⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 18.08.2026
Im Jahr 2025 verzeichnet Deutschland die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit 20 Jahren. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und steigende Energiepreise tragen maßgeblich zu diesem Trend bei.
- 2025: Höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit 2005
- Besonders betroffen: Verkehr, Logistik und Gastgewerbe
- Erwartungen für 2026: Mögliche Stabilisierung der Insolvenzzahlen
Im Jahr 2025 verzeichnet Deutschland die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit zwei Jahrzehnten. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden insgesamt 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert, was einem Anstieg von 10,3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung ist besonders alarmierend, da sie die wirtschaftlichen Herausforderungen widerspiegelt, mit denen viele Unternehmen konfrontiert sind.
Was sind die Ursachen für die steigenden Insolvenzen?

Die Ursachen für den Anstieg der Unternehmensinsolvenzen sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor sind die steigenden Energiepreise, die viele Unternehmen unter Druck setzen. Insbesondere in den Branchen Verkehr und Logistik sowie im Gastgewerbe sind die Auswirkungen spürbar. Diese Sektoren haben in den letzten Jahren mit erheblichen Kostensteigerungen zu kämpfen, die sich negativ auf ihre Rentabilität auswirken.
Zusätzlich zu den Energiepreisen spielen auch die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie eine Rolle. Während der Pandemie wurden zahlreiche staatliche Hilfen bereitgestellt, die Insolvenzen zunächst verhinderten. Mit dem Wegfall dieser Hilfen und dem Anstieg der Zinsen seit 2022 sind viele Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Diese Entwicklungen haben zu einem Anstieg der Insolvenzen geführt, der sich in den letzten Monaten verstärkt hat.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die steigenden Insolvenzen haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 170.000 Arbeitsplätze von Unternehmensinsolvenzen betroffen. Dies stellt einen signifikanten Anstieg dar und zeigt, wie viele Beschäftigte in den betroffenen Branchen unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten leiden. Besonders betroffen sind die großen Unternehmen, die oft mehrere tausend Arbeitsplätze bereitstellen.
Die Schließungen großer Arbeitgeber führen häufig zu erheblichen und dauerhaften Einkommens- und Lohnverlusten bei den betroffenen Beschäftigten. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Jobs ist ein wichtiger Indikator für die Gesamtzahl der von Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze. Im Dezember 2025 waren in den größten 10% der insolventen Unternehmen mehr als 15.000 Arbeitsplätze betroffen, was einen Anstieg von über zwei Dritteln im Vergleich zum Vormonat darstellt.
Branchenspezifische Trends
- Insolvenzen 2025: 24.064 Unternehmenspleiten
- Anstieg um 10,3% im Vergleich zum Vorjahr
- Betroffene Arbeitsplätze: ca. 170.000
Die Insolvenzen sind nicht gleichmäßig über alle Branchen verteilt. Besonders stark betroffen sind die Bereiche Verkehr und Logistik, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Baugewerbe. Diese Sektoren haben in den letzten Jahren signifikante Anstiege bei den Insolvenzen verzeichnet. Im Verarbeitenden Gewerbe, das im Jahr 2025 etwa 62.000 betroffene Arbeitsplätze aufwies, zeigt sich ebenfalls ein besorgniserregender Trend.
Die Daten zeigen, dass Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten den größten Anteil an den Unternehmensinsolvenzen ausmachen. Rund 19.500 dieser Firmen meldeten Insolvenz an, was 81,6% aller Insolvenzen entspricht. Im Gegensatz dazu fiel der Anstieg bei großen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten moderat aus, mit etwa 140 Großinsolvenzen im Jahr 2025.
Finanzielle Schäden und Gläubigerforderungen
Trotz der hohen Zahl an Insolvenzen sind die finanziellen Schäden für Gläubiger im Jahr 2025 geringer als im Vorjahr. Die offenen Forderungen der Gläubiger lagen bei rund 47,9 Milliarden Euro, was einen Rückgang im Vergleich zu den 58 Milliarden Euro im Jahr 2024 darstellt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als im Vorjahr.
Die durchschnittlichen ausfallbedrohten Forderungen pro Insolvenzfall belaufen sich auf mehr als zwei Millionen Euro. Dies zeigt, dass die finanziellen Auswirkungen der Insolvenzen nach wie vor erheblich sind, auch wenn die Gesamtforderungen gesunken sind. Die Gläubiger, darunter Lieferanten und Banken, stehen vor großen Herausforderungen, da sie versuchen, ihre Verluste zu minimieren.
Prognosen für 2026
Die Prognosen für 2026 deuten darauf hin, dass sich die Lage möglicherweise stabilisieren könnte. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet mit einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 3,7% auf 23.100 Fälle, vorausgesetzt, die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Krieg zwischen Iran und Israel, enden schnell und die Energiepreise sinken.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind entscheidend für die Entwicklung der Insolvenzzahlen. Sollten die Energiepreise weiterhin steigen, könnte dies zu einem weiteren Anstieg der Insolvenzen führen. Die Bundesregierung plant Milliarden-Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, die möglicherweise das Wirtschaftswachstum ankurbeln und den Anstieg der Insolvenzen bremsen könnten.
Fazit

Die Unternehmensschließungen in Deutschland haben im Jahr 2025 ein alarmierendes Niveau erreicht, das seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen wurde. Die wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere die steigenden Energiepreise und die Nachwirkungen der Pandemie, haben zu einem signifikanten Anstieg der Insolvenzen geführt. Während die Prognosen für 2026 eine mögliche Stabilisierung andeuten, bleibt die Situation angespannt und erfordert gezielte Maßnahmen, um die wirtschaftliche Basis zu stabilisieren und den Anstieg der Insolvenzen zu drosseln.
Häufige Fragen
Warum steigen die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland?
Welche Branchen sind am stärksten betroffen?
Wie viele Arbeitsplätze sind von Insolvenzen betroffen?
Was sind die Prognosen für 2026?
Wie beeinflussen Insolvenzen die Wirtschaft insgesamt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Unternehmensschließungen in Deutschland 2025 · Foto: Thirdman / Pexels


