahre.
Diese Diskrepanz zwischen Annahme und Realität kann zu Enttäuschungen führen, wenn die Käufer nicht rechtzeitig ihre finanziellen Möglichkeiten realistisch einschätzen.
Politische Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen
Die politische Lage hat einen erheblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt. Jörg Utecht, CEO von Interhyp, appelliert an die Entscheidungsträger, einen Rahmen zu schaffen, der Wohneigentum wieder breiter ermöglicht. Dies könnte durch weniger Bürokratie und verlässliche Förderangebote geschehen, insbesondere für junge Familien, die oft die größten Schwierigkeiten haben, Eigenkapital aufzubauen.
Die Forderung nach einer Senkung der Grunderwerbsteuer wird laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) immer lauter. Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, dass mehr Familien den Schritt ins Wohneigentum wagen können.
Fazit: Immobilienkauf 2026 – Eine Herausforderung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Immobilienkauf im Jahr 2026 mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist. Die steigenden Preise, die Unsicherheiten in der politischen und wirtschaftlichen Lage sowie die Notwendigkeit, ausreichend Eigenkapital aufzubringen, machen den Erwerb von Wohneigentum zu einer komplexen Angelegenheit. Käufer sollten sich ihrer finanziellen Möglichkeiten bewusst sein und sich gut informieren, um erfolgreich im Immobilienmarkt agieren zu können.
Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital benötige ich für den Immobilienkauf?
Welche Kosten kommen beim Immobilienkauf auf mich zu?
Wie lange dauert es, bis ich genug Eigenkapital angespart habe?
Wie beeinflussen Zinsen den Immobilienkauf?
Was kann ich tun, um die Kosten beim Immobilienkauf zu senken?
Quellen: Google News
Symbolbild: Familie plant den Immobilienkauf · Foto: Curtis Adams / Pexels


