⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Im zweiten Quartal 2026 zeigen die Immobilienpreise in Deutschland eine bemerkenswerte Stabilität, insbesondere bei Bestandswohnungen, die um 1,0% teurer geworden sind.
- Bestandswohnungen steigen um 1,0% im Q2 2026.
- Neubauwohnungen erreichen wieder Preisniveau von 2022.
- Stabile Bauzinsen fördern die Nachfrage.
Im zweiten Quartal 2026 zeigen die Immobilienpreise in Deutschland eine bemerkenswerte Stabilität, insbesondere im Segment der Bestandswohnungen. Laut dem aktuellen ImmoScout24 WohnBarometer sind die Angebotspreise für Bestandswohnungen um 1,0% gestiegen und liegen nun bei durchschnittlich 2.645 Euro pro Quadratmeter. Dies stellt einen Anstieg von 3,9% im Jahresvergleich dar, was den zweithöchsten Jahrespreisanstieg seit der Zinswende 2022 markiert.
Was geschah im Immobilienmarkt im Q2 2026?

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Angebotspreise für Bestandswohnungen im zweiten Quartal 2026 einen Anstieg von 1,0% verzeichneten. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da sie in einem wirtschaftlichen Umfeld stattfindet, das von Unsicherheiten geprägt ist. Die Bauzinsen haben sich von ihrem Tiefstand bei rund 3,15% in Richtung 4% bewegt, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen könnte. Der Kaufkraftindex zeigt, dass die finanzierbaren Quadratmeter deutlich gesunken sind, was die Nachfrage in den kommenden Monaten beeinflussen könnte.
Die Europäische Zentralbank hat im Juni 2026 den Einlagenzins angehoben, was die Finanzierungskosten weiter erhöhen könnte. Diese Entwicklungen könnten dazu führen, dass die Preisdynamik auf dem Immobilienmarkt in den kommenden Monaten nachlässt, obwohl die Nachfrage nach Immobilien nach wie vor stark bleibt.
Preisentwicklung bei Neubauwohnungen
Die Preise für Neubauwohnungen haben im zweiten Quartal 2026 das Preisniveau von 2022 erreicht. Mit einem Durchschnittspreis von 4.168 Euro pro Quadratmeter zeigen die Neubauwohnungen eine stabilere Preisentwicklung im Vergleich zu Bestandswohnungen. Im Quartalsvergleich steigen die Preise um 0,7%, während sie im Jahresvergleich um 2,3% zulegen. Diese Stabilität im Neubausegment könnte darauf hindeuten, dass die Bauwirtschaft sich allmählich an die aktuellen Marktbedingungen anpasst.
Die Nachfrage nach Neubauwohnungen bleibt aufgrund des begrenzten Angebots hoch, was die Preise stützt. Die Bauwirtschaft steht jedoch vor Herausforderungen, da der Neubaubedarf nur zu etwa 58% gedeckt wird. Im Jahr 2025 entstanden lediglich rund 206.600 neue Wohnungen, ein Rückgang von 18% gegenüber dem Vorjahr.
Stabile Bauzinsen und ihre Auswirkungen
- Anstieg der Angebotspreise für Bestandswohnungen: +1,0%
- Durchschnittspreis für Bestandswohnungen: 2.645 Euro pro Quadratmeter
- Jahresvergleich: +3,9% bei Bestandswohnungen
Die Stabilität des Kaufmarktes ist besonders bemerkenswert, da sie trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten auftritt. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont, dass die stabilen Bauzinsen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Nachfrage spielen. Diese Stabilität ist sowohl in den Metropolen als auch im ländlichen Raum zu beobachten, was auf ein anhaltendes Interesse an Immobilien hinweist.
Die Nachfrage nach Immobilien zeigt sich im ländlichen Raum besonders dynamisch. Im Vergleich zum Vorquartal steigt die Nachfrage in ländlichen Gebieten um 3%, während das Interesse in kreisfreien Städten leicht um 2% zurückgeht. Diese Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Käufer verstärkt nach Immobilien außerhalb der großen Städte suchen, möglicherweise aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten in urbanen Zentren.
Preissteigerungen in den Metropolen
Unter den acht größten deutschen Metropolen verzeichnen Hamburg und München die stärksten Preiszuwächse im zweiten Quartal 2026. Hamburg zeigt einen Anstieg von 0,9% auf 5.400 Euro pro Quadratmeter, während München mit einem Anstieg von 0,7% auf 8.346 Euro pro Quadratmeter folgt. Diese beiden Städte gehören bereits zu den teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands.
Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Kaufpreise in Berlin und Düsseldorf verhaltener, mit einem Anstieg von jeweils 0,3%. Köln hingegen weist mit 5,2% die stärkste Preisentwicklung im Jahresvergleich auf, gefolgt von Leipzig mit 4,7% und Berlin mit 4,6%.
Auswirkungen auf den Finanzmarkt
Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt haben auch Auswirkungen auf den Finanzmarkt. Steigende Immobilienpreise können die Inflation anheizen, was wiederum die Zentralbanken dazu veranlassen könnte, die Zinsen weiter zu erhöhen. Dies könnte sich negativ auf die Aktienmärkte auswirken, da höhere Zinsen die Kreditkosten für Unternehmen erhöhen und somit deren Gewinnmargen belasten.
Darüber hinaus könnte die anhaltende Nachfrage nach Immobilien und die damit verbundenen Preissteigerungen auch das Interesse an alternativen Anlageformen wie Gold und Kryptowährungen beeinflussen. Investoren könnten versuchen, ihr Portfolio zu diversifizieren, um sich gegen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten abzusichern.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienpreise im zweiten Quartal 2026 eine bemerkenswerte Stabilität zeigen, insbesondere bei Bestandswohnungen, die um 1,0% gestiegen sind. Die Nachfrage bleibt stark, unterstützt durch stabile Bauzinsen, während die Preisentwicklung in den Metropolen und ländlichen Regionen unterschiedliche Dynamiken aufweist. Dennoch könnten steigende Finanzierungskosten und eine sinkende Leistbarkeit die zukünftige Preisentwicklung beeinflussen.
Häufige Fragen
Wie haben sich die Immobilienpreise im Q2 2026 entwickelt?
Was sind die Hauptfaktoren für den Anstieg der Immobilienpreise?
Wie entwickeln sich die Preise für Neubauwohnungen?
Welche Städte verzeichnen die höchsten Preissteigerungen?
Wie wirkt sich die Inflation auf den Immobilienmarkt aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktuelle Trends auf dem Immobilienmarkt · Foto: Brett Sayles / Pexels


