⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 20.08.2026
Neobanken versprechen kostenlose Girokonten, doch oft verstecken sich hinter diesen Angeboten zahlreiche Fallstricke. Verbraucher sollten genau hinschauen.
- Neobanken bieten oft kostenlose Konten, aber mit Bedingungen.
- Versteckte Gebühren bei Bargeldabhebungen sind häufig.
- Regelmäßige Geldeingänge sind oft Voraussetzung für kostenlose Kontoführung.
Neobanken haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, insbesondere durch ihre Versprechen, kostenlose Girokonten anzubieten. Doch hinter diesen verlockenden Angeboten verbergen sich oft zahlreiche Fallstricke, die Verbraucher teuer zu stehen kommen können. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte, die bei der Wahl eines kostenlosen Kontos zu beachten sind, und zeigen auf, welche Bedingungen und versteckten Kosten häufig übersehen werden.
Was sind Neobanken?

Neobanken sind moderne, digitale Banken, die ihre Dienstleistungen hauptsächlich über mobile Apps und Online-Plattformen anbieten. Sie verzichten in der Regel auf physische Filialen und bieten ihren Kunden eine einfache und benutzerfreundliche Kontoführung. Zu den bekanntesten Neobanken zählen N26, Revolut, C24 und bunq. Diese Banken haben sich darauf spezialisiert, den Kunden ein unkompliziertes Banking-Erlebnis zu bieten, oft ohne die hohen Gebühren, die traditionelle Banken verlangen.
Ein Hauptmerkmal von Neobanken ist die Möglichkeit, ein kostenloses Girokonto zu eröffnen. Viele dieser Banken werben mit dem Slogan „kostenloses Konto“, was für viele Verbraucher attraktiv ist. Doch wie bei vielen Angeboten gilt auch hier: Der Teufel steckt im Detail.
Die Bedingungen für kostenlose Konten
Obwohl viele Neobanken kostenlose Konten anbieten, sind diese oft an bestimmte Bedingungen geknüpft. Ein häufiges Kriterium ist der regelmäßige Geldeingang. Banken wie die DKB und ING verlangen beispielsweise einen monatlichen Mindestgeldeingang von 700 Euro, um die Kontoführung kostenlos zu halten. Wer diese Bedingung nicht erfüllt, muss mit monatlichen Gebühren von bis zu 4,99 Euro rechnen.
Darüber hinaus gibt es oft eine Aktivitätspflicht, die besagt, dass der Kunde mindestens eine Transaktion pro Monat durchführen muss, um das Konto kostenlos zu führen. Diese Bedingungen können für Verbraucher, die das Konto nur sporadisch nutzen, schnell zu einer Kostenfalle werden.
Versteckte Gebühren bei Bargeldabhebungen
- Über 330 Girokonten werden als kostenfrei gelistet.
- Kostenlose Abhebungen sind oft limitiert oder kostenpflichtig.
- Neobanken wie N26 und C24 bieten tatsächlich kostenlose Konten ohne Bedingungen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Verbraucher beachten sollten, sind die Gebühren für Bargeldabhebungen. Viele Neobanken bieten zwar eine bestimmte Anzahl kostenloser Abhebungen pro Monat an, doch diese sind oft auf Automaten des eigenen Bankenverbunds beschränkt. Abhebungen an fremden Automaten können schnell teuer werden. Beispielsweise erhebt die Neobank bunq eine Gebühr von 2,99 Euro pro Abhebung, unabhängig von der Höhe des Betrags.
Zusätzlich gibt es häufig Mindestbeträge, die abgehoben werden müssen, um Gebühren zu vermeiden. Diese versteckten Kosten können sich schnell summieren und die vermeintlichen Vorteile eines kostenlosen Kontos zunichte machen.
Zusatzkosten bei internationalen Transaktionen
Wer häufig im Ausland unterwegs ist oder internationale Überweisungen tätigt, sollte ebenfalls auf versteckte Gebühren achten. Viele Banken, darunter auch die ING, berechnen eine Gebühr von 2,20 Prozent für Zahlungen in Fremdwährungen. Diese Kosten können insbesondere für Reisende oder Online-Shopper, die aus dem Ausland bestellen, erheblich sein.
Es ist ratsam, die Gebührenstruktur der jeweiligen Bank genau zu prüfen, bevor man sich für ein Konto entscheidet. Verbraucher sollten sich auch über die Wechselkurse informieren, die oft nicht transparent kommuniziert werden und zusätzliche Kosten verursachen können.
Dispozinsen und Überziehungsgebühren
Ein oft übersehener Kostenfaktor sind die Dispozinsen, die anfallen, wenn das Konto überzogen wird. Diese Zinssätze variieren stark zwischen den Banken. Bei der DKB liegen die Dispozinsen beispielsweise bei 8,51 Prozent für Passivkunden und 7,91 Prozent für Aktivkunden. Bei der ING sind es sogar 9,14 Prozent. Wer in eine finanzielle Schieflage gerät und auf den Dispo angewiesen ist, kann schnell in eine Kostenfalle geraten.
Verbraucher sollten sich daher bewusst sein, dass die vermeintlichen Vorteile eines kostenlosen Kontos schnell durch hohe Überziehungsgebühren und Zinsen aufgezehrt werden können. Eine sorgfältige Planung der Finanzen ist daher unerlässlich.
Fazit: Aufpassen bei kostenlosen Konten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kostenlose Konten bei Neobanken zwar verlockend erscheinen, jedoch oft mit zahlreichen Bedingungen und versteckten Kosten verbunden sind. Verbraucher sollten sich vor der Kontoeröffnung umfassend informieren und die Angebote verschiedener Banken vergleichen. Es ist wichtig, die Bedingungen für die kostenlose Kontoführung sowie mögliche Zusatzkosten genau zu prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Nur so kann man sicherstellen, dass man tatsächlich von einem kostenlosen Konto profitiert und nicht in eine Kostenfalle tappt.
Häufige Fragen
Was sind Neobanken?
Sind alle kostenlosen Konten wirklich kostenlos?
Welche Gebühren können bei Neobanken anfallen?
Wie finde ich das beste kostenlose Konto?
Was passiert, wenn ich die Bedingungen für ein kostenloses Konto nicht erfülle?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neobanken und ihre Angebote im Überblick · Foto: Tranmautritam / Pexels


