⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.09.2026
Das Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor einer neuen Betrugsmasche bei Essenslieferdiensten, bei der Kriminelle Kreditkartendaten stehlen.
- Betrüger manipulieren Bezahlseiten
- Kunden sind oft ahnungslos
- Wichtige Tipps zum Schutz vor Skimming
Am 1. September 2026 veröffentlichte das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) eine alarmierende Warnung über eine neue Betrugsmasche, die insbesondere Essenslieferdienste betrifft. Kriminelle haben es geschafft, die Bezahlseiten dieser Dienste zu manipulieren, um Kreditkartendaten von ahnungslosen Kunden zu stehlen. Diese Art des Betrugs, bekannt als Skimming, stellt eine ernsthafte Bedrohung für Verbraucher dar, die online Essen bestellen.
Was ist Skimming?

Skimming ist eine Betrugsmasche, bei der Cyberkriminelle schädlichen Code in die legitime Webseite eines Anbieters einschleusen. Im aktuellen Fall wurde die Bezahlmethode Twint durch eine gefälschte Option für Kreditkartenzahlungen ersetzt. Wenn Kunden diese Option wählten, öffnete sich ein Pop-Up-Fenster, in dem sie ihre Kreditkartendaten eingeben sollten. Auffällig war, dass die Beschriftung in Englisch war, während die restliche Seite auf Deutsch war. Dies sollte den Nutzern bereits ein Warnsignal geben, doch viele erkennen solche Manipulationen nicht.
Im Gegensatz zu Phishing, bei dem gefälschte Webseiten verwendet werden, geschieht Skimming auf einer echten Webseite, die von Angreifern manipuliert wurde. Diese Methode ist besonders perfide, da sie das Vertrauen der Nutzer in die Sicherheit der Webseite ausnutzt. Das Bacs betont, dass es ohne spezielles Wissen sehr schwierig bis unmöglich ist, eine solche Manipulation zu erkennen.
Wie funktioniert der Betrug?
Die Angreifer schleusen ihren schädlichen Code in die Webseite ein, indem sie Schwachstellen in der Webanwendung oder im Content-Management-System (CMS) ausnutzen. Oftmals geschieht dies über die Lieferkette, indem Schadcode in Javascript-Bibliotheken oder Analysewerkzeuge integriert wird. Auf diese Weise können sie potenziell hunderte von Webseiten kompromittieren, ohne dass die Betreiber etwas bemerken.
Im Fall des betroffenen Essenslieferdienstes wurde die Zahlungsoption „Twint“ durch „Credit/Debit Card“ ersetzt. Kunden, die diese Option wählten, wurden aufgefordert, ihre Kreditkartendaten einzugeben. Nach der Eingabe erhielten sie eine Fehlermeldung, die besagte, dass die Kreditkartenzahlung noch in der Testphase sei und sie stattdessen Twint verwenden sollten. Diese Taktik soll verhindern, dass die Kunden Verdacht schöpfen und ihre Daten zurückziehen.
Die Rolle der Verbraucher
- Datum: 01. September 2026
- Angreifer manipulierten Bezahlseite
- Betroffene Zahlungsmethode: Kreditkarte
Verbraucher sind oft ahnungslos, wenn es um solche Betrugsmaschen geht. Das Bacs empfiehlt, dass Kunden bei unerklärlichen Kreditkartenabbuchungen nach einem Online-Kauf in Betracht ziehen sollten, dass die Webseite möglicherweise Opfer von E-Commerce-Skimming wurde. Dies gilt auch für bekannte und vertrauenswürdige Shops. Es ist wichtig, dass Verbraucher wachsam bleiben und regelmäßig ihre Kontobewegungen überprüfen.
Wenn jemand Opfer eines Skimming-Angriffs wird, sollte er umgehend die Bank oder den Kreditkartenanbieter informieren, um die Transaktion anzufechten. Zudem sollte der Vorfall dem Bacs gemeldet werden, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. Im Falle eines finanziellen Schadens empfiehlt das Bacs, eine Anzeige bei der zuständigen Kantonspolizei zu erstatten.
Schutzmaßnahmen für Verbraucher
Um sich vor Skimming zu schützen, sollten Verbraucher einige grundlegende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dazu gehört die Verwendung sicherer Zahlungsmethoden, die regelmäßige Überprüfung der Kontobewegungen und das Achten auf verdächtige Aktivitäten. Das Bacs rät zudem, dass Webseitenbetreiber ihre Verantwortung ernst nehmen und regelmäßig Sicherheitsupdates durchführen sowie externe Javascript-Bibliotheken überprüfen.
Die Funktionalität des Check-outs sollte regelmäßig auf Unregelmäßigkeiten untersucht werden. Automatisierte Tests oder Monitoring-Tools können dabei helfen, potenzielle Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen. Verbraucher sollten auch darauf achten, starke Passwörter zu verwenden und diese regelmäßig zu ändern.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen
Die Zunahme solcher Betrugsmaschen hat nicht nur Auswirkungen auf die Verbraucher, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Wenn Kunden das Vertrauen in Online-Zahlungen verlieren, könnte dies zu einem Rückgang der Umsätze im E-Commerce führen. Unternehmen, die Essenslieferdienste anbieten, könnten durch solche Vorfälle in ihrer Reputation und damit in ihrem Umsatz erheblich geschädigt werden.
In einer Zeit, in der immer mehr Menschen auf Online-Bestellungen angewiesen sind, ist es entscheidend, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um sich vor solchen Betrügereien zu schützen. Die wirtschaftlichen Folgen könnten weitreichend sein, insbesondere in einem Umfeld, in dem Inflation und steigende Lebenshaltungskosten bereits eine Herausforderung darstellen.
Fazit

Die aktuelle Warnung des Bundesamts für Cybersicherheit vor Skimming bei Essenslieferdiensten ist ein ernstzunehmendes Signal für Verbraucher und Unternehmen. Es ist wichtig, wachsam zu bleiben und sich über die Risiken im Online-Zahlungsverkehr zu informieren. Durch präventive Maßnahmen und ein erhöhtes Bewusstsein können sowohl Verbraucher als auch Unternehmen dazu beitragen, die Sicherheit im E-Commerce zu erhöhen und das Vertrauen in digitale Zahlungsmethoden zu stärken.
Häufige Fragen
Was ist Skimming?
Wie erkenne ich, ob ich Opfer von Skimming geworden bin?
Was soll ich tun, wenn ich Opfer eines Skimming-Angriffs werde?
Wie kann ich mich vor Skimming schützen?
Sind Essenslieferdienste besonders anfällig für Skimming?
Quellen: Google News
Symbolbild: Betrug bei Essenslieferdiensten · Foto: MART PRODUCTION / Pexels


