⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.06.2026
Die Riester-Rente wird abgeschafft, und viele Sparer haben seit 2002 erhebliche Verluste erlitten. Eine Analyse zeigt, dass die Differenz zwischen Riester und alternativen Anlageformen enorm ist.
- Riester-Sparer haben seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren.
- Die neue Altersvorsorge ab 2027 verspricht höhere Renditen.
- Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge zu vereinfachen.
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit 2002 in diese Form der Altersvorsorge investiert haben. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen im Durchschnitt rund 43.000 Euro verloren haben, wenn man die Riester-Rente mit alternativen Anlageformen vergleicht.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge in Deutschland zu fördern. Sie bot staatliche Zulagen und Steuervorteile, die jedoch durch hohe Kosten und eine komplizierte Struktur oft zunichtegemacht wurden. Viele Sparer, die 2002 mit einem monatlichen Beitrag von 100 Euro starteten, mussten feststellen, dass ihre Rendite nach Kosten bei lediglich 2,5 Prozent pro Jahr lag. In der Realität erreichen sogar 65 Prozent der Riester-Produkte nicht einmal 2 Prozent Bruttorendite.
Im Gegensatz dazu zeigt die Analyse, dass ein hypothetisches Altersvorsorgedepot, das in einen MSCI-World-ETF investiert hätte, eine Nettorendite von 6,2 Prozent pro Jahr erzielt hätte. Dies verdeutlicht die enormen Verluste, die Riester-Sparer erlitten haben, insbesondere in Zeiten von Niedrigzinsen und Marktvolatilität.
Die Gründe für die Verluste
Die hohen Verluste der Riester-Sparer sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens sind die Kosten für Riester-Produkte mit 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr erheblich. Diese Kosten schmälern die Rendite und machen es schwierig, ein signifikantes Vermögen aufzubauen. Zweitens zwingt die verpflichtende 100-Prozent-Beitragsgarantie die Anbieter dazu, in Anleihen und Garantiefonds zu investieren, die in der Niedrigzinsphase kaum Rendite abwerfen.
Im Gegensatz dazu ermöglicht das neue Altersvorsorgedepot, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird, eine flexiblere Anlage in Aktien und andere renditestarke Produkte. Dies könnte für viele Sparer eine erhebliche Verbesserung darstellen, da sie von den potenziell höheren Renditen des Aktienmarktes profitieren können.
Die Reform der Altersvorsorge
- Riester-Schaden: rund 43.000 Euro
- Nettorendite Riester: ~2,5 %
- Nettorendite Altersvorsorgedepot: ~6,2 %
Die Bundesregierung hat die Reform der Altersvorsorge beschlossen, um die private Vorsorge einfacher, günstiger und flexibler zu gestalten. Ab 2027 wird ein Standardprodukt eingeführt, das von allen Banken und Versicherungen angeboten werden muss. Dieses neue Modell wird die starren Beitragsgarantien der Riester-Rente aufbrechen und stattdessen verschiedene Optionen anbieten, darunter auch Produkte ohne Garantie.
Ein zentrales Element der Reform ist die Erhöhung der staatlichen Zulagen. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von jährlich 360 Euro. Für Sparer, die monatlich nur bis zu 30 Euro zurücklegen können, wird dies einen erheblichen Vorteil darstellen.
Die Auswirkungen auf die Sparer
Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des neuen Altersvorsorgedepots könnten für viele Sparer eine Chance darstellen, ihre Altersvorsorge zu verbessern. Die Möglichkeit, in renditestarke Produkte zu investieren, könnte dazu führen, dass Sparer in den kommenden Jahren deutlich höhere Beträge ansparen können. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge für alle zugänglicher zu machen, einschließlich Selbstständiger, die bisher von der Riester-Rente ausgeschlossen waren.
Allerdings müssen Sparer auch darauf vorbereitet sein, dass die Umstellung auf das neue System nicht ohne Herausforderungen sein wird. Es wird erwartet, dass am 1. Januar 2027 viele Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein neues Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig um die Eröffnung eines Depots zu kümmern, um Verzögerungen zu vermeiden.
Fazit

Die Abschaffung der Riester-Rente markiert einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Die hohen Verluste, die Sparer seit 2002 erlitten haben, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Reformen notwendig sind. Mit der Einführung des neuen Altersvorsorgedepots ab 2027 besteht die Hoffnung, dass Sparer von höheren Renditen profitieren können und die private Altersvorsorge insgesamt attraktiver wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reform in der Praxis auswirken wird, doch die Chancen stehen gut, dass viele Sparer endlich die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um für den Ruhestand vorzusorgen.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Wie viel haben Sparer seit 2002 verloren?
Was ändert sich mit der Abschaffung der Riester-Rente?
Wie funktioniert das neue Altersvorsorgedepot?
Was sind die Vorteile des neuen Modells?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge nach Riester · Foto: Picas Joe / Pexels


