⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 18.08.2026
Trotz seines schlechten Rufs als schwächster Börsenmonat zeigt der August 2026, dass europäische Aktien in Rekordnähe starten. Ein genauerer Blick auf die Statistiken offenbart, dass der August-Fluch möglicherweise überbewertet ist.
- August gilt als schwächster Börsenmonat
- Medianrendite des EURO STOXX 50 ist nahezu neutral
- Wenige Extremereignisse beeinflussen den Durchschnitt stark
Der August gilt traditionell als einer der schwächsten Monate für den Aktienmarkt in Europa. Historisch gesehen haben viele Anleger in diesem Monat mit Verlusten gerechnet, was zu einem schlechten Ruf geführt hat. Doch die aktuellen Entwicklungen im August 2026 zeigen, dass dieser Ruf möglicherweise irreführend ist. Der DAX und der EURO STOXX 50 starten nahe ihren Rekordständen, was die Frage aufwirft, ob der August-Fluch tatsächlich noch relevant ist.
Was ist der August-Fluch?

Der Begriff „August-Fluch“ bezieht sich auf die weit verbreitete Annahme, dass der August ein schwacher Monat für die Börsen ist. Statistiken zeigen, dass der DAX seit 1970 im Durchschnitt um mehr als ein Prozent im August gefallen ist. Ähnlich sieht es beim französischen CAC 40 aus, der seit 1988 im Durchschnitt um 1,2 Prozent zurückgegangen ist. Diese Zahlen scheinen den schlechten Ruf des Monats zu bestätigen.
Allerdings ist es wichtig, die zugrunde liegenden Daten genauer zu betrachten. Der Durchschnitt wird stark von einigen extremen Rückgängen beeinflusst, die in der Vergangenheit aufgetreten sind. Diese Ausreißer, wie der Rückgang von 14,44 Prozent im August 1998 aufgrund der Russland-Krise, verzerren das Gesamtbild erheblich.
Die Bedeutung der Medianrendite
Um ein klareres Bild der August-Performance zu erhalten, ist es sinnvoll, die mediane Rendite zu betrachten. Diese liegt für den EURO STOXX 50 bei lediglich -0,19 Prozent. Das bedeutet, dass die Hälfte der August-Monate besser abgeschnitten hat als dieser Wert. Im Gegensatz dazu zeigt der Durchschnitt von -1,42 Prozent ein viel düstereres Bild. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass der August nicht durchweg negativ ist, sondern dass einige wenige extreme Ereignisse den langfristigen Durchschnitt stark nach unten ziehen.
Wenn man die fünf extremsten Rückgänge im August ausblendet, ändert sich das Bild erheblich. Die durchschnittliche August-Rendite des EURO STOXX 50 würde sich von -1,42 Prozent auf +0,17 Prozent drehen. Dies zeigt, dass der August in vielen Jahren durchaus positive Renditen gebracht hat, wenn man die extremen Ausreißer nicht berücksichtigt.
Aktuelle Marktentwicklungen im August 2026
- DAX startet bei 26.240 Punkten
- EURO STOXX 50 hat eine mediane August-Rendite von -0,19%
- August 1998: EURO STOXX 50 fiel um 14,44%
Im August 2026 haben die europäischen Aktienmärkte einen bemerkenswerten Start hingelegt. Der DAX begann den Monat bei 26.240 Punkten, nachdem er zuvor ein Allzeithoch von 26.573 Punkten erreicht hatte. Diese Rekordstände sind das Ergebnis positiver Unternehmensgewinne und optimistischer Prognosen für das Gewinnwachstum im zweiten Quartal, die auf fast 21 Prozent angehoben wurden.
Dennoch gibt es auch Risiken, die die Märkte belasten könnten. Die steigenden Zinsen am Rentenmarkt und die anhaltend hohen Energiekosten sind zwei Faktoren, die Anleger verunsichern. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen hat kürzlich ein 15-Jahres-Hoch erreicht, was die Sorgen über anhaltenden Inflationsdruck verstärkt. Diese Entwicklungen könnten die Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen erhöhen und somit auch die Aktienmärkte belasten.
Die Rolle der Liquidität und geopolitische Risiken
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Märkte im August beeinflusst, ist die geringere Liquidität. Viele Investoren sind im Urlaub, was zu weniger Handelsaktivitäten führt. Diese dünne Liquidität kann die Märkte anfälliger für plötzliche Verkaufswellen machen. Wenn dann unerwartete Schocks eintreten, können die Märkte schnell reagieren und Verluste erleiden.
Zusätzlich gibt es geopolitische Risiken, die die Märkte belasten. Der ungelöste Konflikt im Nahen Osten sorgt für Unsicherheit und könnte die Ölpreise weiter in die Höhe treiben. Höhere Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und sowohl Verbraucher als auch Unternehmensgewinne unter Druck setzen. Diese Faktoren müssen Anleger im Auge behalten, während sie ihre Strategien für den August planen.
Fazit: Chancen und Risiken im August 2026

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der August 2026 trotz seines schlechten Rufs als schwächster Börsenmonat in Europa durchaus Chancen bietet. Die aktuellen Rekordstände der europäischen Aktienmärkte und die positiven Unternehmensgewinne sprechen für eine optimistische Sichtweise. Dennoch sollten Anleger die Risiken, die aus geopolitischen Spannungen und steigenden Zinsen resultieren, nicht außer Acht lassen. Ein ausgewogenes Portfolio und eine sorgfältige Beobachtung der Marktbedingungen sind entscheidend, um die Chancen im August zu nutzen und mögliche Rückschläge zu vermeiden.
Häufige Fragen
Warum gilt der August als schwacher Börsenmonat?
Wie sieht die mediane Rendite des EURO STOXX 50 im August aus?
Welche Faktoren beeinflussen die Aktienmärkte im August?
Was sind die Hauptgründe für die extremen Rückgänge im August?
Wie sollten Anleger im August agieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Aktienhandel im August 2026 · Foto: Pixabay / Pexels


