⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.09.2026
Das neue britische Steuerjahr bringt bedeutende Änderungen, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Ein Ausblick auf die kommenden Reformen zeigt, dass sich die steuerlichen Rahmenbedingungen bis 2027 weiter verändern werden.
- Einkommensteuerfreibetrag bleibt bis 2031 unverändert.
- Dividendensteuersätze steigen, was Anleger betrifft.
- Erbschaftssteuerreform mit neuen Obergrenzen für Freibeträge.
Das neue britische Steuerjahr, das am 6. April 2026 begann, bringt eine Reihe von bedeutenden Änderungen mit sich, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen. Diese Reformen sind Teil eines umfassenden Pakets, das darauf abzielt, die finanzielle Stabilität des Vereinigten Königreichs zu fördern und gleichzeitig soziale Unterstützung zu gewährleisten. In diesem Artikel werden die wichtigsten Änderungen zusammengefasst und ein Ausblick auf die kommenden Reformen bis 2027 gegeben.
Was hat sich im britischen Steuerjahr 2026 geändert?

Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Einkommensteuer. Der persönliche Steuerfreibetrag bleibt bis April 2031 bei £12,570 eingefroren. Dies bedeutet, dass Steuerzahler, die ein Einkommen von über £100,000 erzielen, mit einer schrittweisen Reduzierung ihres Freibetrags rechnen müssen. Für jedes £2, das das Einkommen über £100,000 liegt, wird der Freibetrag um £1 verringert, bis er auf null sinkt.
Die Einkommensteuersätze für nicht-sparende und nicht-dividenden Einkünfte bleiben unverändert. Steuerzahler in England, Wales und Nordirland zahlen weiterhin 20% auf Einkommen bis £37,700, 40% auf Einkommen zwischen £37,701 und £125,140 und 45% auf Einkommen über £125,140.
Erhöhung der Dividendensteuer
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erhöhung der Dividendensteuer. Ab dem 6. April 2026 beträgt der Steuersatz für Grundtarifzahler nun 10,75%, während der Satz für höhere Steuerzahler auf 35,75% steigt. Diese Erhöhung um zwei Prozentpunkte betrifft insbesondere Anleger, die Dividenden aus ihren Investitionen beziehen. Die zusätzliche Steuerlast könnte die Attraktivität von Dividendeninvestitionen verringern und Anleger dazu zwingen, ihre Strategien zu überdenken.
Für das kommende Jahr 2027 ist eine ähnliche Erhöhung der Steuersätze für Kapitaleinkünfte geplant, die auf 22%, 42% und 47% steigen werden. Dies könnte insbesondere für Investoren, die in Aktien und andere Anlageformen investieren, von Bedeutung sein.
Änderungen bei der Erbschaftssteuer
- Einkommensteuerfreibetrag: £12,570 bis April 2031 eingefroren
- Dividendensteuer: Erhöhung um 2 Prozentpunkte auf 10,75% für Grundtarifzahler
- Erbschaftssteuer: Freibetrag für landwirtschaftliches und Betriebsvermögen auf £2,5 Millionen gedeckelt
Die Reformen zur Erbschaftssteuer (IHT) sind ebenfalls von großer Bedeutung. Der Hauptfreibetrag von £325,000 bleibt seit 2009 unverändert. Wenn dieser Betrag inflationsbereinigt wäre, würde er heute etwa £517,000 betragen. Neu ist jedoch, dass die Freibeträge für landwirtschaftliches Vermögen (APR) und Betriebsvermögen (BPR) seit dem 6. April 2026 auf eine kombinierte Obergrenze von £2,5 Millionen pro Person gedeckelt sind. Werte, die über diesem Betrag liegen, erhalten nur noch 50% Erleichterung, was effektiv zu einem Steuersatz von 20% auf den überschüssigen Betrag führt.
Diese Änderungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die Nachlassplanung von Familien haben, insbesondere für diejenigen, die landwirtschaftliche oder geschäftliche Vermögenswerte besitzen. Es ist ratsam, die eigene Nachlassplanung zu überprüfen, um mögliche Steuerlasten zu minimieren.
Ausblick auf April 2027
Ein bedeutender Wandel steht im April 2027 bevor, wenn ungenutzte Pensionsfonds in die Erbschaftssteuer einbezogen werden. Bisher waren Pensionsfonds von der Erbschaftssteuer ausgenommen, was bedeutete, dass Erben keine zusätzlichen Steuern auf diese Vermögenswerte zahlen mussten. Ab April 2027 wird jedoch jeder ungenutzte Betrag aus einem Pensionsfonds Teil des Nachlasses und unterliegt somit der Erbschaftssteuer. Dies könnte die Steuerlast für viele Familien erheblich erhöhen und sollte bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.
Die Kombination aus eingefrorenen Steuerfreibeträgen und den neuen Regelungen zur Erbschaftssteuer wird die finanzielle Gesundheit vieler Haushalte beeinflussen. Es ist wichtig, sich frühzeitig mit diesen Änderungen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die Auswirkungen auf das eigene Vermögen zu verstehen.
Digitale Steuerberichterstattung und ihre Auswirkungen
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Steuerreform ist die Einführung der digitalen Steuerberichterstattung. Ab dem 6. April 2026 sind Selbstständige und Vermieter mit einem Bruttojahreseinkommen über £50,000 verpflichtet, digitale Buchhaltungssoftware zu verwenden und vierteljährliche Berichte an das HMRC einzureichen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Steuererhebung zu modernisieren und die Effizienz zu steigern, bringt jedoch auch einen erheblichen Verwaltungsaufwand für Kleinunternehmer mit sich.
Die Umstellung auf digitale Systeme erfordert eine sorgfältige Planung und Anpassung, um Strafen zu vermeiden, wenn die traditionelle Papiererklärung abgeschafft wird. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und geeignete Softwarelösungen implementieren.
Fazit

Das neue britische Steuerjahr bringt zahlreiche Änderungen mit sich, die sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen von Bedeutung sind. Die Erhöhung der Dividendensteuer, die neuen Obergrenzen bei der Erbschaftssteuer und die Einführung der digitalen Steuerberichterstattung sind nur einige der Aspekte, die es zu beachten gilt. Ein Ausblick auf die kommenden Reformen zeigt, dass sich die steuerlichen Rahmenbedingungen bis 2027 weiter verändern werden, was eine frühzeitige Planung und gegebenenfalls professionelle Beratung unerlässlich macht.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Änderungen im britischen Steuerjahr 2026?
Wie beeinflussen die Steueränderungen Investoren?
Was passiert mit den Pensionsregelungen ab 2027?
Wie sollten sich Anleger auf die Steueränderungen vorbereiten?
Gibt es Änderungen bei der digitalen Steuerberichterstattung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Änderungen im britischen Steuerjahr 2026 · Foto: MART PRODUCTION / Pexels


