⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.06.2026
Der Traum vom Eigenheim wird für viele Deutsche zunehmend unerreichbar. Der Hauptgrund: fehlendes Eigenkapital, das jetzt wichtiger ist als je zuvor.
- Eigenkapital ist entscheidend für die Immobilienfinanzierung.
- Steigende Immobilienpreise und Zinsen verschärfen die Situation.
- Politische Maßnahmen sind nötig, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern.
Der Traum vom Eigenheim wird für viele Menschen in Deutschland zunehmend unerreichbar. Der Hauptgrund dafür ist das fehlende Eigenkapital, das für die Finanzierung eines Hauses oder einer Wohnung unerlässlich ist. Laut dem aktuellen LBS|empirica-Erschwinglichkeitsbarometer 2026 haben nur 5,7 Prozent der Mieterhaushalte im Alter von 30 bis 44 Jahren ausreichend Eigenkapital, um sich den Erwerb einer Immobilie zu leisten. Dies stellt einen drastischen Rückgang im Vergleich zu vor 15 Jahren dar, als noch fast 10 Prozent der Haushalte in dieser Altersgruppe über die nötigen Ersparnisse verfügten.
Was ist Eigenkapital und warum ist es wichtig?

Eigenkapital bezeichnet alle finanziellen Mittel, die nicht von einer Bank stammen, sondern aus dem eigenen Vermögen des Käufers. Es ist der entscheidende Faktor für die Immobilienfinanzierung, da ein hoher Eigenkapitalanteil das Ausfallrisiko für Kreditinstitute senkt und zu günstigeren Zinsen führt. In der aktuellen Marktsituation, in der die Zinsen für Baukredite seit der Zinswende 2022 über 3 Prozent liegen, ist ein ausreichendes Eigenkapital besonders wichtig, um die Finanzierungskosten zu minimieren.
Ein typischer Eigenkapitalbedarf für den Kauf einer Immobilie liegt bei etwa 20 Prozent des Kaufpreises, zusätzlich zu den Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklergebühren. Aktuell beläuft sich der durchschnittliche Eigenkapitalbedarf auf etwa 131.000 Euro, was im Vergleich zu 57.000 Euro im Jahr 2010 eine erhebliche Steigerung darstellt.
Die Auswirkungen steigender Immobilienpreise
Die Immobilienpreise in Deutschland sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, was die Situation für potenzielle Käufer weiter verschärft. Die Kombination aus hohen Kaufpreisen und gestiegenen Zinsen hat dazu geführt, dass viele junge Haushalte trotz eines ausreichenden Einkommens nicht in der Lage sind, die erforderlichen Ersparnisse anzusparen. Diese Entwicklung hat die Wohneigentumsquote in Deutschland auf rund 47 Prozent gedrückt, was im europäischen Vergleich zu den niedrigsten Quoten gehört.
Die Hauptursache für die Schwierigkeiten beim Erwerb von Wohneigentum ist das fehlende Eigenkapital. Während die Einkommen in vielen Fällen relativ dynamisch ansteigen, kann die Eigenkapitalbildung mit den Preissteigerungen am Immobilienmarkt nicht Schritt halten. Dies bleibt ein zentrales Hindernis auf dem Weg zum Wohneigentum.
Politische Maßnahmen zur Verbesserung der Situation
- Eigenkapitalbedarf: Durchschnittlich 131.000 Euro
- Nur 5,7% der Mieterhaushalte haben ausreichend Eigenkapital
- Zinsen für Baukredite über 3% seit 2022
Um die Situation für angehende Immobilienkäufer zu verbessern, sind politische Maßnahmen erforderlich. Experten empfehlen, die Erwerbsnebenkosten zu senken, insbesondere die Grunderwerbsteuer, um den Einstieg in den Immobilienmarkt zu erleichtern. Eine spürbare Reduktion der Steuer für angehende Selbstnutzer, die erstmals eine Immobilie kaufen, könnte viele Haushalte entlasten.
Zusätzlich sollte der Staat die Eigenkapitalbildung durch Förderprogramme ankurbeln. Eine Anhebung der Einkommensgrenzen und der maximalen Förderbeträge bei der Wohnungsbauprämie sowie höhere Fördersätze könnten dazu beitragen, dass mehr junge Haushalte die Eigenkapitalhürde überwinden und sich den Traum vom Eigenheim erfüllen können.
Die Rolle der Banken und Kreditinstitute
Die Banken und Kreditinstitute spielen eine entscheidende Rolle bei der Immobilienfinanzierung. Ein hoher Anteil an Eigenmitteln senkt aus Sicht der Kreditinstitute das Ausfallrisiko und führt zu signifikant günstigeren Sollzinsen. Neben Ersparnissen können auch Eigenleistungen am Bau, unbelastete Grundstücke oder staatliche Förderungen als vollwertiges Eigenkapital in die Finanzierung einfließen.
Eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital ist grundsätzlich möglich, jedoch mit höheren Zinsen und strengeren Vergabeauflagen verbunden. Daher ist es für Käufer ratsam, möglichst viel Eigenkapital einzubringen, um die Finanzierung solide zu gestalten und von besseren Konditionen zu profitieren.
Fazit: Eigenkapital als Schlüssel zum Erfolg

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eigenkapital beim Hauskauf 2024 wichtiger denn je ist. Die Kombination aus steigenden Immobilienpreisen und hohen Zinsen macht es für viele potenzielle Käufer schwierig, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Um die Situation zu verbessern, sind umfassende politische Maßnahmen erforderlich, die sowohl die Eigenkapitalbildung als auch die Erwerbsnebenkosten berücksichtigen. Nur so kann der Zugang zu Wohneigentum für junge Menschen in Deutschland nachhaltig gesichert werden.
Häufige Fragen
Warum ist Eigenkapital beim Hauskauf so wichtig?
Wie hoch sollte das Eigenkapital beim Hauskauf sein?
Was sind die aktuellen Zinsen für Baukredite?
Wie hat sich die Eigenkapitalquote in den letzten Jahren verändert?
Welche politischen Maßnahmen könnten helfen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Eigenkapital: Schlüssel zum Hauskauf · Foto: Karolina K / Pexels


