⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.08.2026
Amundi, einer der führenden Asset Manager in Europa, kündigt die Streichung von 66 ETF-Anteilklassen an der London Stock Exchange und der Deutschen Börse an. Diese Maßnahme tritt am 9. November 2026 in Kraft und betrifft zahlreiche beliebte Produkte.
- Amundi streicht 66 ETF-Anteilklassen, um Handelsvolumen zu bündeln.
- Anleger müssen nicht sofort handeln, aber sollten ihre Depots prüfen.
- Alternativen sind oft an anderen Börsen oder in anderen Währungen verfügbar.
Amundi, einer der größten Asset Manager in Europa, hat angekündigt, insgesamt 66 ETF-Anteilklassen von zwei der wichtigsten europäischen Börsenplätzen zu streichen. Diese Maßnahme betrifft 26 Anteilklassen an der London Stock Exchange (LSE) und 40 an der Deutschen Börse. Die Delistings treten am 9. November 2026 in Kraft und betreffen einige der bekanntesten ETFs, darunter den Amundi Core MSCI World UCITS ETF, der mit einem Volumen von 18,6 Milliarden Dollar zu den größten ETFs Europas zählt.
Was sind die Hintergründe der Delistings?

Die Entscheidung von Amundi, diese Anteilklassen zu streichen, ist Teil einer umfassenden Marktbereinigung. Wenn dasselbe Produkt an mehreren Börsen gleichzeitig notiert ist, verteilt sich das Handelsvolumen auf viele einzelne Linien. Dies führt zu einer geringeren Liquidität, was bedeutet, dass Kauf- und Verkaufskurse weiter auseinanderliegen und die Handelsqualität leidet. Durch die Konzentration des Handelsvolumens auf weniger, stärker genutzte Handelsplätze möchte Amundi die Liquidität erhöhen und die Handelsqualität verbessern.
Zusätzlich zu den Liquiditätsüberlegungen spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Börsennotierungen verursachen laufende Kosten, von Listing-Gebühren bis hin zu Verträgen mit Market Makern. Anteilklassen mit geringem Handelsvolumen rechnen sich für den Anbieter nicht, was die Entscheidung von Amundi weiter erklärt.
Was bedeutet das für Anleger?
Für die meisten Anleger ändert sich durch die Delistings zunächst wenig. Die betroffenen Anteile bleiben gültig und verlieren nicht ihren Wert. Anleger, die eine der gestrichenen Anteilklassen im Depot halten, müssen jedoch darauf achten, dass sie nach dem 9. November 2026 an der jeweiligen Börse nicht mehr gehandelt werden können. Es ist daher ratsam, rechtzeitig zu prüfen, ob die eigene Anteilklasse betroffen ist und gegebenenfalls auf eine verbleibende Handelslinie zu wechseln.
Ein wichtiger Schritt für Anleger ist es, ihr Depot zu überprüfen. Sie sollten darauf achten, ob sie eine der gestrichenen Anteilklassen halten, die an der LSE oder der Deutschen Börse notiert sind. Alternativen sind oft an anderen Börsen oder in anderen Währungsvarianten verfügbar, die möglicherweise günstiger und liquider sind.
Welche Produkte sind betroffen?
- Datum der Delistings: 9. November 2026
- Betroffene Anteilklassen: 66 (26 an der LSE, 40 an der Deutschen Börse)
- Größter betroffener ETF: Amundi Core MSCI World UCITS ETF mit 18,6 Milliarden Dollar Volumen
Zu den betroffenen Produkten gehören unter anderem die Pfund-Tranche des Amundi Core MSCI World UCITS ETF (MWRD), die ausschüttenden Dollar- und Pfund-Klassen des Amundi Prime All Country World UCITS ETF (WEBG) sowie die Pfund-Notierung des Amundi MSCI Europe UCITS ETF (MEUG) an der LSE. Auch diverse ESG- und Faktor-Produkte sind an der Deutschen Börse betroffen.
Die Entscheidung von Amundi ist nicht isoliert. Auch andere Anbieter, wie die DWS, haben in letzter Zeit Pfund-Notierungen von der LSE und der Schweizer Börse zurückgezogen. Dies ist Teil eines strukturellen Branchentrends, der sich nach dem Brexit beschleunigt hat, wobei sich das Handelsvolumen zunehmend auf EU-Börsen wie Euronext Amsterdam oder Xetra verlagert.
Wie sollten Anleger reagieren?
Anleger sollten folgende Schritte prüfen, um auf die Delistings zu reagieren:
- Depot checken: Halte ich eine der gestrichenen Anteilklassen? Dies ist erkennbar an Kürzel, Börsenplatz und Handelswährung.
- Alternativen suchen: Oft gibt es denselben ETF an einer anderen Börse oder in einer anderen Währungsklasse, die möglicherweise günstiger und liquider sind.
- Broker kontaktieren: Manche Broker leiten Handelsaufträge automatisch auf alternative Börsenplätze um. Es lohnt sich, dies vorab zu klären.
Durch diese Maßnahmen können Anleger sicherstellen, dass sie auch nach den Delistings weiterhin von ihren Investitionen profitieren können.
Fazit

Die Delistings von Amundi sind ein bedeutender Schritt in der europäischen ETF-Landschaft. Während die betroffenen Anteilklassen nicht sofort an Wert verlieren, sollten Anleger proaktiv handeln, um ihre Investitionen zu sichern. Die Konzentration des Handelsvolumens auf weniger, stark genutzte Handelsplätze könnte langfristig zu besseren Handelsbedingungen führen. Anleger sind gut beraten, ihre Depots zu überprüfen und gegebenenfalls Alternativen zu suchen, um von den Vorteilen der verbleibenden Handelslinien zu profitieren.
Häufige Fragen
Was sind die Gründe für die Delistings von Amundi?
Was passiert mit meinen Anteilen nach dem Delisting?
Wie finde ich heraus, ob meine Anteilklasse betroffen ist?
Gibt es Alternativen zu den gestrichenen Anteilklassen?
Wie kann ich meine Anteile nach dem Delisting verkaufen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Börsenhandel und ETF-Anlagen · Foto: RDNE Stock project / Pexels


