⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 18.08.2026
Im Jahr 2025 haben fast 190.000 Unternehmen in Deutschland ihre Geschäftstätigkeit eingestellt, was die höchste Zahl an Schließungen seit fast zwei Jahrzehnten darstellt.
- 187.744 Unternehmen gaben 2025 auf
- Besonders betroffen: Gastgewerbe und Gesundheitswesen
- Hohe Energiepreise und Fachkräftemangel als Hauptursachen
Im Jahr 2025 haben fast 190.000 Unternehmen in Deutschland ihre Geschäftstätigkeit eingestellt, was die höchste Zahl an Schließungen seit fast zwei Jahrzehnten darstellt. Laut einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim gaben insgesamt 187.744 Unternehmen auf, was einem Anstieg von knapp 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese alarmierenden Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen, die viele Unternehmen in Deutschland bewältigen müssen.
Was sind die Hauptursachen für die Unternehmensschließungen?

Die Ursachen für das hohe Maß an Unternehmensschließungen sind vielfältig und komplex. Zu den Hauptfaktoren zählen die steigenden Energiepreise, der Fachkräftemangel und die fehlende Nachfolge in vielen Betrieben. Diese Herausforderungen betreffen Unternehmen in nahezu allen Branchen, was die Situation zusätzlich verschärft. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, beschreibt die gegenwärtige Krisendynamik als eine, die sich durch die gesamte Breite der Wirtschaft frisst. Anders als in früheren Jahren schließen nun auch wirtschaftlich gesunde Firmen ihre Türen.
Ein besonders besorgniserregender Trend ist die Zunahme der Schließungen im Gastgewerbe. Im Jahr 2025 gaben etwa 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen auf, was einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz der Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent auf Speisen ab dem 1. Januar 2026 konnte die prekäre Lage in dieser Branche nicht abgemildert werden. Die Unsicherheiten in der Branche sind so groß, dass viele Unternehmer keine Perspektive mehr sehen.
Die Auswirkungen auf die Wirtschaft und den DAX
Die hohe Zahl an Unternehmensschließungen hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die Schließungen führen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, was wiederum die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigt. Dies hat direkte Auswirkungen auf den DAX, da weniger Konsum zu einem Rückgang der Unternehmensgewinne führen kann. Investoren sind besorgt über die Stabilität der Märkte, was sich in einer erhöhten Volatilität der Aktienkurse niederschlagen könnte.
Zusätzlich zu den direkten wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es auch langfristige Folgen. Die Schließungen führen zu einem Verlust an Fachwissen und Erfahrung, was die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft gefährden könnte. Unternehmen, die in der Lage sind, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, könnten in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil haben. Die Frage bleibt jedoch, wie viele Unternehmen diesen Übergang erfolgreich meistern können.
Der Fachkräftemangel als kritischer Faktor
- Zahl der Schließungen: 187.744
- Anstieg im Vergleich zum Vorjahr: knapp 10 Prozent
- Besonders betroffen: Gastgewerbe mit 15.000 Schließungen
Ein zentraler Aspekt, der zur Schließung vieler Unternehmen beiträgt, ist der Fachkräftemangel. Viele Betriebe können offene Stellen nicht besetzen, was ihre Fähigkeit einschränkt, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Im Gesundheitswesen beispielsweise schlossen im Jahr 2025 knapp 11.000 Einrichtungen, was etwa doppelt so hoch ist wie im Jahr 2008. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass fast ein Viertel der Schließungen im Gesundheitswesen auf den Ruhestand von Ärzten zurückzuführen ist, für die oft kein Nachfolger gefunden werden kann.
Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind nicht nur auf die Gesundheitsbranche beschränkt. Auch in anderen Sektoren, wie dem Handwerk und der Industrie, kämpfen Unternehmen darum, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Dies führt zu einem stagnierenden Wachstum und kann letztlich auch zu weiteren Schließungen führen, wenn die Situation nicht verbessert wird.
Die Rolle der Inflation und der Zinsen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden zusätzlich durch die Inflation und die Zinspolitik beeinflusst. Hohe Inflationsraten führen zu steigenden Kosten für Unternehmen, was deren Rentabilität gefährdet. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat ebenfalls Auswirkungen auf die Kreditaufnahme von Unternehmen. Höhere Zinsen können dazu führen, dass Unternehmen weniger investieren, was wiederum das Wachstum hemmt und die Wahrscheinlichkeit von Schließungen erhöht.
In einem solchen wirtschaftlichen Umfeld ist es für Unternehmen entscheidend, ihre Kosten zu optimieren und innovative Lösungen zu finden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diejenigen, die in der Lage sind, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen, könnten in der Lage sein, die Herausforderungen zu meistern und erfolgreich zu bleiben.
Fazit: Ein besorgniserregender Trend

Die hohe Zahl an Unternehmensschließungen in Deutschland im Jahr 2025 ist ein besorgniserregender Trend, der auf die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen hinweist. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und eine unsichere wirtschaftliche Lage tragen dazu bei, dass immer mehr Unternehmen aufgeben müssen. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind weitreichend und könnten auch den DAX und andere Märkte belasten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Unternehmen zu unterstützen und die wirtschaftliche Stabilität zu fördern.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptursachen für die Unternehmensschließungen?
Wie viele Unternehmen haben 2025 in Deutschland geschlossen?
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Wie wirkt sich das Firmensterben auf die Wirtschaft aus?
Was können Unternehmen tun, um Schließungen zu vermeiden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Hohe Zahl an Unternehmensschließungen in Deutschland · Foto: Thirdman / Pexels


