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ETF vom Chef geschenkt: Warum Millionen Arbeitnehmer 40 Euro verschenken

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 30.06.2026

Jährlich verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro vom Chef, weil sie nicht wissen, dass ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen. Dieser Artikel beleuchtet, wie Arbeitnehmer von diesen Leistungen profitieren können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vermögenswirksame Leistungen bieten bis zu 480 Euro jährlich.
  • Fehlendes Wissen führt dazu, dass viele Arbeitnehmer Geld verschenken.
  • ETF-Sparpläne bieten die höchste Rendite und staatliche Förderung.

Jährlich verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro vom Chef, weil sie nicht wissen, dass ihnen vermögenswirksame Leistungen (VL) zustehen. Diese Leistungen bieten eine einfache Möglichkeit, ohne eigenes Geld ein Vermögen aufzubauen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie von diesen Leistungen profitieren können und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen im Fokus
Symbolbild: Vermögenswirksame Leistungen im Fokus · Foto: AI25.Studio Studio / Pexels

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt in einen Sparvertrag einzahlen. Diese Zahlungen können je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag bis zu 40 Euro pro Monat betragen. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer jährlich bis zu 480 Euro geschenkt bekommen können, ohne einen einzigen Cent aus eigener Tasche zu zahlen. Diese Gelder können in verschiedene Anlageformen fließen, darunter Bausparverträge und Fonds- oder ETF-Sparpläne.

Ein häufiges Problem ist, dass viele Arbeitnehmer nicht aktiv nachfragen, ob ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen. Oft sind die Informationen über die eigenen Ansprüche im Arbeits- oder Tarifvertrag versteckt. In einigen Branchen, wie dem öffentlichen Dienst, sind die Beiträge oft gering, während in anderen, wie der Metall- und Elektroindustrie, deutlich höhere Beträge gezahlt werden. Arbeitnehmer sollten sich daher proaktiv an ihre Personalabteilung wenden, um zu klären, ob und in welcher Höhe sie Anspruch auf VL haben.

Wie funktioniert die Arbeitnehmersparzulage?

Um von der Arbeitnehmersparzulage zu profitieren, müssen Arbeitnehmer bestimmte Einkommensgrenzen beachten. Seit 2024 liegt die Grenze für Alleinstehende bei 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und für zusammen veranlagte Paare bei 80.000 Euro. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht das Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen entscheidend ist. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer mit einem höheren Bruttogehalt unter Umständen dennoch Anspruch auf die Zulage haben können.

Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 20 Prozent auf maximal 400 Euro jährlich, was bis zu 80 Euro zusätzlich bedeutet. Diese Förderung macht ETF-Sparpläne besonders attraktiv für Arbeitnehmer, die ihr Vermögen langfristig aufbauen möchten. Die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage erfolgt über die jährliche Steuererklärung. Arbeitnehmer sollten sicherstellen, dass sie alle notwendigen Unterlagen bereitstellen, um die Förderung zu erhalten. Dies kann einen erheblichen Unterschied in der Rendite ihrer Investitionen ausmachen.

Die Vorteile von ETF-Sparplänen

Fakten auf einen Blick

  • Arbeitgeber zahlen bis zu 40 Euro monatlich für vermögenswirksame Leistungen.
  • Jährlich verschenken Arbeitnehmer bis zu 480 Euro, wenn sie nicht nachfragen.
  • Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 20 Prozent auf maximal 400 Euro jährlich.

ETF-Sparpläne bieten eine kostengünstige Möglichkeit, von den Vorteilen der Kapitalmärkte zu profitieren. Die durchschnittliche Rendite von weltweit gestreuten Aktien-ETFs liegt historisch bei etwa sechs Prozent pro Jahr nach Kosten. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer, die ihre VL in einen ETF-Sparplan investieren, nach sieben Jahren über 3.600 Euro angespart haben können, ohne einen Cent selbst einzuzahlen. Mit der staatlichen Förderung können sogar bis zu 480 Euro zusätzlich hinzukommen.

Ein weiterer Vorteil von ETF-Sparplänen ist die breite Diversifikation, die sie bieten. Im Gegensatz zu traditionellen Bausparverträgen, die oft nur geringe Zinsen bieten, ermöglichen ETFs den Zugang zu einer Vielzahl von Anlageklassen und Märkten. Dies erhöht die Chancen auf eine höhere Rendite und schützt gleichzeitig vor den Risiken, die mit einer einzelnen Anlageform verbunden sind.

Fehler, die Arbeitnehmer vermeiden sollten

Um von vermögenswirksamen Leistungen optimal zu profitieren, sollten Arbeitnehmer einige grundlegende Fehler vermeiden. Zunächst ist es wichtig, aktiv nachzufragen, ob VL im Arbeitsvertrag enthalten sind. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig, wenn dies angefragt wird. Ein kurzer Kontakt zur Personalabteilung kann sich also lohnen. Ein weiterer Fehler, den viele machen, ist die Wahl einer ungeeigneten Anlageform. Traditionell dominieren Bausparverträge die VL-Landschaft, doch diese bieten oft nur geringe Zinsen und können durch hohe Gebühren die Rendite schmälern.

Stattdessen sollten Arbeitnehmer in Betracht ziehen, ihr Geld in einen Fonds- oder ETF-Sparplan zu investieren, um von höheren Renditen zu profitieren. Wer sein Geld in einen Bausparvertrag anlegt, verschenkt oft die Chance auf höhere Erträge und muss sich mit niedrigen Zinsen und hohen Gebühren auseinandersetzen. Die Wahl der richtigen Anlageform ist entscheidend für den langfristigen Vermögensaufbau.

Die Bedeutung der Laufzeit von VL-Verträgen

Ein VL-Vertrag hat in der Regel eine Laufzeit von sieben Jahren, die sich in sechs Jahre Ansparphase und ein Ruhejahr unterteilt. In der Ansparphase werden die Einzahlungen geleistet, während im Ruhejahr das Guthaben lediglich liegt. Nach Ablauf dieser Frist können die Arbeitnehmer frei über das angesparte Geld verfügen. Diese Struktur ist wichtig, um die Vorteile der vermögenswirksamen Leistungen voll auszuschöpfen und die staatliche Förderung zu erhalten.

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass Arbeitnehmer denken, sie könnten sofort über ihr Geld verfügen. Tatsächlich müssen sie die Sperrfrist von sieben Jahren abwarten, bevor sie auf die Mittel zugreifen können. Dies sollte bei der Planung der finanziellen Zukunft berücksichtigt werden, insbesondere wenn Arbeitnehmer auf die Gelder für größere Anschaffungen oder Investitionen angewiesen sind.

Fazit

Vermögenswirksame Leistungen im Fokus
Symbolbild: Vermögenswirksame Leistungen im Fokus · Foto: Liza Summer / Pexels

Vermögenswirksame Leistungen sind eine wertvolle Möglichkeit für Arbeitnehmer, ohne eigenes Geld ein Vermögen aufzubauen. Jährlich verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro vom Chef, weil sie nicht wissen, dass ihnen diese Leistungen zustehen. Durch die Wahl eines geeigneten Sparplans, insbesondere eines ETF-Sparplans, können Arbeitnehmer von höheren Renditen und staatlichen Förderungen profitieren. Es ist entscheidend, aktiv nachzufragen und sich über die eigenen Ansprüche zu informieren, um das volle Potenzial der vermögenswirksamen Leistungen auszuschöpfen.

Häufige Fragen

Was sind vermögenswirksame Leistungen?
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geldleistungen, die Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt in einen Sparvertrag einzahlen. Diese Zahlungen können bis zu 40 Euro pro Monat betragen.
Wie viel Geld kann ich jährlich durch VL erhalten?
Arbeitnehmer können jährlich bis zu 480 Euro durch vermögenswirksame Leistungen erhalten, wenn sie den maximalen Arbeitgeberbeitrag von 40 Euro pro Monat nutzen.
Wie funktioniert die Arbeitnehmersparzulage?
Die Arbeitnehmersparzulage beträgt 20 Prozent auf maximal 400 Euro jährlich, was bis zu 80 Euro zusätzlich bedeutet. Sie muss über die jährliche Steuererklärung beantragt werden.
Welche Einkommensgrenzen gelten für die Arbeitnehmersparzulage?
Die Einkommensgrenze für die Arbeitnehmersparzulage liegt seit 2024 bei 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für zusammen veranlagte Paare.
Warum sind ETF-Sparpläne vorteilhaft?
ETF-Sparpläne bieten eine breite Diversifikation und historisch höhere Renditen im Vergleich zu traditionellen Sparformen wie Bausparverträgen.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Vermögenswirksame Leistungen im Fokus · Foto: www.kaboompics.com / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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