⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 18.06.2026
Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat ihre Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft aufgrund steigender Ölpreise und geopolitischer Spannungen deutlich gesenkt.
- KOF senkt Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8%
- Hohe Ölpreise belasten Konsum und Investitionen
- Inflation bleibt unter Kontrolle, Prognose bei 1,3%
Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat am 17. Juni 2026 ihre Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft aufgrund der anhaltend hohen Ölpreise und geopolitischer Spannungen deutlich gesenkt. Die KOF erwartet nun für das laufende Jahr ein reales BIP-Wachstum von nur 0,8%, nachdem zuvor ein Plus von 1,0% Prozent prognostiziert wurde. Auch für 2027 wurde die Prognose von 1,7% auf 1,5% Prozent gesenkt.
Was sind die Ursachen für die gesenkte Prognose?

Die Hauptursache für die negative Anpassung der Wachstumsprognose sind die hohen Ölpreise, die durch den anhaltenden Konflikt im Iran und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen verursacht werden. Diese Situation hat die wirtschaftlichen Aussichten stärker belastet als in der vorherigen Prognose angenommen. Der Ölpreis, der zeitweise über 90 Dollar pro Barrel lag, hat nicht nur die Produktionskosten erhöht, sondern auch die Konsumbereitschaft der Schweizer Bevölkerung gedämpft.
Die KOF stellt fest, dass die hohen Energiepreise insbesondere die private Konsumneigung negativ beeinflussen. Dies ist besonders problematisch, da der private Konsum in der Vergangenheit eine verlässliche Stütze der Schweizer Wirtschaft war. Die KOF-Ökonomen warnen, dass die anhaltende Unsicherheit und die hohen Preise die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiter verringern könnten.
Wie wirken sich die Ölpreise auf Inflation und Konsum aus?
Die KOF prognostiziert, dass die Inflation in der Schweiz trotz der hohen Ölpreise unter Kontrolle bleibt. Selbst in einem Szenario mit extrem hohen Ölpreisen wird eine Inflation von lediglich 1,3% erwartet, was deutlich unter dem von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als akzeptabel erachteten Wert von 2% liegt. Diese Stabilität in der Inflation könnte darauf hindeuten, dass die SNB keine kurzfristigen Zinserhöhungen plant, was für die Finanzmärkte von Bedeutung ist.
Die KOF hebt hervor, dass die Konsumneigung der Haushalte durch die hohen Preise und die Unsicherheit am Arbeitsmarkt weiter gedämpft wird. Die Arbeitslosenquote wird für 2026 auf 3,1% Prozent geschätzt, was die Kaufkraft der Verbraucher zusätzlich belasten könnte. Ein schwacher Arbeitsmarkt und eine höhere Sparneigung der Haushalte könnten die wirtschaftliche Erholung weiter verzögern.
Welche Auswirkungen hat die gesenkte Prognose auf die Finanzmärkte?
- Wachstumsprognose 2026: 0,8%
- Wachstumsprognose 2027: 1,5%
- Hoher Ölpreis infolge des Iran-Kriegs
- Erwartete Arbeitslosenquote 2026: 3,1%
Die gesenkte Wachstumsprognose hat bereits erste Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Investoren reagieren sensibel auf wirtschaftliche Indikatoren, und die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung könnte zu einer erhöhten Volatilität an den Börsen führen. Insbesondere der DAX und andere europäische Indizes könnten unter Druck geraten, da die Märkte die Auswirkungen der hohen Ölpreise und der geopolitischen Spannungen in ihre Bewertungen einpreisen.
Darüber hinaus könnte die gesenkte Wachstumsprognose auch die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold und Staatsanleihen erhöhen. Investoren suchen in unsicheren Zeiten oft nach stabilen Werten, was zu einem Anstieg der Preise für Gold und eine Senkung der Renditen von Anleihen führen könnte. Diese Entwicklungen sind für Anleger von Bedeutung, die ihre Portfolios diversifizieren und Risiken minimieren möchten.
Wie sieht die Zukunft der Schweizer Wirtschaft aus?
Die KOF-Ökonomen betonen, dass die Abwärtsrisiken in der aktuellen Prognose überwiegen. Neben den hohen Ölpreisen und der geopolitischen Unsicherheit im Nahen Osten werden auch der Zollstreit mit den USA und eine mögliche Eskalation der Konflikte als Risiken genannt. Diese Faktoren könnten die wirtschaftliche Erholung weiter behindern und die Wachstumsprognosen nach unten korrigieren.
Eine positive Wende könnte jedoch eintreten, wenn es zu einer raschen Einigung im Nahen Osten kommt und die Ölpreise wieder sinken. In einem optimistischen Szenario könnte das Wachstum 2026 bei 0,5% Prozent und 2027 bei 1,0% Prozent liegen. Dies würde jedoch eine deutliche Verbesserung der geopolitischen Lage und eine Stabilisierung der Energiepreise erfordern.
Fazit

Die aktuelle KOF Konjunkturprognose zeigt, dass die Schweizer Wirtschaft vor erheblichen Herausforderungen steht. Hohe Ölpreise und geopolitische Spannungen belasten die wirtschaftlichen Aussichten und führen zu einer Senkung der Wachstumsprognosen. Während die Inflation unter Kontrolle bleibt, könnte die Konsumneigung der Haushalte und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiter sinken. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten, um ihre Strategien entsprechend anzupassen.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle Wachstumsprognose der KOF?
Wie beeinflussen hohe Ölpreise die Schweizer Wirtschaft?
Welche Faktoren tragen zur Inflation bei?
Wie wird sich die Arbeitsmarktsituation entwickeln?
Welche Risiken sieht die KOF für die Wirtschaft?
Quellen: Google News
Symbolbild: Ölpreisschock und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft · Foto: Clarence Gaspar / Pexels


