⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026
Die Bundestagsfraktion der Grünen hat einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Haltefrist für Gewinne aus Kryptowährungen vorgelegt. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf Krypto-Anleger in Deutschland haben.
- Die Grünen fordern die Abschaffung der Haltefrist für Krypto-Gewinne.
- Künftig sollen Gewinne unabhängig von der Haltedauer besteuert werden.
- Der Gesetzentwurf könnte Mehreinnahmen von bis zu 5 Milliarden Euro generieren.
Am 7. Juni 2026 hat die Bundestagsfraktion der Grünen einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Haltefrist für Gewinne aus Kryptowährungen vorgestellt. Dieser Schritt kommt nur eine Woche nach der Ankündigung von Finanzminister Lars Klingbeil, die Besteuerung von Kryptowährungen reformieren zu wollen. Der Gesetzentwurf könnte weitreichende Folgen für Krypto-Anleger in Deutschland haben, da er die steuerliche Behandlung von Krypto-Gewinnen grundlegend ändern würde.
Was sieht der Gesetzentwurf der Grünen vor?

Der Gesetzentwurf der Grünen zielt darauf ab, die derzeitige Haltefrist für Kryptowährungen, die es Anlegern ermöglicht, Gewinne nach einer einjährigen Haltedauer steuerfrei zu realisieren, abzuschaffen. Künftig sollen alle Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert werden. Dies bedeutet, dass Anleger, die ihre Kryptowährungen weniger als ein Jahr halten, ihre Gewinne mit einem Steuersatz von bis zu 45 Prozent versteuern müssen, abhängig von ihrem individuellen Einkommen.
Die Grünen argumentieren, dass die derzeitige Regelung eine „Gerechtigkeitslücke“ im deutschen Steuerrecht darstellt. Während Gewinne aus Aktien immer versteuert werden müssen, profitieren Krypto-Anleger von einer steuerlichen Begünstigung, die nicht mehr zeitgemäß sei. Der Gesetzentwurf soll daher eine Gleichbehandlung von Krypto-Gewinnen mit anderen Kapitalerträgen herstellen.
Hintergrund der Steuerreform
Die Diskussion um die Besteuerung von Kryptowährungen ist in Deutschland seit einiger Zeit ein heißes Thema. Die Grünen haben in den letzten Monaten immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, die steuerlichen Rahmenbedingungen für Krypto-Anleger zu überarbeiten. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Abschaffung der Haltefrist für alle nach dem 31. Dezember 2025 erworbenen Kryptowährungen gilt. Für bereits gehaltene Krypto-Vermögenswerte bleibt die Haltefrist bestehen, was bedeutet, dass bestehende Anleger nicht von der neuen Regelung betroffen wären.
Die Grünen rechnen mit zusätzlichen Steuereinnahmen von mindestens 5 Milliarden Euro durch die Abschaffung der Haltefrist. Diese Mehreinnahmen könnten dazu beitragen, die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen zu entlasten. Im Vergleich dazu plant Finanzminister Klingbeil, durch die Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität sowie durch eine neue Krypto-Besteuerung lediglich 2 Milliarden Euro an Mehreinnahmen zu generieren.
Politische Reaktionen auf den Gesetzentwurf
- Gesetzentwurf der Grünen zur Krypto-Besteuerung
- Haltefrist soll abgeschafft werden
- Einkünfte mit persönlichem Einkommensteuersatz besteuert
Der Gesetzentwurf der Grünen wurde im Finanzausschuss des Bundestages abgelehnt. Nur die Linke stimmte für den Vorschlag, während die CDU/CSU, die AfD und die SPD sich gegen die Abschaffung der Haltefrist aussprachen. Die CDU/CSU begründete ihre Ablehnung damit, dass die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen nicht von der von Gold oder Fremdwährungen abweichen sollte, um neue Ungleichheiten zu vermeiden. Die AfD bezeichnete die Abschaffung der Haltefrist als „schweren Fehler“ und warnte vor negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Zukunft des Landes.
Die SPD zeigte sich zwar sympathisch gegenüber dem Ziel der Grünen, möchte jedoch zunächst die Vorschläge von Finanzminister Klingbeil abwarten, bevor sie konkrete Gesetze unterstützt. Diese unterschiedlichen Positionen innerhalb der Regierungsparteien und der Opposition machen deutlich, dass die Diskussion um die Krypto-Besteuerung in Deutschland noch lange nicht abgeschlossen ist.
Auswirkungen auf Krypto-Anleger
Die Abschaffung der Haltefrist könnte erhebliche Auswirkungen auf Krypto-Anleger in Deutschland haben. Viele Anleger, die in Bitcoin und andere Kryptowährungen investiert haben, könnten sich durch die neue Regelung benachteiligt fühlen, da sie nun ihre Gewinne unabhängig von der Haltedauer versteuern müssen. Dies könnte dazu führen, dass einige Anleger ihre Investitionsstrategien überdenken und möglicherweise weniger bereit sind, in Kryptowährungen zu investieren.
Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion oft übersehen wird, ist die Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland gilt derzeit als eines der wenigen Länder, in denen Gewinne aus Kryptowährungen nach einer einjährigen Haltefrist steuerfrei sind. Eine Verschärfung der Besteuerung könnte dazu führen, dass Anleger in andere Länder abwandern, die attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen bieten. Länder wie Portugal oder Malta haben bereits steuerliche Regelungen, die für Krypto-Anleger vorteilhafter sind.
Fazit

Die Diskussion um die Abschaffung der Haltefrist für Krypto-Gewinne ist ein aktuelles und relevantes Thema in der deutschen Politik. Der Gesetzentwurf der Grünen könnte weitreichende Folgen für Krypto-Anleger haben und die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen grundlegend verändern. Während die Grünen auf eine Gleichbehandlung von Krypto-Gewinnen mit anderen Kapitalerträgen drängen, zeigen die politischen Reaktionen, dass die Umsetzung des Gesetzentwurfs auf Widerstand stößt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Diskussion um die Krypto-Besteuerung in Deutschland weiterentwickelt.
Häufige Fragen
Was sieht der Gesetzentwurf der Grünen vor?
Wann könnte das neue Gesetz in Kraft treten?
Wie hoch sind die erwarteten Mehreinnahmen durch die Steuerreform?
Welche politischen Reaktionen gab es auf den Gesetzentwurf?
Wie wird die Besteuerung von Kryptowährungen derzeit gehandhabt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-Besteuerung und Haltefrist · Foto: Melvin Silva / Pexels


