⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.07.2026
Ab dem 1. Juli 2026 stellt die Bundesregierung 300 Millionen Euro bereit, um leerstehende Gewerbeimmobilien in Wohnraum umzuwandeln. Dies soll nicht nur die Wohnungsnot lindern, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln.
- 300 Millionen Euro für Umbau leerstehender Gewerbeimmobilien
- Zuschuss von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Ziel: Schaffung von Wohnraum in städtischen Gebieten
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Bundesregierung ein neues Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von 300 Millionen Euro starten, das darauf abzielt, leerstehende Büro- und Gewerbeimmobilien in Wohnraum umzuwandeln. Diese Initiative ist Teil der Bemühungen, die anhaltende Wohnungsnot in vielen deutschen Städten zu bekämpfen und gleichzeitig die Wirtschaft zu unterstützen. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) betont, dass mit einem Zuschuss von bis zu 30.000 Euro pro neu geschaffener Wohneinheit ein starker Anreiz gesetzt wird, um Investoren zu motivieren.
Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“?

Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ wurde ins Leben gerufen, um ungenutzte Büro- und Gewerbeflächen in Wohnraum umzuwandeln. In vielen deutschen Städten stehen zahlreiche Bürogebäude leer, während gleichzeitig ein akuter Mangel an Wohnraum herrscht. Die Bundesregierung sieht in der Umwandlung dieser Flächen eine Möglichkeit, sowohl die Wohnungsnot zu lindern als auch die Innenstädte zu revitalisieren. Die Förderung ist auf 300.000 Euro pro Unternehmen begrenzt, was bedeutet, dass größere Projekte möglicherweise nicht vollständig von der Förderung profitieren können.
Die Notwendigkeit dieser Maßnahme wird durch die steigende Leerstandsquote von Büroflächen in Deutschland unterstrichen. Laut dem Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) ist die Leerstandsquote in den wichtigsten deutschen Bürometropolen von 3,3 Prozent im Jahr 2019 auf 8,3 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass viele Büroflächen nicht mehr benötigt werden, während gleichzeitig der Bedarf an Wohnraum in den Städten wächst.
Wie funktioniert die Förderung?
Die Förderung erfolgt als direkter Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Investoren können bis zu 30 Prozent von maximal 100.000 Euro förderfähigen Ausgaben pro Wohneinheit beantragen. Dies bedeutet, dass für jede neu geschaffene Wohneinheit bis zu 30.000 Euro zur Verfügung stehen. Die geförderten Umbauten müssen jedoch bestimmte energetische Standards erfüllen, darunter das Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“. Ausnahmen gelten für denkmalgeschützte Gebäude, die andere Anforderungen erfüllen müssen.
Die Förderung kann mit anderen Programmen kombiniert werden, was für Investoren zusätzliche Anreize schafft. Die Antragsstellung muss vor Beginn der Umbauarbeiten erfolgen, wobei bereits erbrachte Planungs- und Beratungsleistungen nicht gefördert werden können.
Warum ist die Umwandlung von Gewerbe zu Wohnraum wichtig?
- Förderung: 300 Millionen Euro für Umbau
- Zuschuss: Bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Startdatum: 1. Juli 2026
Die Umwandlung von Gewerbe zu Wohnraum ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche. In vielen Städten gibt es eine hohe Nachfrage nach Wohnraum, während gleichzeitig zahlreiche Gewerbeimmobilien leer stehen. Diese Diskrepanz führt zu einer Verschwendung von Ressourcen und einer Abnahme der Lebensqualität in den betroffenen Gebieten. Durch die Umwandlung von leerstehenden Büroflächen in Wohnungen können nicht nur neue Lebensräume geschaffen werden, sondern auch die Attraktivität der Innenstädte gesteigert werden.
Zusätzlich trägt die Umwandlung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei, da bestehende Gebäude genutzt und energetisch saniert werden, anstatt neue Flächen zu versiegeln. Dies ist besonders wichtig im Kontext der Klimakrise, die auch die Bauwirtschaft vor neue Herausforderungen stellt.
Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung?
Trotz der positiven Aspekte gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung des Programms. Experten warnen, dass nicht alle Büroflächen für eine Umwandlung geeignet sind. Oftmals sind umfangreiche Umbauten notwendig, um die Flächen für Wohnzwecke nutzbar zu machen. Diese Umbauten können teuer und zeitaufwendig sein, was die Wirtschaftlichkeit der Projekte in Frage stellt.
Darüber hinaus müssen die neuen Wohnräume auch in Bezug auf Infrastruktur und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr attraktiv sein. In vielen Fällen sind leerstehende Bürogebäude nicht optimal gelegen, was die Nachfrage nach den umgebauten Wohnungen beeinträchtigen könnte. Daher ist es wichtig, dass Investoren auch die Lage und die Anbindung der Immobilien berücksichtigen.
Fazit

Das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Wohnungsnot in Deutschland zu bekämpfen und gleichzeitig die Wirtschaft zu unterstützen. Mit einem Budget von 300 Millionen Euro und einem Zuschuss von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit bietet die Bundesregierung Anreize für Investoren, leerstehende Büroflächen in Wohnraum umzuwandeln. Trotz der Herausforderungen, die mit der Umsetzung verbunden sind, könnte dieses Programm dazu beitragen, die Lebensqualität in den Städten zu verbessern und einen nachhaltigen Umgang mit bestehenden Ressourcen zu fördern.
Häufige Fragen
Was ist das Förderprogramm "Gewerbe zu Wohnen"?
Wie hoch ist der Zuschuss pro Wohneinheit?
Welche Voraussetzungen müssen für die Förderung erfüllt sein?
Wer kann die Förderung beantragen?
Wie wird die Förderung finanziert?
Quellen: Google News
Symbolbild: Umbau von Gewerbe zu Wohnraum · Foto: Roman Biernacki / Pexels


