⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.09.2026
Immer mehr Deutsche wechseln ihr Girokonto, um hohe Kontoführungsgebühren zu vermeiden. Der Trend zeigt, dass digitale Banken und Neobanken attraktive Alternativen bieten.
- Kontoführungsgebühren steigen, im Durchschnitt 127 Euro jährlich.
- Neobanken bieten oft kostenlose Konten ohne versteckte Gebühren.
- Verbraucherschützer empfehlen, auf versteckte Kosten zu achten.
In der heutigen Zeit ist ein Girokonto für viele Menschen unverzichtbar. Es dient nicht nur als Zahlungsmittel für alltägliche Ausgaben wie Miete, Strom und Gas, sondern ist auch der zentrale Ort für Gehaltseingänge und Überweisungen. Doch die Kosten für die Kontoführung steigen stetig, was viele Deutsche dazu veranlasst, über einen Wechsel nachzudenken. Laut aktuellen Berichten zahlen Kontoinhaber im Durchschnitt 127 Euro pro Jahr für ihr Girokonto, wobei die Gebühren je nach Bank stark variieren können.
Warum steigen die Kontoführungsgebühren?

Die Erhöhung der Kontoführungsgebühren ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Viele traditionelle Banken, insbesondere Filialbanken wie Sparkassen und Volksbanken, verlangen mittlerweile hohe Gebühren für die Kontoführung. Beispielsweise kostet das Komfort-Konto der Volksbank Köln Bonn für Personen ab 27 Jahren 120 Euro jährlich, während das Konto „Echt unser Bestes“ der Dortmunder Sparkasse sogar 238,80 Euro pro Jahr kostet. Diese Preiserhöhungen sind oft eine Reaktion auf die Niedrigzinsphase, in der Banken mit den Einlagen ihrer Kunden keine Erträge generieren konnten.
Martin Faust, ein Experte für Bankbetriebslehre, erklärt, dass die Banken in der Vergangenheit gezwungen waren, die Kontoführungsgebühren zu erhöhen, um ihre Kosten zu decken. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Kunden die Notwendigkeit sehen, ihr Girokonto zu wechseln, um Geld zu sparen.
Die Rolle der Neobanken
Ein wesentlicher Faktor, der den Trend zum Wechsel des Girokontos vorantreibt, sind die sogenannten Neobanken. Diese digitalen Banken, wie C24 oder Trade Republic, bieten oft keine Kontoführungsgebühren an. Der Grund dafür liegt in ihrem Geschäftsmodell: Sie operieren hauptsächlich online und haben keine physischen Filialen, was ihre Betriebskosten erheblich senkt. Diese Einsparungen geben sie in Form von besseren Konditionen an ihre Kunden weiter.
Die Bitkom-Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die Treue zur Hausbank abnimmt. Immer mehr Deutsche sind bereit, ihre Bank zu wechseln, um von den attraktiven Angeboten der Neobanken zu profitieren. Laut der Studie haben bereits 58 Prozent der Deutschen ihr hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt.
Versteckte Kosten im Blick behalten
- Durchschnittliche Kontoführungsgebühr: 127 Euro pro Jahr
- 34% der Sparkassen-Kunden zahlen über 100 Euro jährlich
- Nur 12 von 757 geprüften Konten sind bedingungslos kostenlos
Beim Wechsel des Girokontos sollten Verbraucher auch auf versteckte Kosten achten. Diese können in Form von Gebühren für Bankkarten, Überweisungen oder einem monatlichen Mindestgeldeingang auftreten. Verbraucherschützer wie Finanztip empfehlen, vor dem Wechsel die Preisverzeichnisse der Banken genau zu prüfen. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass 80 Prozent aller Girokontobesitzer Kontoführungsgebühren zahlen, wobei die Kosten bei Sparkassen zwischen 5 und 14 Euro pro Monat liegen können.
Zusätzlich sollten Kunden darauf achten, wo sie kostenlos Geld abheben können. Einige Banken bieten ihren Kunden die Möglichkeit, an bestimmten Automaten kostenlos Bargeld abzuheben, was ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten haben kann.
Der Ablauf des Kontowechsels
Der Wechsel des Girokontos ist durch das Zahlungskontengesetz geregelt, das Banken verpflichtet, ihren Kunden beim Wechsel zu helfen. Der Prozess ist relativ einfach: Zunächst eröffnet der Kunde ein neues Konto bei der gewünschten Bank und erteilt dieser die Ermächtigung, sich an die alte Bank zu wenden, um die notwendigen Daten einzufordern. Die alte Bank hat dann fünf Geschäftstage Zeit, alle Zahlungen und Lastschriften der letzten 13 Monate an die neue Bank zu übermitteln.
Die neue Bank hat ebenfalls fünf Geschäftstage Zeit, um alles vorzubereiten, einschließlich der Einrichtung neuer Daueraufträge. Verbraucherschützer raten dazu, beide Konten für eine kurze Zeit parallel laufen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle Zahlungen reibungslos ablaufen.
Prämien und Anreize für den Kontowechsel
Ein weiterer Anreiz für den Wechsel des Girokontos sind die Prämien, die viele Banken anbieten. Im Juli 2026 boten Banken wie ING und 1822direkt Prämien von bis zu 200 Euro für Neukunden an. Solche Angebote können den Wechsel noch attraktiver machen und helfen, die Kosten für die Kontoführung zu minimieren.
Die Norisbank und die comdirect bieten ebenfalls attraktive Prämien, die den Wechsel zu einem neuen Konto finanziell lohnenswert machen können. Diese Prämien sind oft an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise einen Mindestgeldeingang oder die Nutzung bestimmter Dienstleistungen.
Fazit

Der Wechsel des Girokontos kann für viele Verbraucher eine sinnvolle Entscheidung sein, um hohe Kontoführungsgebühren zu vermeiden. Die steigenden Kosten bei traditionellen Banken und die attraktiven Angebote von Neobanken machen einen Wechsel immer interessanter. Verbraucher sollten jedoch darauf achten, versteckte Kosten zu vermeiden und die Angebote sorgfältig zu vergleichen. Mit der richtigen Vorbereitung und den aktuellen Informationen können Anleger erheblich sparen und von besseren Konditionen profitieren.
Häufige Fragen
Warum sollte ich mein Girokonto wechseln?
Was sind Neobanken?
Wie hoch sind die durchschnittlichen Kontoführungsgebühren?
Wie funktioniert der Kontowechsel?
Welche versteckten Kosten sollte ich beachten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Girokonto wechseln für bessere Konditionen · Foto: Ivan S / Pexels


