⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.09.2026
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für 2027 auf 1,3 Prozent angehoben. Gleichzeitig wird ein Rückgang der Inflation auf 2,3 Prozent erwartet.
- OeNB hebt Wachstumsprognose für 2027 an.
- Inflation soll 2027 auf 2,3% sinken.
- Arbeitslosenquote wird voraussichtlich zurückgehen.
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat am 10. September 2026 ihre Interimsprognose veröffentlicht, die einen optimistischen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich für die kommenden Jahre bietet. Die Prognose sieht für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent vor, was eine Anhebung um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Schätzung darstellt. Diese positive Entwicklung wird durch eine Reihe von Faktoren unterstützt, darunter eine verbesserte Auftragslage in der Industrie und eine stärkere Entwicklung des Welthandels.
Was sind die Hauptfaktoren für die Prognoseanpassung?

Die OeNB hebt hervor, dass die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2026 bereits erste positive Signale zeigt. Insbesondere die Stimmung in der heimischen Industrie hat sich verbessert, was auf eine steigende Auftragslage hinweist. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Nationalbank optimistischer in die Zukunft blickt, trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, die durch den Konflikt im Nahen und Mittleren Osten bedingt sind.
Ein weiterer Aspekt, der zur positiven Prognose beiträgt, ist die Entwicklung der Energiepreise. Die OeNB erwartet, dass die Inflation, die 2026 bei 3,0 Prozent liegen soll, im Jahr 2027 auf 2,3 Prozent sinken wird. Dies ist vor allem auf das Nachlassen der Energieinflation zurückzuführen, die von 6,5 Prozent im Jahr 2026 auf 1,0 Prozent im Jahr 2027 zurückgehen soll.
Wie wird sich die Inflation entwickeln?
Die Inflation in Österreich ist ein zentrales Thema, insbesondere im Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die OeNB prognostiziert, dass die Teuerungsrate im Jahr 2026 bei 3,0 Prozent liegen wird, bevor sie im folgenden Jahr auf 2,3 Prozent sinkt. Diese Entwicklung wird als positiv angesehen, da sie im Einklang mit den Zielen der Europäischen Zentralbank (EZB) steht, die eine Inflationsrate von nahe 2 Prozent anstrebt.
Die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel, die im Juli 2026 eingeführt wurde, hat ebenfalls dazu beigetragen, die Inflation zu dämpfen. Laut OeNB wurde diese Steuererleichterung nahezu vollständig an die Verbraucher weitergegeben, was die Kaufkraft der Haushalte stärkt und somit die wirtschaftliche Aktivität ankurbeln könnte.
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
- Wachstumsprognose 2027: 1,3%
- Inflation 2026: 3,0%
- Inflation 2027: 2,3%
- Arbeitslosenquote 2026: 7,5%
- Basiszinssatz ab 16.09.2026: 2,03%
Ein weiterer positiver Aspekt der aktuellen Prognose ist die erwartete Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die OeNB rechnet damit, dass die Arbeitslosenquote, die 2026 bei 7,5 Prozent liegen soll, im Jahr 2027 auf 7,3 Prozent und bis 2028 auf 7,1 Prozent sinken wird. Diese langsame, aber stetige Verbesserung des Arbeitsmarktes könnte das Vertrauen der Verbraucher stärken und somit die Konsumausgaben ankurbeln.
Die OeNB betont, dass die wirtschaftliche Erholung auch von der Stabilität des Arbeitsmarktes abhängt. Eine sinkende Arbeitslosenquote könnte dazu führen, dass mehr Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten und somit die Produktivität und das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln.
Geopolitische Risiken und Unsicherheiten
Trotz der positiven Prognosen bleibt die OeNB vorsichtig, da geopolitische Risiken weiterhin eine erhebliche Unsicherheit darstellen. Der Konflikt im Nahen und Mittleren Osten könnte potenziell negative Auswirkungen auf die Energiepreise und die allgemeine wirtschaftliche Stabilität haben. In einem ungünstigen Szenario könnte die Inflation auf 5,6 Prozent steigen, während das Wirtschaftswachstum auf 0,3 Prozent sinken könnte.
Die OeNB hat alternative Szenarien entwickelt, um die möglichen Auswirkungen solcher Schocks auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum bis Ende 2028 zu analysieren. Diese Szenarien verdeutlichen die hohe Unsicherheit, die mit den aktuellen geopolitischen Entwicklungen verbunden ist.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die aktuellen Prognosen der OeNB könnten auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Eine positive Wachstumsprognose könnte das Vertrauen der Investoren stärken und zu einer Stabilisierung der Aktienmärkte führen. Insbesondere der DAX und andere europäische Indizes könnten von einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich profitieren.
Darüber hinaus könnte die Senkung der Inflation zu einer Anpassung der Zinssätze führen. Die OeNB hat bereits angekündigt, dass der Basiszinssatz ab dem 16. September 2026 auf 2,03 Prozent erhöht wird. Dies könnte sich auf die Kreditkosten auswirken und somit die Investitionsentscheidungen von Unternehmen beeinflussen.
Fazit

Die OeNB hat mit ihrer aktuellen Interimsprognose einen optimistischen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich gegeben. Mit einer angehobenen Wachstumsprognose von 1,3 Prozent für 2027 und einer sinkenden Inflation auf 2,3 Prozent zeigt sich, dass die österreichische Wirtschaft auf einem stabilen Kurs ist. Dennoch bleibt die Situation angesichts geopolitischer Risiken und Unsicherheiten angespannt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich diese Faktoren auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken werden.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle Wachstumsprognose der OeNB für 2027?
Wie hoch wird die Inflation in Österreich 2027 geschätzt?
Was sind die Gründe für die angepasste Wachstumsprognose?
Wie wird sich die Arbeitslosenquote entwickeln?
Welche Faktoren beeinflussen die Inflation in Österreich?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wachstumsprognose der OeNB für 2027 · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


