⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.08.2026
Eine aktuelle Studie des BUND zeigt, dass ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien die Strompreise stabilisiert und signifikant senkt. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Verbraucher.
- Erneuerbare Energien senken Strompreise um bis zu 64%.
- Preisspitzen werden durch erneuerbare Energien deutlich reduziert.
- BUND fordert zügigen Ausbau der Erneuerbaren zur Stabilisierung der Wirtschaft.
Eine aktuelle Kurzstudie des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) zeigt, dass ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien, insbesondere Wind- und Solarenergie, die Strompreise stabilisieren und signifikant senken kann. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant im Kontext der aktuellen Energiekrise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit Montel Analytics erstellt wurde, vergleicht verschiedene Szenarien und deren Auswirkungen auf die Strompreise.
Was zeigt die BUND-Studie?

Die Analyse betrachtet drei verschiedene Szenarien: ein fossil geprägtes Stromsystem aus dem Jahr 2011, das Referenzszenario des Jahres 2022 und ein Zukunftsszenario mit einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien, wie es die Bundesregierung für 2030 vorsieht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Im Vergleich zum Jahr 2011 könnte der durchschnittliche Strompreis im Jahr 2030 um 64 Prozent auf 137,27 Euro pro Megawattstunde (MWh) sinken. Dies stellt eine erhebliche Einsparung dar, insbesondere im Kontext der Energiekrise, in der der Durchschnittspreis im Jahr 2022 bei 235,44 Euro/MWh lag.
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die Fähigkeit erneuerbarer Energien, Preisspitzen zu glätten. Im Szenario mit 80 Prozent erneuerbaren Energien liegt der Preis pro MWh nur 41 Stunden über der Marke von 500 Euro, während das fossil geprägte Modell von 2011 in der gleichen Krisensituation für 785 Stunden diese Marke überschreitet. Dies verdeutlicht, wie wichtig der Ausbau erneuerbarer Energien für die Stabilität der Strompreise ist.
Die Rolle der Flexibilität im Energiesystem
Die Studie hebt auch die Bedeutung von Flexibilität im Energiesystem hervor. In Zeiten hoher Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen können Technologien wie Wärmepumpen, Elektrolyseure und Elektrofahrzeuge den überschüssigen Strom nutzen. Dies ermöglicht es, den Verbrauch in Zeiten mit niedrigem Angebot und hohen Preisen zu reduzieren oder zeitlich zu verschieben. Batteriespeicher spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da sie helfen, die Integration von Wind- und Solarstrom zu erleichtern und Hochpreisstunden zu dämpfen.
BUND-Vorsitzender Olaf Bandt betont, dass der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energien nicht nur eine klimapolitische Notwendigkeit ist, sondern auch eine wirtschaftliche Chance darstellt. „Erneuerbare Energien hätten uns bereits durch vergangene Krisen geführt. Jetzt müssen sie konsequent ausgebaut werden, um die fossile Abhängigkeit zu stoppen, die unsere Lebenshaltungskosten hochtreibt“, erklärt Bandt.
Politische Herausforderungen und der Weg nach vorne
- Durchschnittspreis 2030: 137,27 Euro/MWh
- Einsparung gegenüber 2011: 64%
- Preisspitzen über 500 Euro: 41 Stunden bei 80% Erneuerbaren
Die BUND-Studie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Bundesregierung kürzlich Entwürfe für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzanschlusspaket vorgelegt hat. Diese Entwürfe könnten den Ausbau erneuerbarer Energien behindern, was laut BUND nicht nur die Klimaziele gefährdet, sondern auch hunderte von Arbeitsplätzen in der Branche bedroht. Bandt fordert daher eine dringende Nachbesserung der Gesetze im parlamentarischen Verfahren.
„Die Lösung gegen Energiepreiskrisen liegt auf der Hand: Eine konsequente Abkehr von fossilen Energien und ein zügiger Ausbau der Erneuerbaren“, so Bandt weiter. Die politischen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur möglich, sondern auch attraktiv wird.
Wirtschaftliche Implikationen für Verbraucher und Unternehmen
Die Auswirkungen der sinkenden Strompreise durch erneuerbare Energien sind weitreichend. Für Verbraucher bedeutet dies nicht nur niedrigere Energiekosten, sondern auch eine höhere Planungssicherheit in Bezug auf die Lebenshaltungskosten. In einem stabilen Strompreissystem können Haushalte und Unternehmen besser kalkulieren und investieren, was sich positiv auf die gesamte Wirtschaft auswirkt.
Darüber hinaus könnte ein verstärkter Fokus auf erneuerbare Energien auch neue Arbeitsplätze schaffen, insbesondere in den Bereichen Installation, Wartung und Betrieb von erneuerbaren Energieanlagen. Dies könnte nicht nur die lokale Wirtschaft stärken, sondern auch zur Bekämpfung der Inflation beitragen, indem die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringert wird.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die BUND-Studie die Vorteile eines hohen Anteils an erneuerbaren Energien für die Stabilität der Strompreise und die Senkung der Kosten eindrucksvoll belegt. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ist es entscheidend, dass die Bundesregierung die richtigen politischen Rahmenbedingungen schafft, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Nur so kann die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert und eine nachhaltige, wirtschaftlich stabile Zukunft gesichert werden.
Häufige Fragen
Wie beeinflussen erneuerbare Energien die Strompreise?
Was sind die Vorteile eines hohen Anteils an erneuerbaren Energien?
Welche Rolle spielt die Bundesregierung beim Ausbau erneuerbarer Energien?
Wie können Verbraucher von den sinkenden Strompreisen profitieren?
Was sind die langfristigen Auswirkungen der Energiewende auf die Wirtschaft?
Quellen: Google News
Symbolbild: Erneuerbare Energien senken Stromkosten · Foto: K / Pexels


