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Günstige Häuser gibt’s fast nur noch auf dem Land

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.08.2026

Eine aktuelle Studie des IW Köln zeigt, dass günstige Einfamilienhäuser in Deutschland fast ausschließlich in ländlichen Regionen zu finden sind. Die Erschwinglichkeit wird zunehmend zum Problem für viele Haushalte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Günstige Häuser sind fast nur noch auf dem Land verfügbar.
  • Ebersberg und Garmisch-Partenkirchen zählen zu den teuersten Regionen.
  • Finanzierungskosten übersteigen oft 40% des Nettoeinkommens.

Eine aktuelle Studie des IW Köln hat ergeben, dass günstige Einfamilienhäuser in Deutschland fast ausschließlich in ländlichen Regionen zu finden sind. Diese Erkenntnis ist besonders relevant für Käufer, die auf der Suche nach erschwinglichem Wohnraum sind, während die Preise in städtischen Gebieten weiterhin steigen. Die Studie zeigt, dass weniger als die Hälfte der Musterhaushalte in Kommunen mit leistbaren Preisen lebt, was die Herausforderungen für viele Familien verdeutlicht.

Günstige Häuser in ländlichen Regionen
Symbolbild: Günstige Häuser in ländlichen Regionen · Foto: Incze Sándor Zoltán / Pexels

Die IW-Studie hat die Preise für Einfamilienhäuser in 400 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Erschwinglichkeit von Immobilien stark variiert. In ländlichen Gebieten, wie im Saarland, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt, müssen Käufer im Durchschnitt nur etwa ein Viertel ihres Nettoeinkommens für die monatliche Rate eines Immobilienkredits aufbringen. Im Gegensatz dazu müssen Käufer in städtischen Regionen, insbesondere in Berlin, Bayern und Hamburg, oft bis zu 40% oder mehr ihres Einkommens für die Finanzierung aufwenden.

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Die Studie zeigt auch, dass der bundesweite Durchschnittswert für die Erschwinglichkeit bei 103 liegt. Dies bedeutet, dass viele Haushalte bereits über die als tragbar geltende Grenze von 35% des Nettoeinkommens hinausgehen. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Regionen wie Ebersberg, wo die Monatsrate mehr als die Hälfte (54%) des Monatseinkommens beträgt. Diese Werte liegen weit jenseits der marktüblichen Tragbarkeitsgrenze und schließen den Erwerb eines Einfamilienhauses für viele Haushalte rechnerisch aus.

Die teuersten Regionen für Immobilienkäufer

Die teuersten Kommunen in Deutschland sind nahezu vollständig im süddeutschen Raum zu finden. Besonders hervorzuheben ist der Kreis Garmisch-Partenkirchen, wo Käufer sogar zwei Drittel ihres Nettoeinkommens für die Monatsrate aufbringen müssen. Diese extremen Werte verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen viele potenzielle Käufer stehen, die sich ein Eigenheim in diesen begehrten Lagen wünschen.

Die Top Ten der teuersten Regionen werden von München und den umliegenden Landkreisen dominiert. Diese Städte sind nicht nur aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke, sondern auch wegen ihrer hohen Lebensqualität und der damit verbundenen Nachfrage nach Wohnraum besonders attraktiv. Die IW-Studie zeigt, dass die Erschwinglichkeit in diesen Regionen stark eingeschränkt ist, was viele Käufer dazu zwingt, nach Alternativen in ländlicheren Gebieten zu suchen.

Finanzierung und Zinsen: Ein kritischer Faktor

Fakten auf einen Blick

  • 45% der Musterhaushalte leben in Regionen mit leistbaren Preisen.
  • Indexwert für Erschwinglichkeit liegt bundesweit bei 103.
  • Ebersberg: 54% des Monatseinkommens für die Monatsrate.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Erschwinglichkeit von Immobilien beeinflusst, sind die aktuellen Zinsen. Steigende Zinsen führen zu höheren Finanzierungskosten, was die monatlichen Raten für Immobilienkäufer weiter erhöht. In Kombination mit der Inflation, die ebenfalls die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt, wird der Traum vom Eigenheim für viele Menschen zunehmend unerreichbar.

Die IW-Studie prognostiziert, dass sich die Finanzierungskonditionen in naher Zukunft nicht wesentlich verbessern werden. Dies bedeutet, dass Käufer, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind, sich auf anhaltend hohe Kosten einstellen müssen. Die Kombination aus steigenden Zinsen und einer hohen Inflation könnte dazu führen, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach erschwinglichem Wohnraum in ländliche Regionen abwandern.

Die Rolle der Erbschaften und Vermögen

Ein weiterer Faktor, der die Immobilienpreise beeinflusst, ist die Rolle von Erbschaften und Vermögen. In vielen der teuersten Regionen, wie Ebersberg und Potsdam, sind es oft wohlhabende Käufer, die durch Erbschaften oder andere Vermögenswerte in der Lage sind, die hohen Preise zu zahlen. Dies führt zu einer weiteren Verdrängung von durchschnittlichen Haushalten, die sich die hohen Preise nicht leisten können.

Die IW-Studie hebt hervor, dass in vielen dieser Regionen das Einkommen allein nicht ausreicht, um ein Einfamilienhaus zu erwerben. Dies verstärkt die Ungleichheit auf dem Immobilienmarkt und führt dazu, dass immer mehr Menschen in ländliche Gebiete abwandern, wo die Preise noch erschwinglich sind.

Fazit: Wohin geht die Reise auf dem Immobilienmarkt?

Günstige Häuser in ländlichen Regionen
Symbolbild: Günstige Häuser in ländlichen Regionen · Foto: Magda Ehlers / Pexels

Die Ergebnisse der IW-Studie verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen viele potenzielle Immobilienkäufer stehen. Günstige Häuser sind fast ausschließlich in ländlichen Regionen zu finden, während die Preise in städtischen Gebieten weiterhin steigen. Die Kombination aus hohen Finanzierungskosten, steigenden Zinsen und der Rolle von Vermögen und Erbschaften führt dazu, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, nach Alternativen in weniger gefragten Regionen zu suchen. Die Zukunft des Immobilienmarktes bleibt ungewiss, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Häufige Fragen

Warum sind günstige Häuser nur noch auf dem Land verfügbar?
Die IW-Studie zeigt, dass in städtischen Gebieten die Preise für Einfamilienhäuser stark gestiegen sind, während ländliche Regionen noch erschwingliche Optionen bieten.
Was sind die teuersten Regionen für Immobilien in Deutschland?
Zu den teuersten Regionen zählen München und das Umland, wo die Finanzierungskosten oft über 40% des Nettoeinkommens betragen.
Wie wird die Erschwinglichkeit von Immobilien gemessen?
Die Erschwinglichkeit wird anhand eines Indexwerts gemessen, wobei ein Wert von 100 als tragbar gilt. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 103.
Welche Bundesländer bieten die günstigsten Immobilien?
Laut der IW-Studie sind die günstigsten Immobilien in den Bundesländern Saarland, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zu finden.
Wie beeinflussen Zinsen und Inflation den Immobilienmarkt?
Steigende Zinsen und Inflation erhöhen die Finanzierungskosten, was die Erschwinglichkeit von Immobilien weiter verschärft.

Quellen: Google News

Symbolbild: Günstige Häuser in ländlichen Regionen · Foto: Thirdman / Pexels

Markus Brandt
Markus Brandt
Markus Brandt verfolgt die Entwicklungen rund um Digitalisierung, Fintech und Kryptowährungen. Er ordnet neue Trends ein und erklärt, was hinter aktuellen Schlagworten wirklich steckt – mit einem gesunden Maß an Skepsis. Sein Anspruch ist es, Chancen und Risiken gleichermaßen darzustellen, statt einseitig zu begeistern oder zu warnen.
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