⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.06.2026
Die geplante Strompreiszone zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark könnte nicht nur die Wasserstoffproduktion ankurbeln, sondern auch den Strommarkt im Norden stabilisieren.
- Neue Strompreiszone NTSZ soll Abregelungen reduzieren.
- Wasserstoffproduktion wird wirtschaftlicher.
- Erwartete Senkung der Strompreise um 4%.
- Stärkung der regionalen Wertschöpfung.
- Erhöhung der Versorgungssicherheit.
Die geplante Strompreiszone zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark, bekannt als NordicTwinSeaZone (NTSZ), könnte einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Strommarktes im Norden Deutschlands leisten und gleichzeitig die Wasserstoffproduktion erheblich ankurbeln. Diese Initiative ist besonders relevant im Kontext der aktuellen Herausforderungen, die durch steigende Energiepreise und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energieversorgung entstehen.
Was ist die NordicTwinSeaZone?

Die NordicTwinSeaZone ist eine neu geplante gemeinsame Strompreiszone, die die Regionen Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark-West umfasst. Ziel dieser Initiative ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien zu optimieren und die Wasserstoffwirtschaft in der Region zu fördern. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE zeigt, dass die NTSZ signifikante Vorteile für den Strommarkt und die Wasserstoffproduktion mit sich bringen könnte.
Die NTSZ wird als Antwort auf die zunehmenden Netzengpässe und Abregelungen in Norddeutschland gesehen. Durch die Schaffung einer gemeinsamen Strompreiszone können die regionalen Strompreise gesenkt und die Marktwerte erneuerbarer Energien stabilisiert werden. Dies ist besonders wichtig, da die Nachfrage nach Wasserstoff als sauberem Energieträger in den kommenden Jahren voraussichtlich stark ansteigen wird.
Wie wird die NTSZ die Strompreise beeinflussen?
Die Einführung der NordicTwinSeaZone wird voraussichtlich die Strompreise in der Nordregion um etwa 4% senken. Dies geschieht durch die Reduzierung von Abregelungen erneuerbarer Energien um bis zu 75% und die Glättung extremer Preisspitzen um ein Drittel. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien zu verbessern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Ein weiterer positiver Effekt der NTSZ ist die Schaffung klarer Investitionssignale für flexible Lasten wie Elektrolyseure. Diese Elektrolyseure sind entscheidend für die Produktion von grünem Wasserstoff, da sie erneuerbaren Strom in Wasserstoff umwandeln. Durch die Senkung der Strompreise und die Stabilisierung des Marktes wird die Attraktivität für Investitionen in diese Technologien erhöht.
Vorteile für die Wasserstoffproduktion
- Strompreiszone: NordicTwinSeaZone (NTSZ)
- Ziel: Senkung der Strompreise um 4%
- Erwartete Abregelung von EE um 75%
- Wasserstoffpreis: 3-5€/kg möglich
- Marktwerte von Wind- und PV-Anlagen steigen um 6€/MWh
Ein zentrales Ergebnis der Studie des Fraunhofer IEE ist die verbesserte Wirtschaftlichkeit der Wasserstoffproduktion in der NTSZ. Durch die Erfüllung des RED-III-90-Prozent-Kriteriums können Elektrolyseure in dieser Zone wettbewerbsfähig betrieben werden. Dies ermöglicht eine Produktion von grünem Wasserstoff zu planbaren Kosten, was für die Entwicklung des deutschen und europäischen Wasserstoffmarktes von großer Bedeutung ist.
Die NTSZ könnte es ermöglichen, Wasserstoff zu Preisen zwischen 3 und 5 Euro pro Kilogramm zu produzieren, was im Vergleich zu den aktuellen Marktbedingungen eine erhebliche Verbesserung darstellt. Diese Preisgestaltung wird nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Wasserstoffproduktion erhöhen, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und die Energiewende vorantreiben.
Stärkung der regionalen Wertschöpfung
Die Schaffung der NordicTwinSeaZone wird auch die regionale Wertschöpfung stärken. Durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien und die Wasserstoffproduktion können lokale Unternehmen von stabileren Strompreisen und einer erhöhten Nachfrage profitieren. Dies wird nicht nur die wirtschaftliche Situation in der Region verbessern, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen.
Die NTSZ wird somit zu einem wichtigen Instrument, um die wirtschaftliche Resilienz der Region zu fördern und die Abhängigkeit von externen Energiequellen zu reduzieren. Die regionale Kopplung von erneuerbarer Stromerzeugung und Wasserstoffnachfrage wird einen wesentlichen Beitrag zur Systemstabilität leisten und gleichzeitig die Importabhängigkeit verringern.
Ausblick auf die Umsetzung der NTSZ
Die Umsetzung der NordicTwinSeaZone ist für den Jahreswechsel 2029/2030 geplant, vorausgesetzt, die erforderlichen Kriterien werden erfüllt. Die politische Unterstützung für dieses Projekt ist entscheidend, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Investitionen in die erforderliche Infrastruktur zu sichern.
Die NTSZ wird nicht nur die Wasserstoffproduktion ankurbeln, sondern auch einen stabilen und integrierten Strommarkt in Nordeuropa fördern. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen durch steigende Energiepreise und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energieversorgung.
Fazit

Die geplante Strompreiszone zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark könnte einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Strommarktes im Norden Deutschlands leisten und gleichzeitig die Wasserstoffproduktion erheblich ankurbeln. Durch die Senkung der Strompreise und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Wasserstoffproduktion wird die NTSZ zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in Deutschland und Europa.
Häufige Fragen
Was ist die NordicTwinSeaZone?
Wie wird die NTSZ die Strompreise beeinflussen?
Welche Vorteile bringt die NTSZ für die Wasserstoffproduktion?
Wie wird die NTSZ die regionale Wertschöpfung beeinflussen?
Wann wird die NTSZ voraussichtlich umgesetzt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Strompreiszone und Wasserstoffproduktion im Norden · Foto: Alex Sanchez / Pexels


