⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026
Die Immobilienpreise in Deutschland zeigen 2026 einen klaren Aufwärtstrend, was Käufer vor erhebliche Herausforderungen stellt. Besonders in städtischen Ballungszentren wird der Druck auf den Wohnungsmarkt immer größer.
- Immobilienpreise steigen um 1,4 % im ersten Quartal 2026.
- Besonders betroffen sind Ballungszentren wie München und Berlin.
- Käufer müssen sich auf steigende Kaufnebenkosten einstellen.
Die Immobilienpreise in Deutschland zeigen im Jahr 2026 einen klaren Aufwärtstrend, der Käufer vor erhebliche Herausforderungen stellt. Laut dem Wohnbarometer von ImmoScout24 sind die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser im ersten Quartal 2026 um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Besonders in städtischen Ballungszentren wie München, Berlin und Hamburg ist der Druck auf den Wohnungsmarkt enorm, was die Verhandlungsspielräume für Käufer erheblich einschränkt.
Was sind die Ursachen für den Preisanstieg?

Der Anstieg der Immobilienpreise ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen gibt es eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum, die durch die stagnierenden Bauzinsen weiter angeheizt wird. Diese Zinsen, die seit dem Frühjahr 2026 stabil geblieben sind, fördern das Kaufinteresse an Wohnimmobilien, da sie die Finanzierungskosten für Käufer nicht weiter erhöhen. Im Durchschnitt kosten Bestandswohnungen nun 2645 Euro pro Quadratmeter, während Neubauwohnungen mit 4168 Euro pro Quadratmeter ebenfalls stark im Preis gestiegen sind.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist das unzureichende Angebot an Neubauten. Im Jahr 2025 wurden lediglich 206.600 neue Wohnungen gebaut, was einem Rückgang von 18 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese unzureichende Neubautätigkeit führt dazu, dass die Nachfrage nicht gedeckt werden kann, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Regionale Unterschiede im Immobilienmarkt
Die Preisentwicklung zeigt deutliche regionale Unterschiede. Während in Süddeutschland und im Berliner Umland die Immobilienpreise stärker gestiegen sind als die Einkommen, haben ländliche Regionen in Ostdeutschland eine andere Entwicklung erlebt. Hier sind die verfügbaren Einkommen in den letzten Jahren schneller gewachsen als die Immobilienpreise, was zu einer Entkopplung zwischen Einkommen und Immobilienwerten führt. Diese Unterschiede machen es für Käufer in gefragten städtischen Gebieten zunehmend schwierig, sich Wohneigentum zu leisten.
Die BVR-Präsidentin Marija Kolak fordert daher eine Senkung der Kaufnebenkosten, um den Erwerb von Wohneigentum für Familien zu erleichtern. Insbesondere eine Reform der Grunderwerbsteuer könnte hier Abhilfe schaffen, indem Freibeträge oder niedrigere Steuersätze für Selbstnutzer eingeführt werden.
Die Herausforderungen für Käufer
- Preisanstieg: +1,4 % im 1. Quartal 2026
- Durchschnittspreis für Bestandswohnungen: 2645 Euro/m²
- Neubauwohnungen kosten im Durchschnitt 4168 Euro/m²
Käufer sehen sich nicht nur mit höheren Kaufpreisen konfrontiert, sondern auch mit steigenden Kaufnebenkosten. Diese Kosten können den Gesamtpreis einer Immobilie erheblich erhöhen und viele potenzielle Käufer abschrecken. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Neuvertragsmieten um 3,5 % im Vergleich zum Vorjahresquartal, was zeigt, dass die Mietmärkte weiterhin unter Druck stehen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt hoch, was zu einem Anstieg der Mietpreise führt und die Situation für Käufer weiter verschärft.
Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum wird durch die hohen Zinsen und die Inflation weiter eingeschränkt. Käufer müssen daher sorgfältig planen und ihre Finanzen im Blick behalten, um den Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt gerecht zu werden. Die Kombination aus unzureichendem Neubau, stabilen Bauzinsen und hohen Kaufnebenkosten führt zu einem angespannten Markt, der für viele Käufer unattraktiv ist.
Stranded Assets und ihre Bedeutung
Ein weiteres zentrales Thema sind die sogenannten Stranded Assets. Dies sind Immobilien, deren Sanierung mehr kostet als ihr Marktwert. Diese Entwicklung stellt ein zusätzliches Risiko für Käufer dar, die in sanierungsbedürftige Immobilien investieren möchten. Die steigenden Preise und die damit verbundenen Kosten für Renovierungen können dazu führen, dass Käufer in eine finanzielle Falle geraten, wenn sie nicht sorgfältig abwägen, welche Immobilien tatsächlich eine Investition wert sind.
Die Analyse des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigt, dass die Immobilienpreise bundesweit zwischen 2018 und 2025 um 7 % stärker gestiegen sind als die verfügbaren Einkommen. Dies führt dazu, dass der Erwerb von Wohneigentum für viele junge Haushalte zunehmend unerreichbar wird, oft nur durch Erbschaften oder familiäre Unterstützung realisierbar.
Finanzierungsbedingungen und Zinsentwicklung
Die aktuellen Finanzierungsbedingungen sind für Käufer herausfordernd. Die stagnierenden Bauzinsen bedeuten zwar, dass die Finanzierungskosten nicht weiter steigen, jedoch müssen Käufer sich auf höhere Zinsen einstellen, wenn sie eine Finanzierung in Anspruch nehmen. Diese Situation wird durch geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise weiter kompliziert, die sich auf die Kapitalmarktzinsen auswirken.
Die Dynamik auf dem Immobilienmarkt zeigt sich auch in den Verhandlungsspielräumen, die Käufern zur Verfügung stehen. Im Mai 2026 lag der durchschnittliche Verhandlungsspielraum bei 5,8 %, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt. In Städten wie Köln können Käufer jedoch Preisnachlässe von bis zu 8,2 % erzielen, während in Hamburg der Verhandlungsspielraum bei 6,1 % liegt.
Fazit

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiterhin, was für Käufer erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Besonders in Ballungszentren wird der Druck auf den Wohnungsmarkt immer größer. Käufer müssen sich auf steigende Kaufnebenkosten einstellen und ihre Finanzierungsstrategien anpassen. Dennoch gibt es auch Chancen in weniger gefragten Regionen, die moderate Preise und positive Wertsteigerungsaussichten bieten. Eine sorgfältige Planung und Marktbeobachtung sind entscheidend, um in diesem dynamischen Umfeld erfolgreich zu sein.
Häufige Fragen
Warum steigen die Immobilienpreise 2026?
Welche Regionen sind besonders betroffen?
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?
Was sind Stranded Assets?
Wie können Käufer sich auf den Markt vorbereiten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steigende Immobilienpreise in Deutschland 2026 · Foto: Juan Pablo Daniel / Pexels


