⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast jeder vierte Bankkunde in Deutschland mehr als 100 Euro jährlich für die Führung seines Girokontos zahlt. Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
- Fast 25% der Bankkunden zahlen hohe Kontogebühren.
- Sparkassenkunden sind am stärksten betroffen.
- Direktbanken bieten oft kostenfreie Konten an.
Eine aktuelle Umfrage des Vergleichsportals Verivox hat ergeben, dass fast jeder vierte Bankkunde in Deutschland mehr als 100 Euro jährlich für die Führung seines Girokontos zahlt. Diese Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die steigenden Kosten, die viele Verbraucher für ihre Bankdienstleistungen tragen müssen. Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die im Vergleich zu Direktbanken und Online-Banken deutlich höhere Gebühren zahlen.
Wer sind die Hauptbetroffenen?

Laut der Umfrage zahlen 23% der Bankkunden in Deutschland mindestens 100 Euro pro Jahr für ihr Girokonto. Unter den Sparkassenkunden ist der Anteil sogar noch höher: Über 34% dieser Kunden müssen jährlich einen dreistelligen Betrag aufbringen. Bei Genossenschaftsbanken wie Volks- und Raiffeisenbanken liegt dieser Anteil bei fast 26%. Im Gegensatz dazu haben nur etwa 18% der Befragten ein komplett kostenfreies Konto.
Die Umfrage wurde Ende April 2026 vom Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Verivox durchgeführt. Dabei wurden 1.003 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Diese Daten verdeutlichen, dass die Gebührenstruktur in Deutschland stark von der Art der Bank abhängt, bei der die Kunden ihr Konto führen.
Warum steigen die Gebühren?
Die Gebühren für Girokonten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, und das trotz gesetzlicher Hürden, die Banken dazu zwingen, die ausdrückliche Zustimmung ihrer Kunden einzuholen, bevor sie Gebühren erhöhen können. Dennoch berichten 22% der Befragten, dass ihre kostenpflichtigen Girokonten im vergangenen Jahr teurer geworden sind. Dies zeigt, dass die Preissetzungsmacht der Banken ungebrochen bleibt, auch wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen strenger geworden sind.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, erklärt, dass die Sparkassen mit ihrem dichten Filialnetz, das bis in ländliche Gebiete reicht, höhere Kosten verursachen. Diese Kosten werden in den Kontogebühren eingepreist, was für Kunden, die Wert auf persönliche Beratung legen, einen Mehrwert darstellen kann. Dennoch ist es für viele Verbraucher frustrierend, dass sie für diese Dienstleistungen tief in die Tasche greifen müssen.
Die Unterschiede zwischen den Banktypen
- 23% der Bankkunden zahlen über 100 Euro jährlich für ihr Girokonto.
- 34% der Sparkassenkunden zahlen einen dreistelligen Betrag.
- 5% der Befragten zahlen mehr als 200 Euro pro Jahr.
Die Umfrage zeigt auch, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Banktypen gibt. Während 20% der Befragten gar keine Kontogebühren zahlen, sind es bei Direktbanken und Smartphone-Banken, die oft kostenfreie Girokonten anbieten, nur 11%. Bei überregionalen Filialbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank liegt der Anteil der Kunden, die mindestens 100 Euro zahlen, bei 19%.
Die Unterschiede in den Gebühren sind nicht nur auf die Art der Bank zurückzuführen, sondern auch auf die Region, in der die Bank tätig ist. In ländlichen Gebieten, wo Sparkassen und Genossenschaftsbanken stark vertreten sind, zahlen Kunden oft mehr als in städtischen Gebieten, wo die Konkurrenz unter den Banken größer ist.
Was können Verbraucher tun?
Für Verbraucher, die hohe Kontogebühren zahlen, gibt es mehrere Möglichkeiten, um Geld zu sparen. Ein wichtiger Schritt ist der Vergleich der verschiedenen Angebote auf Vergleichsportalen wie Verivox oder Finanztip. Diese Plattformen ermöglichen es den Nutzern, die Konditionen verschiedener Banken zu vergleichen und das beste Angebot zu finden. Ein Kontowechsel kann sich finanziell deutlich lohnen, insbesondere für Kunden klassischer Filialbanken.
Fazit: Die Gebührenstruktur im Überblick

Die aktuelle Umfrage von Verivox zeigt deutlich, dass die Gebühren für Girokonten in Deutschland stark variieren und viele Verbraucher überdurchschnittlich hohe Kosten tragen müssen. Besonders Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind betroffen, während Direktbanken oft kostenfreie Konten anbieten. Angesichts der steigenden Gebühren ist es für Verbraucher wichtiger denn je, die Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln, um Geld zu sparen.
Häufige Fragen
Warum zahlen viele Bankkunden hohe Gebühren für Girokonten?
Wie viele Bankkunden haben ein kostenfreies Girokonto?
Was sind die Hauptgründe für die hohen Gebühren bei Sparkassen?
Wie können Bankkunden ihre Kontogebühren senken?
Was sagt die Umfrage über die Gebührenentwicklung aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Hohe Gebühren für Girokonten in Deutschland · Foto: Alec Adriano / Pexels


