⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.09.2026
Im September 2026 stehen Landwirte vor wichtigen Fristen und Änderungen, die ihre Betriebe betreffen. Von Agraranträgen bis hin zu Düngeregelungen – hier sind die entscheidenden Punkte zusammengefasst.
- Bis 30. September können Änderungen im GAP-Agrarantrag vorgenommen werden.
- Neuregelung des Ackerstatus sorgt für langfristige Planungssicherheit.
- Fristen für die Steuererklärung 2024 laufen ebenfalls ab.
Im September 2026 stehen Landwirte vor einer Reihe von wichtigen Fristen und Änderungen, die sowohl ihre Agrarwirtschaft als auch ihre finanziellen Planungen betreffen. Die Einhaltung dieser Fristen ist entscheidend, um Fördermittel zu sichern und rechtliche Vorgaben zu erfüllen. In diesem Artikel werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die Landwirte in diesem Monat beachten müssen.
Änderungen im GAP-Agrarantrag bis 30. September

Bis zum 30. September 2026 haben Landwirte die Möglichkeit, Änderungen im GAP-Agrarantrag vorzunehmen. Diese Frist ist besonders wichtig, da sie die Korrektur von Unstimmigkeiten bei den Flächenangaben ermöglicht. Nach der Abgabe des Agrarsammelantrags im Mai erfolgt ein Flächenmonitoring, bei dem die beantragten Flächen satellitengestützt überprüft werden. Sollten dabei Unstimmigkeiten festgestellt werden, können diese bis Ende September korrigiert werden.
In vielen Bundesländern wird für die Korrekturen mittlerweile eine App genutzt, die den Prozess erleichtert. Landwirte sollten diese Gelegenheit nutzen, um sicherzustellen, dass ihre Flächenangaben korrekt sind, da falsche Angaben zu finanziellen Nachteilen führen können.
Neuregelung des Ackerstatus
Ein weiterer wichtiger Punkt für Landwirte ist die Neuregelung des Ackerstatus, die ebenfalls ab dem 1. September 2026 in Kraft tritt. Diese Regelung besagt, dass alle Flächen, die zum 1. Januar 2026 als Ackerland registriert waren, dauerhaft als Ackerland gelten. Dies gilt unabhängig davon, ob die Flächen alle fünf Jahre gepflügt wurden oder nicht. Diese Regelung bietet Landwirten eine langfristige Planungssicherheit, da sie nicht mehr befürchten müssen, dass ihre Flächen durch unregelmäßige Bewirtschaftung ihren Status verlieren.
Für Landwirte, die eine Umwandlung von Acker in Dauergrünland wünschen, besteht jedoch die Möglichkeit, der Einstufung ihrer Flächen als dauerhaftes Ackerland zu widersprechen. Dies muss bis zum 30. September 2026 gegenüber der zuständigen Agrarbehörde erklärt werden. Ein späterer Wechsel in die Stichtagsregelung ist für diese Flächen ausgeschlossen.
Düngeregelungen im September 2026
- Änderungen im GAP-Agrarantrag bis 30. September möglich.
- Neuregelung des Ackerstatus tritt in Kraft.
- Frist für Steuererklärung 2024 endet am 30. September.
Die Düngeregelungen sind ein weiterer wichtiger Aspekt, den Landwirte im September 2026 beachten müssen. Die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerflächen beginnt nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Allerdings gibt es Ausnahmen: Raps, Wintergerste und Zwischenfrüchte dürfen noch bis zum 1. Oktober gedüngt werden, sofern die Vorfrucht Getreide war. Diese Regelung ist besonders relevant für Landwirte, die ihre Erträge maximieren möchten.
Zusätzlich müssen Zwischenfrüchte und Raps bis zum 15. September gesät werden, um die Düngung rechtzeitig durchführen zu können. Die Wintergerste kann hingegen noch bis zum 1. Oktober gesät werden. Es ist wichtig, die spezifischen Düngemengen zu beachten, die je nach Bundesland variieren können. In Bayern dürfen beispielsweise maximal 75 % Leguminosenanteile in den Zwischenfrüchten enthalten sein.
Fristen für die Steuererklärung 2024
Ein weiterer wichtiger Termin für Landwirte ist die Abgabefrist für die Steuererklärung 2024. Landwirte, die sich steuerlich beraten lassen, müssen ihre Steuererklärung bis zum 30. September 2026 einreichen. Für Landwirte, die nicht steuerlich beraten sind, endet die Frist für die Steuererklärung 2025 am 2. Februar 2027. Mit einem Steuerberater müssen diese erst am 2. August 2027 abgegeben werden.
Die rechtzeitige Abgabe der Steuererklärung ist entscheidend, um mögliche Strafen zu vermeiden und um sicherzustellen, dass alle steuerlichen Vorteile genutzt werden können. Landwirte sollten sich daher frühzeitig um die notwendigen Unterlagen kümmern und gegebenenfalls einen Steuerberater hinzuziehen.
Liquiditätssicherung in der Landwirtschaft
Die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft ist angespannt, was die Liquidität vieler Betriebe betrifft. Der Bundesminister für Landwirtschaft hat Maßnahmen zur Liquiditätssicherung angekündigt, um den Betrieben in Deutschland zu helfen. Dies umfasst unter anderem die Aufstockung des bestehenden Liquiditätshilfeprogramms um 300 Millionen Euro, was ein Darlehensvolumen von insgesamt 500 Millionen Euro ergibt.
Diese Darlehen stehen unbürokratisch und schnell zur Verfügung, ohne dass ein Nachweis von Notlage und Verwendung erforderlich ist. Dies ist besonders wichtig für Landwirte, die aufgrund von Ernteausfällen oder steigenden Kosten für Dünger und Diesel in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die EU-Düngemittelhilfen in Höhe von 60 Millionen Euro sollen ebenfalls zielgenau den Betrieben zur Verfügung gestellt werden, die besonders betroffen sind.
Fazit

Im September 2026 stehen Landwirte vor entscheidenden Fristen, die sowohl ihre Agrarwirtschaft als auch ihre finanziellen Planungen betreffen. Die Möglichkeit, Änderungen im GAP-Agrarantrag vorzunehmen, die Neuregelung des Ackerstatus und die Düngeregelungen sind nur einige der wichtigen Punkte, die es zu beachten gilt. Zudem ist die rechtzeitige Abgabe der Steuererklärung von großer Bedeutung. Landwirte sollten sich gut informieren und rechtzeitig handeln, um finanzielle Nachteile zu vermeiden und ihre Betriebe erfolgreich zu führen.
Häufige Fragen
Welche Fristen müssen Landwirte im September 2026 beachten?
Was ist die Neuregelung des Ackerstatus?
Welche Düngeregelungen gelten im September 2026?
Wie können Landwirte ihre Steuererklärung abgeben?
Was passiert, wenn Landwirte die Fristen versäumen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wichtige Fristen für Landwirte im September 2026 · Foto: Anupom Datta / Pexels


