⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.09.2026
Das Hausprojekt EmZwo in Göttingen hat bereits 300.000 Euro gesammelt, um das Haus in der Mühlenstraße 2 zu kaufen und damit bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
- EmZwo sichert bezahlbaren Wohnraum
- 300.000 Euro für Hauskauf gesammelt
- Selbstverwaltetes Wohnprojekt nach Mietshäuser Syndikat
Das Hausprojekt EmZwo in Göttingen hat in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht. Die engagierte Hausgemeinschaft hat bereits 300.000 Euro gesammelt, um das Haus in der Mühlenstraße 2 zu kaufen. Dieses Projekt zielt darauf ab, bezahlbaren Wohnraum zu sichern und die Selbstverwaltung der Bewohner zu fördern. In Zeiten steigender Mieten und einer angespannten Wohnsituation in vielen Städten ist das EmZwo-Projekt ein bemerkenswerter Schritt in Richtung einer solidarischen Wohnform.
Was ist das Hausprojekt EmZwo?

Das Hausprojekt EmZwo ist eine Initiative von Mietern in Göttingen, die sich zusammengeschlossen haben, um ihr Zuhause zu kaufen und damit die Kontrolle über ihre Wohnsituation zu behalten. Das Projekt orientiert sich am Mietshäuser Syndikat, einem Modell, das darauf abzielt, Immobilien unverkäuflich zu machen und somit der Spekulation zu entziehen. Die Bewohner:innen verwalten das Haus selbst und entscheiden über die Belange ihrer Gemeinschaft.
Durch den Kauf des Hauses in der Mühlenstraße 2 möchten die Mieter sicherstellen, dass sie auch in Zukunft in ihrem Viertel wohnen bleiben können. Dies ist besonders wichtig, da in vielen Städten immer mehr Immobilien in die Hände von Investoren fallen, die oft nur auf Profit aus sind. Das EmZwo-Projekt stellt somit einen wichtigen Schritt dar, um die Nachbarschaft zu stärken und bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Finanzierung des Projekts
Die Finanzierung des Hauskaufs erfolgt über Direktkredite, die von Unterstützern bereitgestellt werden. Diese Kredite ermöglichen es den Mietern, das benötigte Eigenkapital für den Bankkredit aufzubringen. Bisher wurden bereits 300.000 Euro von einem Gesamtziel von 400.000 Euro erreicht, was bedeutet, dass die Gemeinschaft bereits 75% ihres Finanzierungsziels erreicht hat.
Ein Direktkredit ist eine Form der Finanzierung, bei der Unterstützer direkt an die zukünftige Unser Haus im Viertel GmbH einen Geldbetrag leihen, ohne dass eine Bank involviert ist. Die Konditionen sind klar geregelt, und die Rückzahlung erfolgt aus den Mieteinnahmen nach dem Kauf des Hauses. Dies ermöglicht eine nachhaltige Finanzierung, die nicht von den Schwankungen des Immobilienmarktes abhängig ist.
Die Bedeutung des Projekts für die Gemeinschaft
- Gesammelte Summe: 300.000 Euro
- Ort: Mühlenstraße 2, Göttingen
- Projektstart: 2026
- Modell: Mietshäuser Syndikat
- Ziel: Bezahlbarer Wohnraum
Das EmZwo-Projekt hat nicht nur finanzielle, sondern auch soziale Dimensionen. Es fördert die Gemeinschaft und das nachbarschaftliche Zusammenleben. Die Bewohner:innen der Mühlenstraße 2 haben bereits eine starke Hausgemeinschaft gebildet, die aus Familien und Wohngemeinschaften besteht. Diese Gemeinschaft möchte das erste Nachbarschaftshaus im Viertel schaffen, in dem solidarisches Wohnen im Vordergrund steht.
In einer Zeit, in der viele Menschen unter den steigenden Lebenshaltungskosten leiden, bietet das EmZwo-Projekt eine Lösung, die auf Solidarität und Gemeinschaft basiert. Die Bewohner:innen sind motiviert, ihre Lebensbedingungen aktiv zu gestalten und sich für eine lebenswerte Nachbarschaft einzusetzen.
Herausforderungen und Risiken
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch Herausforderungen, die das Projekt bewältigen muss. Die Finanzierung über Direktkredite birgt Risiken, da diese nachrangig gegenüber Bankkrediten sind. Im Falle einer Insolvenz würden die Direktkreditgeber:innen erst nach der Bank ihr Geld zurückerhalten. Daher ist es wichtig, dass die Gemeinschaft einen soliden Finanzplan hat und die Mieteinnahmen ausreichend sind, um die Kredite zu tilgen.
Die Bewohner:innen sind sich dieser Risiken bewusst und arbeiten aktiv daran, ihre finanzielle Situation zu stabilisieren. Sie haben bereits die Hälfte der benötigten Kredite eingeworben und sind optimistisch, dass sie das Projekt erfolgreich umsetzen können. Die Gemeinschaft plant regelmäßige Treffen, um den Fortschritt zu besprechen und die nächsten Schritte zu koordinieren.
Ausblick auf die Zukunft
Das EmZwo-Projekt ist ein Beispiel für innovative Ansätze im Wohnungsbau, die in Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen besonders relevant sind. Die Idee, Immobilien in die Hände der Bewohner zu legen, könnte als Modell für andere Städte dienen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. In einer Zeit, in der viele Menschen nach bezahlbarem Wohnraum suchen, könnte das EmZwo-Projekt eine wichtige Rolle spielen.
Die Bewohner:innen sind entschlossen, ihr Ziel zu erreichen und die Mühlenstraße 2 zu kaufen. Sie laden alle Interessierten ein, sich an ihrem Projekt zu beteiligen und die Idee des solidarischen Wohnens zu unterstützen. Mit jedem weiteren Direktkredit kommen sie ihrem Ziel näher und zeigen, dass gemeinschaftliches Wohnen auch in der heutigen Zeit möglich ist.
Fazit

Das Hausprojekt EmZwo in Göttingen ist ein vielversprechendes Beispiel für gemeinschaftliches Wohnen und die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum. Mit bereits 300.000 Euro gesammeltem Kapital und einem klaren Plan zur Selbstverwaltung zeigt die Gemeinschaft, dass es möglich ist, den Herausforderungen des Wohnungsmarktes aktiv zu begegnen. Das Projekt könnte nicht nur für Göttingen, sondern auch für andere Städte als Vorbild dienen.
Häufige Fragen
Was ist das Hausprojekt EmZwo?
Wie viel Geld wurde bisher gesammelt?
Was ist das Mietshäuser Syndikat?
Wie funktioniert die Finanzierung des Projekts?
Wann wurde das Projekt gestartet?
Quellen: Google News
Symbolbild: Hausprojekt EmZwo in Göttingen · Foto: Charl Durand / Pexels


