⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.09.2026
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) warnt vor einem massiven Verlust von Arbeitskräften in Sachsen-Anhalt, der durch migrationskritische Politik ausgelöst werden könnte. Bis 2031 könnten bis zu 46.000 Beschäftigte fehlen, was erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen würde.
- IWH schätzt Verlust von 46.000 Arbeitskräften bis 2031.
- Migrationskritische Politik könnte Wohlstand gefährden.
- Hoher Ausländeranteil in Schlüsselbranchen wie Medizin und Bau.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) hat in einer aktuellen Analyse alarmierende Prognosen für Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass das Bundesland durch eine migrationskritische Politik bis zu 46.000 Arbeitskräfte bis zum Jahr 2031 verlieren könnte. Dies würde nicht nur die Arbeitsmarktsituation verschärfen, sondern auch zu einem erheblichen Wohlstandsverlust von bis zu 3,2 Milliarden Euro führen.
Was sind die Ursachen für den Arbeitskräfteverlust?

Die Ursachen für den drohenden Verlust an Arbeitskräften sind vielfältig, jedoch steht die migrationskritische Haltung der politischen Akteure im Vordergrund. IWH-Präsident Reint Gropp betont, dass eine fremdenfeindliche Politik die bereits bestehende Arbeitskräfteknappheit in Sachsen-Anhalt weiter verschärfen würde. Das Bundesland hat eine der ältesten Beschäftigtenstrukturen in Deutschland, und der Anteil von Ausländern unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im bundesweiten Vergleich relativ niedrig.
In den letzten Jahren hat jedoch die Integration von Geflüchteten dazu beigetragen, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Ein Rückgang der Zuwanderung könnte daher direkte negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Landes haben. Gropp verweist auf internationale Beispiele, wie die Folgen des Brexit im Vereinigten Königreich und die Entwicklung in Italien, wo eine ähnliche Politik zu einem Rückgang der Zuwanderung um bis zu zwei Drittel geführt hat.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Die Analyse des IWH zeigt, dass insbesondere Branchen mit einem hohen Ausländeranteil und gleichzeitig einem Engpass an Arbeitskräften betroffen sind. Dazu zählen die Gastronomie, der Tiefbau, die Logistik sowie die Human- und Zahnmedizin. In Sachsen-Anhalt ist jeder fünfte Arzt Ausländer, was die Abhängigkeit des Gesundheitssektors von ausländischen Fachkräften verdeutlicht.
Ein Rückgang der Zuwanderung könnte dazu führen, dass diese Schlüsselbranchen nicht mehr ausreichend mit qualifizierten Arbeitskräften versorgt werden können. Dies hätte nicht nur Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Dienstleistungen, sondern könnte auch die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Bundeslandes gefährden.
Folgen für die Wirtschaft und Investoren
- Bis zu 46.000 Arbeitskräfte könnten bis 2031 fehlen.
- Wohlstandsverlust von bis zu 3,2 Milliarden Euro möglich.
- Jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt ist Ausländer.
Die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Arbeitskräfteverlustes sind gravierend. Ein Rückgang von bis zu 46.000 Beschäftigten könnte zu einem Verlust von bis zu 3,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung führen. Dies würde nicht nur die Lebensqualität der Bürger in Sachsen-Anhalt beeinträchtigen, sondern auch die Attraktivität des Standorts für Investoren verringern.
Investoren suchen in der Regel nach stabilen und wachsenden Märkten. Eine Politik, die potenzielle Arbeitskräfte abschreckt, könnte dazu führen, dass Unternehmen ihre Investitionen überdenken oder sogar abziehen. Dies könnte die wirtschaftliche Dynamik des Landes weiter schwächen und zu einem Teufelskreis führen, in dem weniger Arbeitskräfte zu weniger Wachstum und damit zu weniger Arbeitsplätzen führen.
Wie könnte sich die politische Situation entwickeln?
Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In den Umfragen liegt die AfD deutlich vorn und könnte die stärkste Kraft werden. Dies könnte die politische Landschaft des Bundeslandes nachhaltig verändern und die bereits bestehenden Sorgen um die Zuwanderung und die Arbeitsmarktsituation verstärken.
Die AfD hat in ihrem Programm eine migrationspolitische Kehrtwende angekündigt, die die Zuwanderung erheblich einschränken könnte. Dies würde nicht nur die Integration von Geflüchteten gefährden, sondern auch die Attraktivität des Standorts für ausländische Fachkräfte weiter mindern. Die politischen Entscheidungen der kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, wie sich die wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt entwickeln wird.
Fazit

Die Warnungen des IWH sind ein deutliches Signal für die Politik und die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Ein Verlust von bis zu 46.000 Arbeitskräften bis 2031 könnte nicht nur die wirtschaftliche Stabilität des Bundeslandes gefährden, sondern auch zu einem erheblichen Wohlstandsverlust führen. Die kommenden Wahlen und die damit verbundenen politischen Entscheidungen werden entscheidend dafür sein, ob Sachsen-Anhalt seinen wirtschaftlichen Kurs halten kann oder ob es in eine Phase der Stagnation und des Rückgangs eintritt.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptursachen für den Arbeitskräfteverlust in Sachsen-Anhalt?
Wie viele Arbeitskräfte könnten bis 2031 verloren gehen?
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Was bedeutet das für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt?
Wie könnte sich die politische Situation auf die Wirtschaft auswirken?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Wirtschaftliche Herausforderungen in Sachsen-Anhalt · Foto: Yan Krukau / Pexels


