⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.09.2026
Das Pantoffel-Portfolio bietet eine innovative Möglichkeit, die Rente durch gezielte Entnahmepläne mit ETFs zu ergänzen. Stiftung Warentest erläutert die Vorteile und Strategien.
- Pantoffel-Portfolio kombiniert Sicherheit und Rendite
- Fünf verschiedene Entnahme-Strategien verfügbar
- Rechner für individuelle Planung und Anpassung
In Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation wird es für viele Menschen zunehmend schwieriger, im Alter finanziell abgesichert zu sein. Ein innovativer Ansatz, um die Rente aufzupeppen, ist der Entnahmeplan mit ETFs, insbesondere das sogenannte Pantoffel-Portfolio. Stiftung Warentest hat kürzlich die Vorteile und Strategien dieses Modells vorgestellt, das sowohl Sicherheit als auch Rendite verspricht.
Was ist ein Entnahmeplan mit ETF?

Ein Entnahmeplan mit ETF ist eine strukturierte Methode, um im Ruhestand regelmäßige Auszahlungen aus einem ETF-Portfolio zu erhalten. Dabei wird das Vermögen so angelegt, dass es sowohl Rendite als auch Sicherheit bietet. Der Entnahmeplan ermöglicht es den Anlegern, ihre finanzielle Situation im Alter aktiv zu gestalten, indem sie aus ihrem angesparten Vermögen Kapital entnehmen, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.
Das Pantoffel-Portfolio ist eine spezielle Form dieses Entnahmeplans, die sich durch eine Kombination aus einem Welt-Aktien-ETF und einem Tagesgeldkonto auszeichnet. Diese Mischung sorgt dafür, dass Anleger in guten Börsenjahren von den Aktien profitieren können, während sie in schlechten Zeiten auf das Tagesgeld zurückgreifen können, um ihre Ausgaben zu decken.
Die Vorteile des Pantoffel-Portfolios
Das Pantoffel-Portfolio bietet zahlreiche Vorteile für Anleger, die ihre Rente aufpeppen möchten. Zum einen ermöglicht es eine flexible Anpassung der Entnahmen an die persönliche Lebenssituation. Anleger können je nach Bedarf und Marktlage entscheiden, wie viel sie entnehmen möchten. Zum anderen schützt die Kombination aus Aktien und Tagesgeld vor den Risiken von Börsencrashs, da in solchen Zeiten die Entnahmen aus dem Tagesgeldkonto erfolgen.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, von den langfristig höheren Renditen des Aktienmarktes zu profitieren. Historisch gesehen haben Aktien über längere Zeiträume hinweg eine durchschnittliche Rendite von etwa 8 Prozent erzielt. Dies ist deutlich höher als die Zinsen, die auf Tagesgeldkonten gezahlt werden, die oft unterhalb der Inflationsrate liegen.
Fünf Entnahme-Strategien für verschiedene Bedürfnisse
- Aktueller Stand: 31. August 2026
- Entnahmeplan-Rechner verfügbar
- Fünf Entnahme-Strategien vorgestellt
Stiftung Warentest hat fünf verschiedene Entnahme-Strategien entwickelt, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Anlegern zugeschnitten sind. Diese Strategien sind:
- Fixe Rente: Ein einmal festgelegter Betrag wird regelmäßig ausgezahlt, unabhängig von der Marktentwicklung.
- Flexible Rente: Die Höhe der Rente kann je nach Marktentwicklung schwanken, was potenziell höhere Auszahlungen ermöglicht.
- Zins-und-Dividenden-Rente: Diese Strategie zielt darauf ab, das Vermögen zu erhalten, indem nur die Zinsen und Dividenden entnommen werden.
- Rente mit Puffer: Diese Strategie ermöglicht einen vorsichtigen Start, um für steigende Ausgaben im Alter gewappnet zu sein.
- Lernende Rente: Diese Strategie sorgt für eine höhere Start-Rente und konstante Steigerungen über die Laufzeit.
Die Wahl der richtigen Strategie hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Risikobereitschaft ab. Anleger sollten sich daher gut informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.
Rechner für individuelle Planung
Um die passende Entnahmehöhe und Laufzeit zu bestimmen, bietet Stiftung Warentest einen kostenfreien ETF-Entnahmeplan-Rechner an. Dieser Rechner berücksichtigt die aktuellen Börsendaten und ermöglicht es den Nutzern, ihre individuelle Situation zu simulieren. So können Anleger herausfinden, wie viel sie sich monatlich auszahlen lassen können, ohne ihr Vermögen übermäßig zu belasten.
Ein Beispiel: Wer 80.000 Euro Vermögen hat und von einer Verzinsung von 4 Prozent pro Jahr ausgeht, kann sich über einen Zeitraum von 20 Jahren monatlich 482 Euro auszahlen lassen. Solche Berechnungen sind entscheidend, um eine realistische Vorstellung von den eigenen finanziellen Möglichkeiten im Alter zu bekommen.
Steuerliche Aspekte bei Entnahmen
Ein wichtiger Punkt, den Anleger beachten sollten, sind die steuerlichen Aspekte bei Entnahmen aus ETFs. In Deutschland unterliegen nur die Kursgewinne der Abgeltungsteuer, was bedeutet, dass Anleger von einer steuerlichen Entlastung profitieren können. Zudem greift bei Aktien-ETFs eine Teilfreistellung, die 30 Prozent der Erträge steuerfrei lässt. Dies kann die effektive Steuerlast erheblich senken und somit die Nettorente erhöhen.
Für viele Anleger ist es zudem von Vorteil, dass sie jährlich einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für Verheiratete) steuerfrei nutzen können. Dies sollte bei der Planung der Entnahmen berücksichtigt werden, um die Steuerlast zu optimieren.
Fazit

Das Pantoffel-Portfolio stellt eine vielversprechende Möglichkeit dar, die Rente durch einen durchdachten Entnahmeplan mit ETFs zu ergänzen. Mit verschiedenen Strategien und einem praktischen Rechner können Anleger ihre individuelle Situation optimal gestalten. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie niedrigen Zinsen und steigender Inflation, ist es wichtiger denn je, die eigene Altersvorsorge aktiv zu planen und anzupassen.
Häufige Fragen
Was ist ein Entnahmeplan mit ETF?
Wie funktioniert das Pantoffel-Portfolio?
Welche Entnahme-Strategien gibt es?
Wie kann ich meine Entnahmen planen?
Was sind die steuerlichen Aspekte bei Entnahmen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Rente aufpeppen mit ETFs · Foto: Markus Winkler / Pexels


