⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026
Die Immobilienpreise in Deutschland werden 2026 voraussichtlich um 3% steigen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), die die anhaltende Knappheit an Wohnraum als Hauptursache identifiziert.
- Immobilienpreise steigen 2026 um 3%
- Neubau deckt nur 58% des Bedarfs
- Kaufnebenkosten müssen gesenkt werden
- Preise steigen schneller als Einkommen
- Wachsender Druck auf junge Käufer
Die Immobilienpreise in Deutschland stehen vor einer weiteren Erhöhung im Jahr 2026. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wird ein Anstieg von etwa 3% prognostiziert. Diese Entwicklung ist vor allem auf die anhaltende Knappheit an Wohnraum zurückzuführen, die durch einen stockenden Neubau verstärkt wird. Der BVR weist darauf hin, dass der tatsächliche Wohnraumbedarf nur zu 58% gedeckt wird, was die Preise weiter unter Druck setzt.
Aktuelle Marktentwicklung und Prognosen

Die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt bleibt angespannt. Der BVR berichtet, dass die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum zwischen 2018 und 2025 um 7% stärker gestiegen sind als die verfügbaren Einkommen. Dies hat zur Folge, dass der Erwerb von Wohneigentum für viele junge Haushalte zunehmend schwer erreichbar ist. Oftmals bleibt der Kauf nur mit Unterstützung durch Erbschaften oder familiäre Hilfe realisierbar.
Besonders in wirtschaftlich starken Regionen wie Süddeutschland und im Berliner Umland sind die Immobilienpreise schneller gestiegen als die Einkommen. In diesen Gebieten ist der Druck auf Käufer besonders hoch, während in strukturschwächeren Regionen Ostdeutschlands die Einkommen stärker gestiegen sind als die Immobilienpreise.
Einfluss der Kaufnebenkosten
Ein zentraler Punkt in der Diskussion um die Erschwinglichkeit von Wohneigentum sind die Kaufnebenkosten. Der BVR fordert eine Senkung dieser Kosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer. Vorschläge umfassen die Einführung eines Freibetrags oder einen reduzierten Steuersatz für selbstgenutztes Wohneigentum. Diese Maßnahmen könnten insbesondere jungen Familien den Zugang zum Immobilienmarkt erleichtern.
Die hohen Kaufnebenkosten stellen eine erhebliche Hürde für viele Käufer dar. In Kombination mit den steigenden Preisen und den hohen Finanzierungskosten wird der Erwerb von Immobilien für viele Haushalte zur Herausforderung. Die Bundesregierung hat bereits erste Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus eingeleitet, doch die Umsetzung dieser Reformen bleibt entscheidend.
Finanzierung und Zinsen
- Prognose: Immobilienpreise steigen 2026 um 3%
- Neubau deckt nur 58% des Wohnraumbedarfs
- Kaufnebenkosten müssen gesenkt werden
Die Finanzierung von Immobilien wird durch die aktuellen Zinsentwicklungen beeinflusst. Die Bauzinsen haben sich von ihrem Tiefstand bei rund 3,15% in Richtung 4% bewegt. Diese Entwicklung könnte die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen und die Nachfrage nach Immobilien dämpfen. Der BVR sieht jedoch keinen Anzeichen einer Überhitzung des Marktes, da die Banken über eine solide Kapitalausstattung und hohe Kreditstandards verfügen.
Die steigenden Zinsen könnten auch Auswirkungen auf die Inflation haben, was wiederum die Zentralbanken dazu veranlassen könnte, die Zinsen weiter zu erhöhen. Dies könnte sich negativ auf die Aktienmärkte auswirken, da höhere Zinsen die Kreditkosten für Unternehmen erhöhen und somit deren Gewinnmargen belasten.
Regionale Unterschiede auf dem Immobilienmarkt
Die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt zeigt regionale Unterschiede. Während in den großen Metropolen wie Hamburg und München die Preise weiter steigen, gibt es in ländlichen Regionen teilweise Rückgänge. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Preise für Bestandswohnungen um 1,0%, was einen Anstieg von 3,9% im Jahresvergleich darstellt. In den TOP-7-Metropolen fiel der Preisanstieg jedoch geringer aus, was auf eine unterschiedliche Nachfrage in städtischen und ländlichen Gebieten hinweist.
Die Nachfrage nach Neubauwohnungen bleibt aufgrund des begrenzten Angebots hoch. Im Jahr 2025 wurden lediglich rund 206.600 neue Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 18% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung verstärkt den Druck auf den Markt und könnte die Preise weiter ansteigen lassen.
Ausblick auf die kommenden Jahre
Die BVR-Studie deutet darauf hin, dass sich der deutsche Wohnimmobilienmarkt im Jahr 2026 weiter stabilisieren könnte, jedoch bleibt die Erschwinglichkeit von Wohneigentum eine der größten Herausforderungen. Die Umsetzung der angekündigten Reformen im Wohnungsbau sowie Entlastungen bei Steuern und Finanzierung sind entscheidend für die zukünftige Entwicklung des Marktes.
Die wachsende Lücke zwischen Immobilienpreisen und Einkommen könnte langfristig zu einer weiteren Verknappung des Angebots führen, was die Preise weiter stützen würde. Käufer sollten sich daher frühzeitig über mögliche Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten informieren, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienpreise in Deutschland im Jahr 2026 voraussichtlich um 3% steigen werden, bedingt durch ein weiterhin knappes Angebot und steigende Nachfrage. Die Herausforderungen für Käufer, insbesondere junge Familien, bleiben jedoch erheblich. Eine Senkung der Kaufnebenkosten und die Umsetzung von Reformen im Wohnungsbau sind dringend erforderlich, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern und die Marktbedingungen zu verbessern.
Häufige Fragen
Wie hoch werden die Immobilienpreise 2026 steigen?
Warum steigen die Immobilienpreise?
Was sind die Kaufnebenkosten?
Wie beeinflussen Zinsen die Immobilienpreise?
Was können Käufer tun, um Wohneigentum zu erwerben?
Quellen: Google News
Symbolbild: Prognosen für Immobilienpreise 2026 · Foto: Phát Trương / Pexels


