⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.06.2026
Jährlich verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro vom Chef, weil sie nicht wissen, dass ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen.
- Vermögenswirksame Leistungen bieten bis zu 480 Euro jährlich.
- Fehlendes Wissen führt dazu, dass viele Arbeitnehmer Geld verschenken.
- ETF-Sparpläne bieten die höchste Rendite und staatliche Förderung.
Jährlich verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro vom Chef, weil sie nicht wissen, dass ihnen vermögenswirksame Leistungen (VL) zustehen. Diese Leistungen sind eine attraktive Möglichkeit, zusätzliches Geld für die Altersvorsorge oder andere finanzielle Ziele zu erhalten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie von diesen Leistungen profitieren können und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldbeträge, die Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt in einen Sparvertrag einzahlen. Diese Zahlungen können je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag bis zu 40 Euro pro Monat betragen. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer jährlich bis zu 480 Euro geschenkt bekommen können, ohne einen einzigen Cent aus eigener Tasche zu zahlen. Diese Gelder können in verschiedene Anlageformen fließen, darunter Bausparverträge und Fonds- oder ETF-Sparpläne.
Ein häufiges Problem ist, dass viele Arbeitnehmer nicht aktiv nachfragen, ob ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen. Oft sind die Informationen über die eigenen Ansprüche im Arbeits- oder Tarifvertrag versteckt. Arbeitnehmer sollten sich daher proaktiv an ihre Personalabteilung wenden, um zu klären, ob und in welcher Höhe sie Anspruch auf VL haben.
Die Vorteile von ETF-Sparplänen
ETF-Sparpläne bieten eine attraktive Möglichkeit, von den Vorteilen der Kapitalmärkte zu profitieren. Sie sind kostengünstiger als traditionelle Fondssparpläne und bieten eine breite Diversifikation. Bei vermögenswirksamen Leistungen gibt es zudem eine staatliche Förderung von 20 Prozent auf maximal 400 Euro jährlich, was bis zu 80 Euro zusätzlich bedeutet. Diese Förderung macht ETF-Sparpläne besonders attraktiv für Arbeitnehmer, die ihr Vermögen langfristig aufbauen möchten.
Die durchschnittliche Rendite von weltweit gestreuten Aktien-ETFs liegt historisch bei etwa sechs Prozent pro Jahr nach Kosten. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer, die ihre VL in einen ETF-Sparplan investieren, nach sieben Jahren über 3.600 Euro angespart haben können, ohne einen Cent selbst einzuzahlen. Mit der staatlichen Förderung können sogar bis zu 480 Euro zusätzlich hinzukommen.
Fehler, die Arbeitnehmer vermeiden sollten
- Arbeitgeber zahlen bis zu 40 Euro monatlich für VL
- Jährlich bis zu 480 Euro geschenkt
- Einkommensgrenze für Sparzulage: 40.000 Euro für Singles
Ein häufiger Fehler, den viele Arbeitnehmer machen, ist, gar nicht erst nachzufragen, ob ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen. Viele wissen nicht, dass sie Anspruch auf diese Leistungen haben. Ein weiterer Fehler ist die Wahl einer ungeeigneten Anlageform. Traditionell dominieren Bausparverträge die VL-Landschaft, doch diese bieten oft nur geringe Zinsen und können durch hohe Gebühren die Rendite schmälern. Stattdessen sollten Arbeitnehmer in Betracht ziehen, ihr Geld in einen Fonds- oder ETF-Sparplan zu investieren, um von höheren Renditen zu profitieren.
Die Wahl des richtigen Sparplans ist entscheidend, um die Vorteile der vermögenswirksamen Leistungen voll auszuschöpfen. Arbeitnehmer sollten sich über die verschiedenen Anlageformen informieren und die für sie passende Option wählen.
Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage
Um von der Arbeitnehmersparzulage zu profitieren, müssen Arbeitnehmer bestimmte Einkommensgrenzen beachten. Seit 2024 liegt die Grenze für Alleinstehende bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und für zusammen veranlagte Paare bei 80.000 Euro. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht das Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen entscheidend ist. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer mit einem höheren Bruttogehalt unter Umständen dennoch Anspruch auf die Zulage haben können.
Die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage erfolgt über die jährliche Steuererklärung. Arbeitnehmer sollten sicherstellen, dass sie alle notwendigen Unterlagen bereitstellen, um die Förderung zu erhalten. Dies kann einen erheblichen Unterschied in der Rendite ihrer Investitionen ausmachen.
Wie funktioniert die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage?
Die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage erfolgt über die jährliche Steuererklärung. Arbeitnehmer setzen ein Häkchen bei „Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage“ und tragen eine 1 in das entsprechende Feld ein. Die genauen Einzahlungsbeträge kennt das Finanzamt bereits, da ihr Anbieter diese automatisch meldet. Es ist wichtig, alle notwendigen Unterlagen bereitzuhalten, um die Förderung zu erhalten.
Familien mit Kindern profitieren zusätzlich, denn Kinderfreibeträge senken das zu versteuernde Einkommen erheblich. Pro Kind liegt der Freibetrag 2025 bei 9.600 Euro für zusammen veranlagte Paare. Auch wenn das Bruttogehalt über den Grenzen liegt, sollten Arbeitnehmer prüfen, ob sie nach Abzug aller Freibeträge förderberechtigt sind.
Fazit

Vermögenswirksame Leistungen sind eine wertvolle Möglichkeit für Arbeitnehmer, zusätzliches Geld für die Altersvorsorge oder andere finanzielle Ziele zu erhalten. Durch die Wahl eines geeigneten Sparplans, wie einem ETF-Sparplan, können Arbeitnehmer von hohen Renditen und staatlichen Förderungen profitieren. Es ist entscheidend, aktiv nachzufragen und sich über die eigenen Ansprüche zu informieren, um kein Geld zu verschenken.
Häufige Fragen
Was sind vermögenswirksame Leistungen?
Wie viel Geld kann ich durch VL jährlich erhalten?
Welche staatlichen Förderungen gibt es für VL?
Wie beantrage ich die Arbeitnehmersparzulage?
Was passiert nach Ablauf der siebenjährigen Laufzeit eines VL-Vertrags?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Vermögenswirksame Leistungen im Fokus · Foto: www.kaboompics.com / Pexels


