⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 02.08.2026
Zentralbanken weltweit haben ihre Goldkäufe im zweiten Quartal 2026 drastisch erhöht, während die Nachfrage nach Papiergold durch ETFs zurückgeht. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Stabilität des Goldmarktes auf.
- Goldkäufe der Zentralbanken stiegen um 62 Prozent.
- Die globale Goldnachfrage blieb stabil bei 1.269 Tonnen.
- Papiergold-ETFs verzeichneten Netto-Abflüsse von 45 Tonnen.
Im zweiten Quartal 2026 haben Zentralbanken weltweit ihre Goldkäufe erheblich gesteigert. Laut dem aktuellen Bericht des World Gold Council (WGC) kauften Notenbanken in den drei Monaten bis Ende Juni rund 289 Tonnen Gold. Dies stellt einen Anstieg von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal dar. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da die Nachfrage nach Gold zu Beginn des Jahres stark zurückgegangen war.
Wer sind die größten Goldkäufer?

Die Notenbank von Polen war im zweiten Quartal der größte Käufer und stockte ihre Goldreserven um 51 Tonnen auf insgesamt 632 Tonnen auf. Auch die chinesische Zentralbank hat ihre Bestände um 33 Tonnen auf 2.346 Tonnen erhöht. Diese beiden Länder haben sich bereits 2025 als bedeutende Akteure auf dem Goldmarkt etabliert. Im Gegensatz dazu hat die russische Notenbank im gleichen Zeitraum 22 Tonnen Gold verkauft und war damit der größte Verkäufer unter den Zentralbanken.
Die Rolle von Papiergold und ETFs
Während die Nachfrage nach physischem Gold durch Zentralbanken steigt, zeigt sich ein gegenteiliger Trend bei Papiergold, insbesondere bei Exchange Traded Funds (ETFs). Im zweiten Quartal 2026 verzeichneten diese Finanzinstrumente Netto-Abflüsse von 45 Tonnen. Dies könnte darauf hindeuten, dass Anleger in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit weniger Vertrauen in kurzfristige Finanzprodukte haben und sich stattdessen auf physisches Gold konzentrieren.
Globale Goldnachfrage bleibt stabil
- Zentralbanken kauften im zweiten Quartal 289 Tonnen Gold.
- Polen war der größte Käufer mit 51 Tonnen.
- Russland verkaufte 22 Tonnen Gold im gleichen Zeitraum.
Die globale Nachfrage nach Gold blieb im zweiten Quartal 2026 mit 1.269 Tonnen stabil, was nur einen geringen Anstieg von 1 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal darstellt. Die Nachfrage nach Goldschmuck fiel jedoch um 17 Prozent auf 278 Tonnen, was den niedrigsten Quartalswert seit der Corona-Pandemie darstellt. Trotz dieser Rückgänge stiegen die Ausgaben für Goldschmuck aufgrund der hohen Goldpreise um 14 Prozent auf etwa 40 Milliarden US-Dollar.
Ein Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Goldmarkt sind eng mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbunden. Hohe Inflationsraten und Unsicherheiten in den Finanzmärkten treiben die Nachfrage nach sicheren Anlageformen wie Gold an. Zentralbanken nutzen Gold zunehmend als Teil ihrer Reservepolitik, um sich gegen wirtschaftliche Turbulenzen abzusichern. Diese Tendenz könnte auch Auswirkungen auf den DAX und andere Aktienmärkte haben, da ein starkes Vertrauen in Gold oft mit einer stabilen wirtschaftlichen Lage korreliert.
Die Zukunft des Goldmarktes
Der World Gold Council erwartet, dass die Notenbanken auch im zweiten Halbjahr 2026 eine wichtige Stütze für die Goldnachfrage bleiben werden. Dennoch könnte das Rekordniveau der Goldkäufe aus dem Jahr 2025 nicht ganz erreicht werden. Die strukturelle Nachfrage aus Asien und die anhaltenden Käufe durch Zentralbanken könnten jedoch dazu beitragen, den Goldpreis auf einem stabilen Niveau zu halten.
Fazit

Die aktuellen Trends auf dem Goldmarkt zeigen, dass Zentralbanken ihre Goldkäufe im Eiltempo erhöhen, während die Nachfrage nach Papiergold durch ETFs zurückgeht. Diese Entwicklungen könnten sowohl für Anleger als auch für die wirtschaftliche Gesamtlage von Bedeutung sein. In einer Zeit, in der Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen, bleibt Gold eine gefragte Anlageform, die sowohl als Sicherheitsreserve als auch als Wertaufbewahrungsmittel dient.
Häufige Fragen
Warum kaufen Zentralbanken mehr Gold?
Was sind die Auswirkungen der steigenden Goldkäufe auf den Markt?
Wie hat sich die Nachfrage nach Gold im zweiten Quartal 2026 entwickelt?
Was bedeutet der Rückgang der Papiergold-Nachfrage?
Wie beeinflussen die Goldkäufe der Zentralbanken den DAX?
Quellen: Google News
Symbolbild: Zentralbanken erhöhen Goldkäufe erheblich · Foto: Pixabay / Pexels


