StartBanken, Konten & KartenKontoführungsgebühr: Fast ein Viertel zahlt mehr als 100 Euro fürs Girokonto

Kontoführungsgebühr: Fast ein Viertel zahlt mehr als 100 Euro fürs Girokonto

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.06.2026

Die Kosten für Girokonten steigen weiter, und fast ein Viertel der Bankkunden in Deutschland zahlt mittlerweile mehr als 100 Euro jährlich für ihr Konto. Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Steigende Kontoführungsgebühren betreffen viele Bankkunden.
  • Sparkassenkunden zahlen häufig die höchsten Gebühren.
  • Ein Kontowechsel kann erhebliche Einsparungen bringen.

Die Kosten für Girokonten in Deutschland steigen weiter an, und die Auswirkungen sind für viele Bankkunden spürbar. Laut einer aktuellen Umfrage zahlen fast ein Viertel der Kunden mehr als 100 Euro jährlich für ihr Girokonto. Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die häufig die höchsten Gebühren aufweisen.

Was sind Kontoführungsgebühren?

Steigende Kontoführungsgebühren in Deutschland
Symbolbild: Steigende Kontoführungsgebühren in Deutschland · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Kontoführungsgebühren sind die Kosten, die Banken für die Verwaltung eines Girokontos erheben. Diese Gebühren können je nach Bank und Kontomodell stark variieren. In der Regel setzen sich die Kosten aus einer monatlichen Gebühr zusammen, die für die Kontoführung, sowie eventuell zusätzlichen Gebühren für Dienstleistungen wie Überweisungen oder die Nutzung von Girokarten anfallen.

Die Gebührenstruktur ist oft intransparent, was es für Kunden schwierig macht, die tatsächlichen Kosten ihres Kontos nachzuvollziehen. Viele Banken bieten unterschiedliche Kontomodelle an, die sich in den enthaltenen Leistungen und den damit verbundenen Kosten unterscheiden.

Aktuelle Entwicklungen bei den Kontoführungsgebühren

Eine aktuelle Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass 22 Prozent der kostenpflichtigen Girokonten im vergangenen Jahr teurer geworden sind. Dies geschieht trotz eines Urteils des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2021, das Banken vorschreibt, die ausdrückliche Zustimmung ihrer Kunden einzuholen, bevor sie Gebühren erhöhen können. Dennoch haben 44 Prozent der Befragten in den letzten drei Jahren mindestens einmal eine Gebührenerhöhung hinnehmen müssen.

Die Tendenz ist alarmierend: Die Preissetzungsmacht der Banken bleibt ungebrochen, und viele Kunden akzeptieren die Erhöhungen, um ihre Bankbeziehung nicht zu gefährden. Finanzexperte Oliver Maier von Verivox erklärt, dass viele Kunden nach einer Kündigungsandrohung durch ihre Bank bereit sind, höhere Gebühren zu akzeptieren.

Wer zahlt die höchsten Gebühren?

Fakten auf einen Blick

  • 22 Prozent der kostenpflichtigen Girokonten wurden im letzten Jahr teurer.
  • 30 Prozent der Sparkassenkunden zahlen jährlich dreistellige Beträge.
  • 44 Prozent der Befragten haben in den letzten drei Jahren eine Gebührenerhöhung erlebt.

Besonders stark betroffen sind Kunden von Sparkassen. Laut der Umfrage zahlen 30 Prozent der Sparkassenkunden jährlich dreistellige Beträge für ihr Girokonto. Im Detail zahlen 25 Prozent zwischen 100 und 200 Euro, während 5 Prozent sogar noch höhere Beträge aufbringen müssen. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der Kunden bei regionalen Genossenschaftsbanken, die mindestens 100 Euro zahlen, bei 22 Prozent, und bei überregionalen Filialbanken wie der Deutschen Bank oder Commerzbank sind es nur 19 Prozent.

Online-Banken hingegen bieten deutlich günstigere Konditionen. Nur 11 Prozent der Kunden bei Online-Banken zahlen mehr als 100 Euro jährlich für ihr Girokonto. Diese Unterschiede sind auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der Banken zurückzuführen. Sparkassen haben ein umfangreiches Filialnetz, das hohe Betriebskosten verursacht, während Online-Banken oft geringere Kosten haben und diese Einsparungen an ihre Kunden weitergeben können.

Die Suche nach kostenlosen Konten

Während die Gebühren bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken häufig hoch sind, sieht die Situation bei anderen Banken besser aus. 43 Prozent der Direktbankkunden nutzen ein kostenloses Girokonto, während bei überregionalen Filialbanken immerhin noch 25 Prozent der Kunden von kostenlosen Konten profitieren. Im Gegensatz dazu ist ein kostenloses Konto bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen eine Seltenheit, mit nur 14 Prozent bzw. 4 Prozent der Kunden, die ein solches Konto haben.

Ein gutes Girokonto muss nicht teuer sein. Viele Banken bieten attraktive Konditionen, insbesondere für Hauptkonten, auf die das Gehalt eingeht und über die der gesamte Zahlungsverkehr abgewickelt wird. Ein Kontowechsel kann sich daher finanziell deutlich lohnen, insbesondere für Kunden klassischer Filialbanken.

Tipps zum Kontowechsel

Tipp: Wer seine Kontoführungsgebühren senken möchte, sollte aktiv die Angebote verschiedener Banken vergleichen. Vergleichsportale wie Verivox oder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bieten eine gute Übersicht über die aktuellen Kontomodelle und deren Konditionen. Ein Kontowechsel ist einfacher als viele denken und kann erhebliche Einsparungen mit sich bringen.

Darüber hinaus sollten Kunden darauf achten, welche Leistungen im Kontomodell enthalten sind und ob zusätzliche Gebühren für Überweisungen, Bargeldabhebungen oder andere Dienstleistungen anfallen. Ein transparentes Preisverzeichnis ist entscheidend, um die tatsächlichen Kosten des Kontos nachvollziehen zu können.

Fazit

Steigende Kontoführungsgebühren in Deutschland
Symbolbild: Steigende Kontoführungsgebühren in Deutschland · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die steigenden Kontoführungsgebühren sind ein ernstes Thema für viele Bankkunden in Deutschland. Fast ein Viertel der Kunden zahlt mehr als 100 Euro jährlich für ihr Girokonto, wobei Sparkassenkunden besonders stark betroffen sind. Ein aktiver Vergleich der Angebote und ein möglicher Kontowechsel können helfen, die Kosten zu senken und von günstigeren Konditionen zu profitieren.

Häufige Fragen

Warum steigen die Kontoführungsgebühren?
Die Kontoführungsgebühren steigen, weil Banken ihre Kosten an die Kunden weitergeben. Trotz gesetzlicher Vorgaben zur Zustimmung der Kunden haben viele Banken die Gebühren erhöht.
Wer ist am stärksten von den Gebührenerhöhungen betroffen?
Besonders betroffen sind Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, wo ein erheblicher Anteil der Kunden dreistellige Beträge für ihr Girokonto zahlt.
Wie viele Kunden zahlen mehr als 100 Euro für ihr Girokonto?
Laut aktuellen Umfragen zahlen 21 Prozent der Bankkunden mehr als 100 Euro jährlich für ihr Girokonto, wobei Sparkassenkunden besonders häufig betroffen sind.
Was kann ich tun, um Gebühren zu sparen?
Ein Kontowechsel zu einer Bank mit günstigeren Konditionen kann erhebliche Einsparungen bringen. Viele Online-Banken bieten kostenlose Konten an.
Wie kann ich die besten Kontokonditionen finden?
Nutzen Sie Vergleichsportale wie Verivox oder die Bafin, um die Konditionen verschiedener Banken zu vergleichen und das beste Angebot zu finden.

Quellen: Google News

Symbolbild: Steigende Kontoführungsgebühren in Deutschland · Foto: Uriel Pacheco / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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