⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 20.07.2026
Die Bank of America warnt Anleger vor einem möglichen Crash des Goldpreises und zieht alarmierende Parallelen zu den Bärenmärkten von 1980 und 2011.
- BofA sieht fünf technische Warnsignale für Gold
- Möglicher Rückgang auf 3.315 US-Dollar je Feinunze
- Empfehlung für gestaffelten Einstieg statt vollständigem Rückzug
Die Bank of America (BofA) hat in einer aktuellen Analyse alarmierende Warnsignale für den Goldpreis identifiziert, die Anleger aufhorchen lassen sollten. Die Analysten um Paul Ciana ziehen Parallelen zu den historischen Bärenmärkten von 1980 und 2011, die jeweils mit einem dramatischen Rückgang des Goldpreises einhergingen. Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Goldpreis bei etwa 4.149 US-Dollar je Feinunze liegt und die Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft zunehmen.
Was sind die aktuellen Warnsignale für den Goldpreis?

Die Bank of America hat gleich fünf technische Warnsignale identifiziert, die auf eine potenziell gefährliche Entwicklung des Goldpreises hinweisen. Dazu gehört ein Death-Cross-Muster, das entsteht, wenn der kurzfristige gleitende Durchschnitt den langfristigen gleitenden Durchschnitt von oben nach unten durchbricht. Dies wird oft als Signal für einen bevorstehenden Rückgang interpretiert. Zudem ist die spekulative Netto-Long-Positionierung auf einem hohen Niveau, was darauf hindeutet, dass viele Anleger auf steigende Preise setzen, was in der Vergangenheit oft zu einer Korrektur führte.
Ein weiteres Warnsignal ist die Peak-Candle-Formation, die auf eine mögliche Erschöpfung des Aufwärtstrends hinweist. Der Relative Strength Index (RSI) erreichte kürzlich einen Wert von 90, was historisch gesehen mit den Spitzen von 1980 und 2011 übereinstimmt. Diese Kombination aus technischen Indikatoren lässt darauf schließen, dass der Goldpreis möglicherweise vor einer signifikanten Korrektur steht.
Historische Parallelen und mögliche Rückgänge
Die Bank of America verweist auf die historischen Bärenmärkte des Goldpreises seit 1970, die alle mindestens einen Rückgang von 50 Prozent erlitten haben. Sollte sich dieses Muster auf den aktuellen Zyklus übertragen, könnte der Goldpreis auf etwa 3.315 US-Dollar je Feinunze fallen. Diese Prognose basiert auf der Analyse der bisherigen Preisbewegungen und der aktuellen technischen Indikatoren.
Ein weiterer Ansatz, der von den Analysten verwendet wird, deutet auf ein Zielniveau von 3.605 US-Dollar hin, während die hälftige Fibonacci-Korrektur der gesamten vorherigen Aufwärtsbewegung bei etwa 3.702 US-Dollar liegt. Diese Werte sind entscheidend, da sie als zentrale Zielmarken für einen tieferen Rückgang betrachtet werden.
Empfehlungen für Anleger
- Aktueller Goldpreis: 4.149 US-Dollar
- Möglicher Rückgang auf 3.315 US-Dollar
- Frühere Bärenmärkte seit 1970: Rückgang um mindestens 50 Prozent
Trotz der alarmierenden Warnsignale rät die Bank of America von einem vollständigen Rückzug aus Gold ab. Stattdessen empfehlen die Analysten einen gestaffelten Einstieg. Dies bedeutet, dass Anleger moderate Käufe unterhalb von 4.000 US-Dollar in Betracht ziehen sollten, gefolgt von einem Ausbau der Position zwischen 3.700 und 3.600 US-Dollar. Die vollständige Allokation sollte erst im Bereich von 3.450 bis 3.250 US-Dollar erfolgen.
Diese Strategie ermöglicht es Anlegern, von möglichen Preisrückgängen zu profitieren, während sie gleichzeitig das Risiko eines vollständigen Ausstiegs minimieren. In einem volatilen Marktumfeld, in dem Unsicherheiten über Inflation und Zinsen bestehen, könnte dies eine sinnvolle Vorgehensweise sein.
Die Rolle von Inflation und Zinsen
Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, einschließlich steigender Inflation und Zinsen, haben einen direkten Einfluss auf den Goldpreis. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und Inflation. Wenn die Inflation steigt, neigen Anleger dazu, in Gold zu investieren, um ihr Vermögen zu schützen. Allerdings können steigende Zinsen die Attraktivität von Gold verringern, da Anleihen und andere zinstragende Anlagen an Attraktivität gewinnen.
Die Bank of America beobachtet diese Entwicklungen genau und warnt, dass die Kombination aus steigenden Zinsen und einer möglichen wirtschaftlichen Abkühlung den Goldpreis unter Druck setzen könnte. Anleger sollten daher die makroökonomischen Indikatoren im Auge behalten und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Fazit

Die Warnungen der Bank of America bezüglich des Goldpreises sind ein ernstzunehmendes Signal für Anleger. Mit der Identifizierung mehrerer technischer Warnsignale und der historischen Analyse von Bärenmärkten könnte der Goldpreis vor einem signifikanten Rückgang stehen. Anleger sollten die Empfehlungen der Bank in Betracht ziehen und ihre Strategien entsprechend anpassen, um potenzielle Verluste zu minimieren und Chancen zu nutzen.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Warnsignale für den Goldpreis?
Wie hoch könnte der Goldpreis fallen?
Was rät die Bank of America Anlegern?
Welche historischen Parallelen zieht die Bank of America?
Wie lange dauert die aktuelle Korrektur beim Goldpreis?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Goldpreis und Marktanalysen · Foto: Pixabay / Pexels


