⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026
Die Riester-Rente bietet Sparerinnen und Sparern verschiedene Möglichkeiten, ihr angespartes Kapital zu erhalten. Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 ist es wichtig, die Optionen und deren steuerliche Auswirkungen zu verstehen.
- Teilauszahlungen bis zu 30 Prozent sind möglich.
- Gesamtauszahlungen sind oft mit Verlusten verbunden.
- Ab 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen.
Die Riester-Rente ist ein zentrales Element der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Mit rund 15,9 Millionen aktiven Verträgen bietet sie Sparerinnen und Sparern die Möglichkeit, staatliche Zulagen und Steuervorteile zu nutzen. Doch wie können Sparer ihr Geld aus diesen Verträgen erhalten, und welche Optionen stehen ihnen zur Verfügung? Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 ist es entscheidend, die verschiedenen Möglichkeiten und deren steuerliche Auswirkungen zu verstehen.
Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge zu fördern. Sie richtet sich vor allem an Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Durch staatliche Zulagen und Steuervergünstigungen sollen Anreize geschaffen werden, um für das Alter vorzusorgen. Die Riester-Rente ist besonders attraktiv für Familien und Geringverdiener, da sie von höheren Zulagen profitieren können.
Wie funktioniert die Auszahlung der Riester-Rente?
Die Auszahlung der Riester-Rente beginnt in der Regel zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr, abhängig vom jeweiligen Vertrag. Zu Beginn der Auszahlungsphase haben Sparer die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Einmalzahlung zu entnehmen. Der Rest wird in eine lebenslange monatliche Rente umgewandelt. Diese Einmalzahlung muss jedoch im Jahr der Auszahlung versteuert werden, was je nach Gesamteinkommen zu einer erheblichen Steuerlast führen kann.
Teilauszahlungen: Vor- und Nachteile
Die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent des Kapitals als Teilauszahlung zu entnehmen, kann für viele Sparer attraktiv sein. Diese Option ermöglicht es, kurzfristige finanzielle Bedürfnisse zu decken, ohne den gesamten Vertrag aufzulösen. Allerdings sollte beachtet werden, dass eine Teilauszahlung die monatliche Rente dauerhaft reduziert. Wer sich für diese Option entscheidet, sollte die langfristigen Auswirkungen gut durchrechnen.
Gesamtauszahlung: Ein Verlustgeschäft?
- Rund 15,9 Millionen Riester-Verträge in Deutschland
- Teilauszahlung von bis zu 30 Prozent des Kapitals möglich
- Gesamtauszahlung führt zur Rückzahlung aller Zulagen
Die Gesamtauszahlung des Riester-Kapitals ist theoretisch möglich, jedoch in den meisten Fällen unvorteilhaft. Die Gesetzgebung betrachtet eine solche Auszahlung als förderschädliche Verwendung, was bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Zudem sind die enthaltenen Erträge zu versteuern. Dies kann dazu führen, dass Sparer am Ende weniger Geld erhalten, als sie ursprünglich eingezahlt haben.
Die Rolle der Immobilien in der Riester-Rente
Ein besonderer Vorteil der Riester-Rente ist die Möglichkeit, das angesparte Guthaben für den Kauf oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie zu verwenden. Diese Option, auch als Wohn-Riester bekannt, ermöglicht es Sparerinnen und Sparern, ihr Riester-Guthaben ohne Verlust von Zulagen oder Steuervorteilen zu nutzen. Dies kann eine attraktive Möglichkeit sein, um in Immobilien zu investieren und gleichzeitig von den Vorteilen der Riester-Rente zu profitieren.
Ausblick: Altersvorsorgedepot ab 2027
Ab dem 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Dieses neue System wird flexiblere Anlagemöglichkeiten bieten, einschließlich der Möglichkeit, in weltweit gestreute Aktien-ETFs zu investieren. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten und den Sparerinnen und Sparern eine bessere Rendite zu ermöglichen. Die neuen Auszahlungsregeln werden ebenfalls flexibler gestaltet, was den Sparerinnen und Sparern mehr Kontrolle über ihr Kapital gibt.
Fazit: Vor der Auszahlung genau rechnen

Die Riester-Rente bietet Sparerinnen und Sparern verschiedene Möglichkeiten, ihr Geld zu erhalten. Ob durch Teilauszahlungen, Gesamtauszahlungen oder die Nutzung für Immobilien – jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 sollten Sparer ihre Entscheidungen gut abwägen und die steuerlichen Auswirkungen berücksichtigen. Eine fundierte Planung kann helfen, die Vorteile der Riester-Rente optimal zu nutzen und die finanzielle Sicherheit im Alter zu gewährleisten.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Wie kann ich Geld aus meinem Riester-Vertrag entnehmen?
Was passiert bei einer Gesamtauszahlung?
Wann beginnt die Auszahlung der Riester-Rente?
Was ändert sich mit dem Altersvorsorgedepot ab 2027?
Quellen: Google News
Symbolbild: Riester-Rente und Altersvorsorge Optionen · Foto: Picas Joe / Pexels


