⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 28.08.2026
Die steigenden Gebäudewerte eröffnen Vermietern und Investoren neue Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung durch höhere Abschreibungen.
- Höhere Gebäudewerte führen zu höheren AfA-Sätzen.
- Steuerliche Absetzbarkeit verbessert die Liquidität.
- Neue Regelungen erleichtern den Nachweis kürzerer Nutzungsdauern.
Die Immobilienbranche erlebt derzeit einen signifikanten Wandel, der durch steigende Gebäudewerte und die damit verbundenen Möglichkeiten zur steuerlichen Optimierung geprägt ist. Vermieter und Investoren können von höheren Abschreibungen (AfA) profitieren, was nicht nur ihre Steuerlast verringert, sondern auch ihre Liquidität verbessert. In diesem Artikel beleuchten wir die aktuellen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.
Was ist die Absetzung für Abnutzung (AfA)?

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) ist ein zentraler steuerlicher Aspekt für Immobilienbesitzer. Sie ermöglicht es, die Anschaffungskosten einer Immobilie über deren wirtschaftliche Nutzungsdauer steuerlich abzusetzen. Dies führt zu einer Minderung der steuerpflichtigen Einkünfte aus Vermietung und kann somit die Steuerlast erheblich reduzieren. In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist die AfA besonders relevant, da sie eine Möglichkeit bietet, die finanzielle Belastung durch Steuern zu verringern.
Wie beeinflussen höhere Gebäudewerte die AfA?
Ein höherer Gebäudewert hat direkte Auswirkungen auf die Höhe der AfA. Je höher der Wert des Gebäudes, desto mehr kann jährlich abgeschrieben werden. Diese Regelung ist besonders vorteilhaft für Vermieter, die ihre Immobilien als Einkommensquelle nutzen. Seit 2023 beträgt der lineare AfA-Satz für Neubauten 3 Prozent, während die degressive AfA für Wohngebäude auf 5 Prozent zurückgekehrt ist. Diese Änderungen bieten Vermietern und Investoren neue Möglichkeiten zur Steueroptimierung.
Steuerliche Vorteile und Liquiditätsverbesserung
Die Möglichkeit, eine höhere AfA zu nutzen, ist besonders relevant in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist. Vermieter können durch die Optimierung ihrer steuerlichen Situation ihre Rendite steigern und sich besser gegen wirtschaftliche Unsicherheiten absichern. Die steuerliche Absetzbarkeit der AfA wirkt sich somit positiv auf die Gesamtrentabilität von Immobilieninvestitionen aus. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einem Gebäudewert von 400.000 Euro kann die jährliche AfA durch eine kürzere Restnutzungsdauer von 2 Prozent auf 4 Prozent verdoppelt werden, was eine Erhöhung der Abschreibung von 8.000 Euro auf 16.000 Euro jährlich bedeutet.
Neue Regelungen und deren Auswirkungen
- AfA-Satz für Neubauten: 3 Prozent seit 2023
- Degressive AfA für Wohngebäude: 5 Prozent seit 2023
- Erhöhung der AfA durch kürzere Restnutzungsdauer möglich
Die steuerlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Insbesondere die Aufhebung strenger Nachweisanforderungen für kürzere Nutzungsdauern hat es Vermietern erleichtert, eine höhere AfA zu beantragen. Ein Gutachten zur Restnutzungsdauer ist nun nicht mehr zwingend von öffentlich bestellten oder nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Sachverständigen zu erstellen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Eigentümer, die ihre steuerliche Situation verbessern möchten.
Strategische Planung zur Maximierung der AfA
Die Kombination aus höheren Gebäudewerten und der Möglichkeit, die AfA zu erhöhen, bietet Vermietern und Investoren zahlreiche Chancen. Eine strategische Planung und Analyse der eigenen Immobilien kann dazu führen, dass die steuerlichen Vorteile maximiert werden. Insbesondere bei Bestandsimmobilien, die vor 2000 gebaut wurden, lohnt sich eine erneute Prüfung der AfA-Möglichkeiten, da die Nachweisanforderungen gesenkt wurden. Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs unterstützt diese Entwicklung, indem sie besagt, dass Steuerpflichtige jede sachverständige Methode nutzen dürfen, die im Einzelfall geeignet erscheint.
Risiken und Herausforderungen bei der AfA-Nutzung
Trotz der vielen Chancen, die sich aus höheren Gebäudewerten und einer erhöhten AfA ergeben, gibt es auch Risiken, die Vermieter und Investoren beachten sollten. Eine höhere AfA führt nicht automatisch zu einem höheren Kaufpreis oder einer längeren technischen Lebensdauer des Gebäudes. Bei einem späteren Verkauf kann ein niedrigerer steuerlicher Buchwert die steuerliche Veräußerungsrechnung beeinflussen. Eigentümer, die bereits Verluste aus Vermietung erzielt haben, sollten zudem prüfen, ob die Mehr-AfA sofort steuerwirksam wird oder ob persönliche Verlustverrechnungsregeln den Nutzen begrenzen.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen im Immobilienmarkt zeigen, dass höhere Gebäudewerte zu einer Erhöhung der Abschreibungsmöglichkeiten führen können. Vermieter und Investoren sollten die neuen Regelungen und Chancen nutzen, um ihre steuerliche Situation zu optimieren. Eine strategische Planung und Analyse der eigenen Immobilien kann dazu beitragen, die Vorteile der AfA voll auszuschöpfen und die Rentabilität von Immobilieninvestitionen zu steigern. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist, ist dies ein wichtiger Schritt zur Sicherung der finanziellen Zukunft.
Häufige Fragen
Was ist die Absetzung für Abnutzung (AfA)?
Wie beeinflussen höhere Gebäudewerte die AfA?
Welche neuen Regelungen gibt es für die AfA?
Wie kann ich von der höheren AfA profitieren?
Gibt es Risiken bei der Nutzung einer höheren AfA?
Quellen: Google News
Symbolbild: Chancen durch höhere AfA für Vermieter · Foto: Phát Trương / Pexels


