⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026
Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen bleibt bestehen, wird jedoch von 20 auf 15 Prozent gesenkt. Dies ist eine wichtige Nachricht für die Bau- und Handwerksbranche sowie für private Haushalte.
- Steuerbonus bleibt erhalten
- Reduzierung von 20% auf 15%
- Maximale Steuerentlastung sinkt auf 900 Euro
Am 2. Juli 2026 haben sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket geeinigt, das den Steuerbonus für Handwerkerleistungen betrifft. Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung für die Bau- und Handwerksbranche sowie für private Haushalte, die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten planen. Der Steuerbonus bleibt zwar erhalten, wird jedoch von 20% auf 15% der Arbeitskosten gesenkt. Dies bedeutet, dass die maximale Steuerentlastung von 1.200 Euro auf 900 Euro pro Jahr reduziert wird.
Was ist der Steuerbonus für Handwerkerleistungen?

Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen ist eine steuerliche Förderung, die es Privatkunden ermöglicht, einen Teil der Kosten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen steuerlich abzusetzen. Bisher konnten 20% der Arbeitskosten bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden, was eine maximale Steuerentlastung von 1.200 Euro ermöglichte. Mit der neuen Regelung wird dieser Satz auf 15% gesenkt, was die maximale Entlastung auf 900 Euro pro Jahr reduziert.
Diese Maßnahme ist besonders relevant für Haushalte, die in die Instandhaltung und Verbesserung ihrer Immobilien investieren möchten. Der Erhalt des Steuerbonus wird von vielen als ein wichtiger Anreiz angesehen, um legale Beschäftigung zu fördern und Schwarzarbeit zu vermeiden. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, bezeichnete die Einigung als „vertretbaren Kompromiss“ und betonte die Bedeutung des Bonus für die Branche.
Details zur neuen Regelung
Die neue Regelung sieht vor, dass nur die Arbeitskosten absetzbar sind, nicht jedoch die Materialkosten. Dies bedeutet, dass Privatkunden darauf achten müssen, dass die Zahlungen für die Handwerkerleistungen per Banküberweisung erfolgen, da Barzahlungen nicht für den Steuerbonus berücksichtigt werden. Die Obergrenze für die anrechenbaren Arbeitskosten bleibt bei 6.000 Euro jährlich, jedoch wird die prozentuale Absetzbarkeit auf 15% gesenkt.
Die Änderungen treten frühestens am 1. Januar 2027 in Kraft, vorausgesetzt, die entsprechenden Gesetze werden vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Diese Frist gibt den Haushalten die Möglichkeit, ihre Renovierungsprojekte noch in diesem Jahr abzuschließen, um von der höheren Absetzbarkeit von 20% zu profitieren.
Wirtschaftliche Auswirkungen des Steuerbonus
- Steuerbonus: 15% der Arbeitskosten
- Höchstbetrag: 6.000 Euro jährlich
- Maximale Steuerentlastung: 900 Euro pro Jahr
Der Steuerbonus hat nicht nur Auswirkungen auf die privaten Haushalte, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Durch die Förderung von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wird die Nachfrage nach Handwerksleistungen angekurbelt, was wiederum positive Effekte auf die Beschäftigung im Handwerk hat. In Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten ist es für viele Haushalte wichtig, finanzielle Entlastungen zu erhalten, um notwendige Investitionen in ihre Immobilien zu tätigen.
Die Reduzierung des Steuerbonus könnte jedoch auch negative Auswirkungen haben. Experten warnen, dass eine geringere Förderung dazu führen könnte, dass mehr Aufträge schwarz vergeben werden, was dem ursprünglichen Ziel des Bonus, die legale Beschäftigung zu fördern, entgegenwirkt. Der ZDH hat sich daher intensiv für den Erhalt des Steuerbonus eingesetzt und betont, dass dieser ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Schwarzarbeit ist.
Der Steuerbonus im Kontext der Inflation
In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die von hoher Inflation geprägt ist, stellt der Steuerbonus für Handwerkerleistungen eine wichtige Unterstützung für viele Haushalte dar. Die Möglichkeit, einen Teil der Renovierungskosten steuerlich abzusetzen, kann dazu beitragen, die finanzielle Belastung zu verringern. Gerade in Zeiten, in denen die Preise für Materialien und Dienstleistungen steigen, ist es für viele Menschen entscheidend, solche Förderungen in Anspruch nehmen zu können.
Die Entscheidung, den Steuerbonus beizubehalten, könnte auch als Signal an die Wirtschaft gewertet werden, dass die Regierung die Bedeutung des Handwerks und der Bauwirtschaft anerkennt. Diese Branchen spielen eine zentrale Rolle in der deutschen Wirtschaft und tragen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Stabilität des Marktes bei.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Steuerbonus für Handwerkerleistungen zwar erhalten bleibt, jedoch mit einer Reduzierung von 20% auf 15% einhergeht. Dies bedeutet eine maximale Steuerentlastung von 900 Euro pro Jahr für Privatkunden. Die Regelung ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung der Handwerksbranche und zur Förderung legaler Beschäftigung. Dennoch müssen die Auswirkungen dieser Kürzung genau beobachtet werden, um sicherzustellen, dass die gewünschten Ziele erreicht werden und die Schwarzarbeit nicht zunimmt.
Häufige Fragen
Was ist der Steuerbonus für Handwerkerleistungen?
Wie hoch ist die maximale Steuerentlastung?
Welche Kosten sind absetzbar?
Wann tritt die Änderung in Kraft?
Warum ist der Steuerbonus wichtig für die Wirtschaft?
Quellen: Google News
Symbolbild: Handwerker bei Renovierungsarbeiten · Foto: Ksenia Chernaya / Pexels


