⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.09.2026
Goldman Sachs hat die Ölpreisprognosen aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten angehoben. Ein Anstieg auf über 120 US-Dollar je Barrel ist möglich.
- Erhöhung der Ölpreisprognosen um 5 US-Dollar.
- Schifffahrtsstörungen im Nahen Osten könnten bis 2027 andauern.
- Risiko eines Rückgangs der Golfproduktion um 4 Millionen Barrel pro Tag.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Ölpreisprognosen aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere an der strategisch wichtigen Straße von Hormus, deutlich angehoben. Die Analysten erwarten, dass der Preis für die Nordseesorte Brent im Dezember 2026 bei 85 US-Dollar pro Barrel liegen wird, während die US-Sorte WTI bei 80 US-Dollar prognostiziert wird. Diese Anpassungen stellen einen Anstieg von jeweils 5 US-Dollar im Vergleich zu den vorherigen Schätzungen dar.
Was sind die Hintergründe der Prognoseanpassung?

Die Erhöhung der Ölpreisprognosen ist eine direkte Reaktion auf die sich zuspitzenden Konflikte im Nahen Osten, die den Schiffsverkehr in der Region erheblich beeinträchtigen. Laut Goldman Sachs könnte die Wahrscheinlichkeit, dass der Brent-Preis im März 2027 die Marke von 100 US-Dollar überschreitet, von etwa 6 Prozent auf 25 Prozent steigen. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme, dass die Störungen im Schiffsverkehr bis ins Jahr 2027 andauern werden.
Die Analysten der Bank, angeführt von Daan Struyven, haben ein Risikoszenario skizziert, in dem die durchschnittliche Ölförderung in der Golfregion um 4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau liegt. In diesem Fall könnte der Brent-Preis sogar auf über 120 US-Dollar steigen. Dies verdeutlicht die Unsicherheit und die potenziellen Risiken, die mit den geopolitischen Spannungen verbunden sind.
Wie beeinflussen geopolitische Spannungen die Ölpreise?
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben einen direkten Einfluss auf die globalen Ölpreise. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel, und jede Störung in dieser Region kann zu erheblichen Preisschwankungen führen. Die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe und die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran haben bereits zu einem Rückgang des Schiffsverkehrs in dieser strategischen Wasserstraße geführt.
Die Schifffahrtsstörungen sind nicht nur ein kurzfristiges Problem, sondern könnten sich auch langfristig auf die Ölpreise auswirken. Goldman Sachs geht davon aus, dass die Märkte zunehmend einen länger andauernden Konflikt im Nahen Osten einpreisen, was die Ölpreise weiter unter Druck setzen könnte.
Was bedeutet dies für Anleger und die Märkte?
- Goldman Sachs hebt Ölpreisprognosen für Brent auf 85 US-Dollar.
- Für WTI wird ein Preis von 80 US-Dollar prognostiziert.
- Im Extremfall könnte Brent über 120 US-Dollar erreichen.
Für Anleger bedeutet die Erhöhung der Ölpreisprognosen durch Goldman Sachs, dass sie sich auf mögliche Preisschwankungen einstellen müssen. Die Bank empfiehlt, Energierohstoffe wie Erdgas und Diesel im Auge zu behalten, da die Störungen in diesen Märkten möglicherweise ausgeprägter sind als bei Rohöl. Dies könnte zu einer Preisentwicklung führen, die die von Rohöl übertrifft.
Die Unsicherheit auf den Märkten könnte auch Auswirkungen auf andere Anlageklassen haben, einschließlich Aktien und Anleihen. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein, die mit den geopolitischen Spannungen verbunden sind, und ihre Portfolios entsprechend diversifizieren.
Wie reagieren die Rohstoffmärkte auf die neuen Prognosen?
Die Rohstoffmärkte haben bereits auf die neuen Prognosen von Goldman Sachs reagiert. Die Preise für Brent-Rohöl sind in den letzten Tagen gestiegen, was auf die gestiegene Nachfrage und die Unsicherheit in der Region zurückzuführen ist. Analysten erwarten, dass die Preise weiter steigen könnten, insbesondere wenn sich die geopolitischen Spannungen verschärfen.
Die Märkte preisen zunehmend die Möglichkeit eines längeren Konflikts im Nahen Osten ein, was zu einer erhöhten Volatilität führen könnte. Anleger sollten sich auf mögliche Preisschwankungen einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen haben zu einer signifikanten Erhöhung der Ölpreisprognosen durch Goldman Sachs geführt. Die Bank erwartet, dass der Preis für Brent-Rohöl im Dezember 2026 bei 85 US-Dollar liegen wird, mit einem möglichen Anstieg auf über 120 US-Dollar im Extremfall. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen, um von den potenziellen Preisschwankungen zu profitieren.
Häufige Fragen
Warum hat Goldman Sachs die Ölpreisprognosen angehoben?
Was sind die neuen Preisprognosen für Brent und WTI?
Wie lange könnten die Schifffahrtsstörungen andauern?
Was könnte einen Anstieg des Ölpreises auf über 120 US-Dollar auslösen?
Wie reagieren die Märkte auf die neuen Prognosen?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Ölpreisprognose von Goldman Sachs · Foto: Mark Stebnicki / Pexels


