⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 08.08.2026
Im Jahr 2026 haben Apple Pay und Google Pay ihren Platz im deutschen Geschäftskontenmarkt gefestigt. Unternehmen können nun zwischen verschiedenen Banken wählen, die beide Dienste unterstützen.
- Elf Geschäftskonten in Deutschland unterstützen Apple Pay und Google Pay.
- Die ING hat seit Juli 2026 Apple Pay und Google Pay für ihr Business-Konto freigeschaltet.
- Der Unterschied zwischen den Anbietern liegt in Kartennetzwerk und Preisstruktur.
Im Jahr 2026 haben Apple Pay und Google Pay ihren Platz im deutschen Geschäftskontenmarkt gefestigt. Unternehmen können nun zwischen verschiedenen Banken wählen, die beide Dienste unterstützen. Diese Entwicklung ist besonders relevant für Selbstständige und kleine Unternehmen, die auf flexible und sichere Zahlungsmethoden angewiesen sind. Der Wettbewerb zwischen den beiden Zahlungsdiensten hat sich intensiviert, was sowohl für die Anbieter als auch für die Nutzer von Bedeutung ist.
Was sind Apple Pay und Google Pay?

Apple Pay ist ein mobiles Bezahlsystem, das exklusiv für Apple-Geräte wie iPhones und iPads verfügbar ist. Es ermöglicht Nutzern, Zahlungen über NFC (Near Field Communication) durchzuführen, ohne dass die echte Kartennummer übertragen wird. Stattdessen wird eine einmalige Device Account Number verwendet, die für jede Transaktion gültig ist. Dies erhöht die Sicherheit und schützt die sensiblen Daten der Nutzer.
Google Pay hingegen ist eine plattformübergreifende Lösung, die auf Android-Geräten sowie in Webbrowsern funktioniert. Nutzer können nicht nur in Online-Shops bezahlen, sondern auch Tickets, Kundenkarten oder Gutscheine hinterlegen. Google Pay nutzt ebenfalls NFC-Technologie, jedoch werden die Transaktionsdaten in der Cloud gespeichert, was eine andere Herangehensweise an die Datensicherheit darstellt.
Aktuelle Unterstützung durch Banken
Im Jahr 2026 unterstützen elf Geschäftskonten in Deutschland sowohl Apple Pay als auch Google Pay. Zu den Anbietern gehören bekannte Banken wie die ING, die seit dem 1. Juli 2026 beide Dienste für ihr Business-Konto freigeschaltet hat. Die Visa Business Debitkarte der ING lässt sich kostenlos in Apple Wallet und Google Wallet hinterlegen, ohne dass zusätzliche Gebühren für die Einrichtung oder Transaktionen anfallen.
Weitere Banken, die beide Zahlungsdienste unterstützen, sind die Commerzbank, Deutsche Bank, DKB, N26 und HypoVereinsbank. Diese Vielfalt an Optionen ermöglicht es Unternehmen, das passende Geschäftskonto entsprechend ihrer Rechtsform und individuellen Bedürfnisse auszuwählen.
Unterschiede zwischen den Anbietern
Der Unterschied zwischen den Anbietern liegt 2026 nicht mehr beim Mobile Payment selbst, sondern vielmehr bei den Kartennetzwerken (Visa oder Mastercard), dem Kartentyp (Debit oder Kredit), der Preisstruktur und der Eignung für verschiedene Rechtsformen. Während einige Banken nur für bestimmte Unternehmensformen wie Freiberufler oder GmbHs geeignet sind, bieten andere Konten für alle gängigen Rechtsformen an, einschließlich GbR und Gründungsphase.
Beispielsweise bietet die ING ihr Geschäftskonto für Freiberufler, Einzelunternehmer, GmbHs, UGs, KGs und OHGs an, während Qonto und Fyrst auch GbRs und Unternehmen in der Gründungsphase akzeptieren. Diese Unterschiede sind entscheidend für Unternehmer, die die richtige Bank für ihre spezifischen Anforderungen finden möchten.
Marktanteile und Nutzerzahlen
- Marktanteil Apple Pay in Deutschland: 28 %
- Marktanteil Google Pay in Deutschland: 25 %
- ING unterstützt seit Juli 2026 beide Dienste
In Deutschland haben Apple Pay und Google Pay im Jahr 2024 nahezu gleichauf gelegen, mit einem Marktanteil von 28 % für Apple Pay und 25 % für Google Pay. Diese Zahlen verdeutlichen, dass beide Dienste eine bedeutende Rolle im deutschen Zahlungsverkehr spielen. Weltweit zählt Apple Pay mittlerweile 785 Millionen aktive Nutzer, was einem Wachstum von 41 % zwischen 2022 und 2024 entspricht.
Die Verbreitung von Google Pay ist besonders in Regionen mit hohem Android-Anteil stark, wie etwa in Indien, Südostasien und Brasilien. In Deutschland liegt der Marktanteil von Android bei über 60 %, was Google Pay eine breitere Abdeckung ermöglicht. Unternehmen, die sowohl Apple Pay als auch Google Pay anbieten, können somit eine größere Zielgruppe erreichen.
Sicherheit und Datenschutz
Beide Dienste sind sicher und erfüllen die Anforderungen der starken Kundenauthentifizierung (SCA) gemäß der europäischen PSD2-Richtlinie. Für Händler bedeutet dies, dass der Checkout automatisch den gesetzlichen Vorgaben entspricht, ohne zusätzlichen Aufwand bei der Integration. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch im Umgang mit Nutzerdaten: Apple Pay sammelt keine rückverfolgbaren Transaktionsdaten, während Google Pay diese Daten für personalisierte Angebote nutzen kann. Für Unternehmen, die großen Wert auf Datenschutz legen, könnte Apple Pay die bessere Wahl sein.
Die hardwarebasierte Sicherheit von Apple Pay, die auf einem Secure Element im Gerät basiert, bietet einen strukturellen Vorteil in Bezug auf Datensparsamkeit und Sicherheit. Google Pay hingegen bietet eine flexible Lösung, die auf verschiedenen Plattformen funktioniert und somit eine breitere Nutzerbasis anspricht.
Integration in Geschäftskonten
Die Integration von Apple Pay und Google Pay in Geschäftskonten erfolgt über Zahlungsdienstleister wie Stripe oder Adyen. Die konkreten Gebühren hängen vom jeweiligen Anbieter ab und können je nach Kartentyp, Region und Zahlungsvolumen variieren. Beide Dienste erheben keine direkten Wallet-Gebühren, was sie für Unternehmen attraktiv macht. Die Kosten für die Nutzung von Apple Pay und Google Pay sind nicht einheitlich und hängen von verschiedenen Faktoren ab.
Bei beiden Diensten können Gebühren von Zahlungsdienstleistern anfallen, die in der Regel zwischen 1,5 % und 0,25 € für Standardkarten aus dem EWR liegen. Diese Gebühren können bei internationalen Zahlungen höher ausfallen, was für Unternehmen, die global tätig sind, von Bedeutung ist.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Apple Pay als auch Google Pay für Geschäftskonten attraktive Optionen darstellen. Die Wahl zwischen den beiden Diensten hängt von den individuellen Bedürfnissen des Unternehmens ab, insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Nutzerbasis und Integrationsmöglichkeiten. Während Apple Pay durch seine Datensparsamkeit und Sicherheit punktet, bietet Google Pay eine breitere Abdeckung und Flexibilität. Unternehmen sollten daher sorgfältig abwägen, welcher Dienst am besten zu ihren Anforderungen passt.
Häufige Fragen
Welche Banken unterstützen Apple Pay und Google Pay?
Was sind die Vorteile von Apple Pay und Google Pay für Unternehmen?
Wie unterscheiden sich Apple Pay und Google Pay in Bezug auf Datenschutz?
Welche Karten werden für Apple Pay und Google Pay benötigt?
Wie lange dauert es, bis Zahlungen über Apple Pay und Google Pay gutgeschrieben werden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Vergleich von Apple Pay und Google Pay · Foto: Yan Krukau / Pexels


