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Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien ab 2027

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026

Thüringen hat eine Senkung der Grundsteuer für Wohnimmobilien beschlossen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Diese Maßnahme soll Eigentümer und Mieter finanziell entlasten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Finanzministerin Katja Wolf kündigt Entlastung an
  • Neuberechnung der Grundsteuer erfolgt automatisch
  • Gewerbeimmobilien zahlen höhere Steuermesszahlen

Thüringen hat eine bedeutende Reform der Grundsteuer beschlossen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die finanzielle Belastung für Eigentümer von Wohnimmobilien und Mieter zu reduzieren. Finanzministerin Katja Wolf (BSW) erklärte, dass die Steuermesszahl für Wohnimmobilien auf 0,23 Promille gesenkt wird, während die Steuermesszahl für Gewerbeimmobilien auf den Wert von 2024 erhöht wird. Diese Neuregelung folgt auf eine vorherige Grundsteuerreform, die in einigen Fällen zu drastischen Erhöhungen der Steuerlast geführt hatte.

Was ist die Grundsteuerreform in Thüringen?

Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien
Symbolbild: Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien · Foto: Kindel Media / Pexels

Die Grundsteuerreform in Thüringen ist eine Reaktion auf die Unzufriedenheit vieler Immobilienbesitzer, die die vorherige Reform als ungerecht und übermäßig belastend empfanden. Im Jahr 2025 führte die Umsetzung des Bundesmodells zu einer erheblichen Erhöhung der Grundsteuer für viele Wohnimmobilien, teilweise um bis zu 300 Prozent. Um diese Belastungen zu korrigieren, hat der Thüringer Landtag im November 2025 das „Thüringer Gesetz zur Anpassung der Grundsteuerreform“ verabschiedet.

Mit dieser Gesetzesänderung wird die Steuermesszahl für alle Wohngrundstücke von 0,31 Promille auf 0,23 Promille gesenkt. Dies bedeutet eine direkte und dauerhafte Entlastung für Eigentümer und Mieter. Die Neuberechnung der Grundsteuer erfolgt automatisch, sodass die Grundstückseigentümer keine zusätzlichen Anträge stellen müssen.

Wie wird die Neuberechnung der Grundsteuer durchgeführt?

Die Neuberechnung der Grundsteuer wird durch die Thüringer Finanzämter vorgenommen. Ab dem 12. Juni 2026 beginnt der Druck von rund 760.000 Grundsteuermessbescheiden, die dann an die Eigentümer versandt werden. Diese Bescheide basieren auf den vorhandenen Daten und erfordern keine weiteren Erklärungen oder Anträge von den Grundstückseigentümern. Dies soll den Prozess für die Bürger vereinfachen und sicherstellen, dass die neuen Steuermesszahlen rechtzeitig in Kraft treten.

Die Finanzministerin betonte, dass die Kommunen das Recht haben, die Steuerhebesätze selbst festzulegen. Dies bedeutet, dass die tatsächliche Steuerlast für die Bürger auch von den Entscheidungen der jeweiligen Kommune abhängt. Dennoch wird erwartet, dass die Mehrheit der Grundsteuerbescheide für Wohnimmobilien günstiger ausfallen wird.

Welche Auswirkungen hat die Reform auf die Kommunen?

Fakten auf einen Blick

  • Steuermesszahl für Wohnimmobilien: 0,23 Promille
  • Gültigkeit ab: 01.01.2027
  • Druck von 760.000 Grundsteuermessbescheiden beginnt: 12. Juni 2026

Die Grundsteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für die Kommunen in Thüringen, die jährlich zwischen 250 und 260 Millionen Euro einbringt. Die Reform könnte jedoch zu einer Umverteilung der Steuerlast führen, da die Grundsteuer für Gewerbeimmobilien wieder auf das Niveau von 2024 erhöht wird. Dies könnte dazu führen, dass die Kommunen insgesamt keine signifikanten Einnahmeverluste erleiden, während die Belastungen für private Haushalte sinken.

Der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes, Carsten Rieder, äußerte sich optimistisch über die Reform und erwartet, dass die Neuberechnung der Grundsteuer nicht zu drastischen Veränderungen bei den Gesamteinnahmen der Kommunen führen wird. Die Anpassungen sollen aufkommensneutral gestaltet werden, sodass die Kommunen nicht von der Reform profitieren oder verlieren.

Reaktionen auf die Grundsteuerreform

Die Reaktionen auf die Grundsteuerreform sind gemischt. Während viele Eigentümer und Mieter die Senkung der Grundsteuer begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. Der Eigentümerverband Haus und Grund hat die Reform als unzureichend kritisiert und auf die bestehenden Ungerechtigkeiten hingewiesen. Viele Immobilienbesitzer sind nach wie vor unsicher, wie sich die neuen Regelungen auf ihre individuellen Steuerlasten auswirken werden.

Die Reform wurde als ein wichtiges politisches Versprechen der Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD angesehen. Die Umsetzung der Reform war notwendig, um das Vertrauen der Bürger in die Politik zurückzugewinnen und die finanzielle Belastung für die Bürger zu reduzieren.

Fazit

Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien
Symbolbild: Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien · Foto: Karl Knips / Pexels

Die Senkung der Grundsteuer für Wohnimmobilien in Thüringen stellt einen bedeutenden Schritt zur Entlastung von Eigentümern und Mietern dar. Ab dem 1. Januar 2027 wird die neue Steuermesszahl von 0,23 Promille in Kraft treten, was eine spürbare finanzielle Erleichterung für viele Haushalte bedeutet. Die Neuberechnung erfolgt automatisch, und die Kommunen müssen ihre Hebesätze entsprechend anpassen. Trotz der positiven Aspekte gibt es auch kritische Stimmen, die auf die Notwendigkeit weiterer Reformen hinweisen. Insgesamt zeigt die Reform jedoch, dass die Thüringer Landesregierung auf die Bedürfnisse der Bürger reagiert und versucht, die Steuerlast gerechter zu gestalten.

Häufige Fragen

Wann tritt die Senkung der Grundsteuer in Kraft?
Die Senkung der Grundsteuer für Wohnimmobilien tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
Wie hoch wird die neue Steuermesszahl sein?
Die neue Steuermesszahl für Wohnimmobilien wird auf 0,23 Promille gesenkt.
Wer ist von der Grundsteuerreform betroffen?
Betroffen sind Eigentümer von Wohnimmobilien sowie Mieter in Thüringen.
Wie wird die Neuberechnung der Grundsteuer durchgeführt?
Die Neuberechnung erfolgt automatisch durch die Finanzämter, es sind keine Anträge erforderlich.
Was passiert mit der Grundsteuer für Gewerbeimmobilien?
Die Grundsteuer für Gewerbeimmobilien wird auf das Niveau von 2024 erhöht.

Quellen: Google News

Symbolbild: Thüringen senkt Grundsteuer für Wohnimmobilien · Foto: Christina & Peter / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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