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Kassen fordern Bedenkzeit bei Selbstzahlerleistungen

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⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 17.06.2026

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern eine Stärkung der Patientenrechte bei Selbstzahlerleistungen. Eine vorgeschlagene Bedenkzeit soll Patienten helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kassen fordern Bedenkzeit für Selbstzahlerleistungen
  • Patienten sollen besser informiert werden
  • Jährliche Ausgaben für IGeL betragen 2,4 Milliarden Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in einer aktuellen Stellungnahme eine Stärkung der Patientenrechte bei Selbstzahlerleistungen gefordert. Diese Forderung kommt in einem Kontext, in dem immer mehr Patienten in Arztpraxen mit Angeboten konfrontiert werden, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Der Vorstoß, eine Bedenkzeit von mindestens 24 Stunden zwischen Angebot und Annahme vorzuschreiben, soll sicherstellen, dass Patienten informierte Entscheidungen treffen können.

Was sind Selbstzahlerleistungen?

Patientenberatung zu Selbstzahlerleistungen
Symbolbild: Patientenberatung zu Selbstzahlerleistungen · Foto: Charlss GonzHu / Pexels

Selbstzahlerleistungen, auch bekannt als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), sind medizinische Angebote, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind. Dazu gehören beispielsweise spezielle Ultraschalluntersuchungen oder alternative Diagnoseverfahren. Patienten müssen für diese Leistungen selbst aufkommen, was jährlich zu Ausgaben von mindestens 2,4 Milliarden Euro führt. Diese hohe Summe verdeutlicht die Relevanz von Selbstzahlerleistungen im deutschen Gesundheitswesen.

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Die Forderung nach Bedenkzeit

Martin Krasney, ein Vorstandsmitglied des Kassen-Spitzenverbands, betont die Notwendigkeit einer Bedenkzeit für Patienten. Der Vorschlag sieht vor, dass Patienten nach einem Angebot für eine Selbstzahlerleistung nach Hause gehen und sich in Ruhe informieren können, bevor sie eine Entscheidung treffen. Dies ist besonders wichtig, da es nach einem Eingriff keine Möglichkeit gibt, die Entscheidung zu widerrufen. Der Vergleich mit Haustürgeschäften ist hier nicht unangebracht, da auch dort eine Bedenkzeit gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die Rolle der Aufklärung

Fakten auf einen Blick

  • Ort: Kremmen
  • Jährliche Ausgaben für IGeL: 2,4 Milliarden Euro
  • Anzahl bewerteter Leistungen im IGeL-Monitor: 70
  • Leistungen mit unklarem Nutzen: 64

Ein zentrales Anliegen der Krankenkassen ist die Verbesserung der Aufklärung über Selbstzahlerleistungen. Viele Patienten sind sich nicht bewusst, dass sie für bestimmte medizinische Leistungen selbst zahlen müssen und welche Risiken damit verbunden sind. Der IGeL-Monitor, der mittlerweile 70 verschiedene Leistungen bewertet hat, zeigt, dass bei 64 dieser Leistungen der Nutzen unklar oder sogar negativ ist. Dies wirft Fragen zur Qualität und Notwendigkeit solcher Angebote auf.

Finanzielle Auswirkungen auf Patienten

Die finanziellen Belastungen durch Selbstzahlerleistungen können für viele Patienten erheblich sein. Bei einer Vielzahl von Angeboten, die als medizinisch notwendig erachtet werden, müssen Patienten oft tief in die Tasche greifen. Dies kann insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wie sie durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten geprägt sind, zu einer zusätzlichen Belastung führen. Patienten müssen daher gut informiert sein, um fundierte Entscheidungen über ihre Gesundheitsausgaben zu treffen.

Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient

Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um Selbstzahlerleistungen häufig angesprochen wird, ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Viele Patienten befürchten, dass eine Ablehnung einer Selbstzahlerleistung negative Auswirkungen auf die Behandlung oder die Beziehung zum Arzt haben könnte. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, da das Vertrauen in die medizinische Versorgung eine zentrale Rolle für die Patientenzufriedenheit spielt.

Fazit

Patientenberatung zu Selbstzahlerleistungen
Symbolbild: Patientenberatung zu Selbstzahlerleistungen · Foto: cottonbro studio / Pexels

Die Forderung nach einer Bedenkzeit für Selbstzahlerleistungen ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren Stärkung der Patientenrechte im Gesundheitswesen. Die gesetzlichen Krankenkassen setzen sich dafür ein, dass Patienten besser informiert werden und die Möglichkeit haben, fundierte Entscheidungen zu treffen. In einer Zeit, in der finanzielle Belastungen durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten zunehmen, ist es entscheidend, dass Patienten die Kontrolle über ihre Gesundheitsausgaben behalten.

Häufige Fragen

Was sind Selbstzahlerleistungen?
Selbstzahlerleistungen, auch IGeL genannt, sind medizinische Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Patienten müssen diese Kosten selbst tragen.
Warum fordern Kassen eine Bedenkzeit?
Die Kassen fordern eine Bedenkzeit, um Patienten die Möglichkeit zu geben, sich über die Notwendigkeit und die Risiken der angebotenen Leistungen zu informieren, bevor sie zustimmen.
Wie hoch sind die jährlichen Ausgaben für IGeL?
Die jährlichen Ausgaben für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) belaufen sich auf mindestens 2,4 Milliarden Euro, was die finanzielle Bedeutung dieser Leistungen unterstreicht.
Welche Rolle spielt der IGeL-Monitor?
Der IGeL-Monitor bewertet verschiedene Selbstzahlerleistungen und hat festgestellt, dass bei 64 von 70 bewerteten Leistungen der Nutzen unklar oder negativ ist.
Was sind die möglichen Nachteile von Selbstzahlerleistungen?
Patienten könnten Nachteile bei der Behandlung oder im Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt befürchten, wenn sie eine angebotene Selbstzahlerleistung ablehnen.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Patientenberatung zu Selbstzahlerleistungen · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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