⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.09.2026
Die anhaltenden Konflikte im Iran führen zu einem dramatischen Anstieg der Gaspreise in Deutschland. Verivox warnt vor Kostensteigerungen von bis zu 20 Prozent für Verbraucher.
- Gaspreise steigen aufgrund des Iran-Kriegs.
- Neukundenpreise sind seit Februar um über ein Drittel gestiegen.
- Bestandskunden müssen ebenfalls mit Preiserhöhungen rechnen.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran, haben erhebliche Auswirkungen auf die Energiepreise in Europa. Laut dem Vergleichsportal Verivox müssen Verbraucher in Deutschland mit einem Anstieg der Gaspreise von bis zu 20 Prozent rechnen. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend, da die Gasspeicher in Deutschland derzeit nur zu etwa 55 Prozent gefüllt sind, was der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit 2011 ist.
Was sind die Ursachen für den Anstieg der Gaspreise?

Die Ursachen für die steigenden Gaspreise sind vielfältig. Zum einen haben die Großhandelspreise für Gas in Europa aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran einen dramatischen Anstieg erfahren. Diese Preiserhöhungen spiegeln sich direkt in den Preisen für Neukunden wider, die seit Februar um über ein Drittel gestiegen sind. Bestandskunden werden zwar langsamer von diesen Entwicklungen betroffen, müssen jedoch ebenfalls mit Preiserhöhungen rechnen, die zum Jahreswechsel zwischen 10 und 20 Prozent liegen könnten.
Ein weiterer Faktor, der zur Preissteigerung beiträgt, ist der niedrige Füllstand der Gasspeicher in Deutschland. Aktuell sind die Speicher nur zu etwa 55 Prozent gefüllt, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von gut 12 Prozentpunkten darstellt. Diese Situation erhöht die Sorgen um die Versorgungssicherheit im kommenden Winter, insbesondere wenn die Temperaturen sinken und der Gasverbrauch steigt.
Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die deutsche Wirtschaft aus?
Die deutsche Wirtschaft ist besonders anfällig für Preisschocks, da sie stark von Erdgas abhängt. Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, betont, dass Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen sind. Diese Abhängigkeit macht die Wirtschaft verletzlich gegenüber internationalen Konflikten, die die Energiepreise in die Höhe treiben.
Die steigenden Energiepreise haben bereits direkte Auswirkungen auf die Inflation in Deutschland. Im August 2026 lag die Inflation bei 2,9 Prozent, und Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass sie bis Ende 2026 weiter steigen wird. Diese Entwicklung könnte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinflussen, die bereits den Einlagenzins auf 2,5 Prozent angehoben hat, um der Inflation entgegenzuwirken.
Was bedeutet das für Verbraucher?
- Erwartete Preiserhöhung: 10 bis 20 Prozent zum Jahreswechsel
- Aktueller Füllstand der Gasspeicher in Deutschland: 55 Prozent
- Inflation in Deutschland im August: 2,9 Prozent
Für Verbraucher bedeutet der Anstieg der Gaspreise, dass sie sich auf höhere Kosten beim Heizen und Kochen einstellen müssen. Verivox hat bereits darauf hingewiesen, dass Haushalte mit einem hohen Gasverbrauch von Mehrbelastungen von mehreren Hundert Euro pro Jahr betroffen sein könnten. Besonders problematisch ist die Situation für Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, da die kommunalen Heizkostengrenzen oft nicht schnell genug an die tatsächliche Preisentwicklung angepasst werden können.
Die Verbraucher sollten daher ihre Gasanbieter und Tarife überprüfen, um gegebenenfalls zu günstigeren Alternativen zu wechseln. Ein bewusster Umgang mit Energie kann ebenfalls helfen, die Kosten zu senken. Tipps zur Reduzierung des Gasverbrauchs sind beispielsweise die Optimierung der Heizungsanlage und die Nutzung von energieeffizienten Geräten.
Wie sieht die Zukunft der Gaspreise aus?
Die Prognosen für die Gaspreise sind angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der aktuellen Marktentwicklungen schwierig. Experten warnen, dass die Preise weiter steigen könnten, insbesondere wenn die Konflikte im Nahen Osten anhalten oder sich verschärfen. Die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Gas und die Abhängigkeit von Importen machen es für Verbraucher und Unternehmen schwierig, langfristige Planungen vorzunehmen.
Die Bundesnetzagentur hat jedoch betont, dass es derzeit keine akute Gefahr einer Mangellage gibt. Die Betreiber der Gasspeicher haben die Möglichkeit, in den kommenden Wochen weitere Einspeicherungen vorzunehmen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dennoch bleibt die Situation angespannt, und die Verbraucher sollten sich auf mögliche weitere Preissteigerungen einstellen.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen im Iran-Krieg haben direkte Auswirkungen auf die Gaspreise in Deutschland, die voraussichtlich um bis zu 20 Prozent steigen werden. Die niedrigen Füllstände der Gasspeicher und die Abhängigkeit von Gasimporten machen die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher besonders anfällig für Preisschocks. Angesichts dieser Situation ist es ratsam, die eigenen Energiekosten im Blick zu behalten und gegebenenfalls Maßnahmen zur Kostenreduktion zu ergreifen.
Häufige Fragen
Wie stark werden die Gaspreise steigen?
Warum steigen die Gaspreise?
Wie sind die Gasspeicher in Deutschland gefüllt?
Was bedeutet das für die Inflation?
Wie können Verbraucher auf die steigenden Preise reagieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steigende Gaspreise durch den Iran-Krieg · Foto: Jan van der Wolf / Pexels


