⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) steht vor dem Aus, da die notwendige öffentliche Unterstützung fehlt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Bewahrung des digitalen Kulturerbes.
- ICS erhielt 1,5 Millionen Euro Förderung bis April 2026.
- Fehlende Anschlussfinanzierung gefährdet das Projekt.
- Über 60.000 digitale Spiele sind betroffen.
Die Internationale Computerspielesammlung (ICS) steht vor dem Aus, nachdem die notwendige öffentliche Unterstützung nicht gesichert werden konnte. Dies wurde am 3. Juli 2026 bekannt gegeben, als die Initiatoren des Projekts einräumten, dass ein dauerhaftes Archiv aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht realisierbar sei. Die ICS, die seit 2012 besteht, hatte sich zum Ziel gesetzt, die weltweit größte Sammlung digitaler Spiele aufzubauen und zu bewahren.
Was ist die Internationale Computerspielesammlung (ICS)?

Die ICS ist ein bedeutendes Projekt zur Erhaltung des digitalen Kulturerbes, das über 60.000 Computer- und Videospiele umfasst. Diese Sammlung beinhaltet nicht nur die Spiele selbst, sondern auch Verpackungen, Handbücher, Werbematerialien und historische Hardware. Die Initiative wurde von verschiedenen Institutionen, darunter der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und dem Computerspielemuseum, unterstützt. Ziel war es, die Sammlung als Grundlage für Forschung und Bildung zu nutzen und die Bedeutung von Computerspielen als Kulturgut zu unterstreichen.
Finanzierungsprobleme und politische Hürden
Die ICS erhielt seit ihrer Gründung insgesamt 1,5 Millionen Euro an Fördergeldern, die bis April 2026 zur Verfügung standen. Diese Mittel wurden verwendet, um organisatorische Strukturen aufzubauen und die bestehende Datenbank weiterzuentwickeln. Allerdings wurde das Konzept für eine Anschlussfinanzierung vom zuständigen Bundesministerium als nicht tragfähig bewertet. Die Sprecherin von Giffeys Wirtschafts-Behörde bestätigte, dass die finanziellen Belastungen die Kernaufgaben der Sammlung übersteigen würden.
Die Berliner Senatsverwaltung hat zudem erklärt, dass keine Informationen über weitere Planungen zum Fortbestand der ICS vorliegen. Dies wirft Fragen zur langfristigen Perspektive des Projekts auf, insbesondere in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Haushaltskonsolidierungen geprägt ist. Die Möglichkeit einer institutionellen Förderung wurde geprüft, jedoch als nicht umsetzbar erachtet.
Die Auswirkungen auf die Kultur- und Wirtschaftsnische
- Förderung: 1,5 Millionen Euro seit 2012
- Ende der Förderung: April 2026
- Anzahl der Spiele: über 60.000 Titel
Die Schließung der ICS hätte nicht nur Auswirkungen auf die Bewahrung des digitalen Kulturerbes, sondern auch auf die wirtschaftliche Landschaft der Spieleindustrie in Deutschland. In einer Zeit, in der die Bedeutung von digitalen Medien und deren Erhalt immer mehr in den Fokus rückt, könnte das Aus der ICS als kulturelles Armutszeugnis gewertet werden. Die Spieleindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der nicht nur Arbeitsplätze schafft, sondern auch zur Innovationskraft des Landes beiträgt.
Die fehlende Unterstützung für die ICS könnte auch das Vertrauen in die öffentliche Finanzierung von Kulturprojekten untergraben. In einer Zeit, in der die Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen, ist es entscheidend, dass die Regierung in kulturelle Initiativen investiert, um die Vielfalt und den Reichtum des kulturellen Erbes zu bewahren.
Die Reaktionen der Initiatoren und der Öffentlichkeit
Die Gesellschafter der ICS haben einstimmig beschlossen, das Projekt unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht weiterzuverfolgen. In einer Stellungnahme äußerten sie ihr Bedauern über die Entscheidung und betonten, dass es eine öffentliche Aufgabe sei, das Kulturmedium Games zu bewahren. Sie hoffen, dass in Zukunft eine andere Form der Unterstützung gefunden werden kann, um die wertvollen Erkenntnisse und Vorarbeiten der ICS zu nutzen.
Die Reaktionen aus der Öffentlichkeit und der Spielebranche sind gemischt. Während einige die Entscheidung als unvermeidlich ansehen, gibt es auch Stimmen, die eine stärkere Unterstützung für kulturelle Projekte fordern. Die Diskussion über die Bedeutung von digitalen Medien und deren Erhalt wird durch die Schließung der ICS weiter angeheizt.
Was passiert nun mit den gesammelten Spielen?
Obwohl die ICS möglicherweise geschlossen wird, verschwinden die gesammelten Spiele nicht. Die physischen Bestände verbleiben bei ihren bisherigen Eigentümern, wie der USK und dem Computerspielemuseum. Unklar bleibt jedoch, wie es mit der gemeinsamen Datenbank und den bereits aufgebauten Strukturen weitergeht. Derzeit werden rechtliche und technische Fragen geprüft, um eine mögliche Fortführung der Datenbank zu klären.
Die Zukunft der ICS bleibt somit ungewiss. Die Initiatoren haben betont, dass sie weiterhin als Partner zur Verfügung stehen, um die Erkenntnisse und Vorarbeiten der ICS in andere Projekte einzubringen. Dies könnte möglicherweise zu neuen Initiativen führen, die das Ziel haben, das digitale Kulturerbe zu bewahren.
Fazit

Die Internationale Computerspielesammlung steht vor dem Aus, was nicht nur eine Niederlage für die Bewahrung des digitalen Kulturerbes darstellt, sondern auch für die gesamte Spieleindustrie in Deutschland. Die fehlende öffentliche Unterstützung und die finanziellen Hürden zeigen, wie wichtig es ist, kulturelle Projekte langfristig zu fördern. Die Diskussion über die Bedeutung von digitalen Medien wird durch diese Entwicklungen weiter angeheizt, und es bleibt abzuwarten, ob neue Wege gefunden werden, um das digitale Erbe zu sichern.
Häufige Fragen
Was ist die Internationale Computerspielesammlung (ICS)?
Warum steht die ICS vor dem Aus?
Wie viel Geld wurde in die ICS investiert?
Was passiert mit den gesammelten Spielen?
Welche Rolle spielt die Bundesregierung bei der ICS?
Quellen: Google News
Symbolbild: Internationale Computerspielesammlung in Gefahr · Foto: Zulfugar Karimov / Pexels


