⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.08.2026
Die Raiffeisenbank International (RBI) hat eine milliardenschwere Klage gegen die russische Rasperia-Gesellschaft eingereicht, die erhebliche Auswirkungen auf die Strabag-Aktien und die österreichische Wirtschaft haben könnte.
- RBI fordert 3,15 Milliarden Euro von Rasperia.
- Klage könnte 24,1 Prozent der Strabag-Aktien betreffen.
- Gerichtsgebühren belaufen sich auf 41 Millionen Euro.
Die Raiffeisenbank International (RBI) hat kürzlich eine Klage gegen die russische Rasperia-Gesellschaft eingereicht, die sich auf eine Schadenssumme von 3,15 Milliarden Euro beläuft. Diese Klage könnte nicht nur die finanziellen Verhältnisse der RBI beeinflussen, sondern auch weitreichende Folgen für den österreichischen Baukonzern Strabag haben, dessen 24,1 Prozent der Anteile sich im Besitz von Rasperia befinden. Die Klage ist ein bedeutendes Ereignis in der österreichischen Wirtschaft und könnte die Eigentümerstruktur von Strabag nachhaltig verändern.
Was ist die RBI-Klage gegen Rasperia?

Die RBI hat die Klage vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien eingereicht, um die eingefrorenen Vermögenswerte von Rasperia zu verwerten. Diese Vermögenswerte umfassen 28,5 Millionen Aktien des Baukonzerns Strabag sowie die dazugehörigen Dividenden, die aufgrund von Sanktionen bislang auf Eis gelegt waren. Die Klage ist Teil eines größeren rechtlichen Konflikts, der durch die Sanktionen gegen Russland und die damit verbundenen finanziellen Verluste für die RBI ausgelöst wurde.
Die Klage ist nicht nur ein finanzieller Streit, sondern auch ein rechtlicher Präzedenzfall, der zeigt, wie Unternehmen in der aktuellen geopolitischen Lage agieren müssen. Die RBI hat sich entschieden, den rechtlichen Weg zu gehen, um ihre Ansprüche durchzusetzen, nachdem ihr in Russland Milliardenbeträge ohne rechtliche Grundlage abgebucht wurden.
Hintergrund der Klage
Die Rasperia-Gesellschaft, die einst dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska gehörte, ist aufgrund internationaler Sanktionen stark eingeschränkt. Diese Sanktionen haben dazu geführt, dass die RBI und ihre Tochtergesellschaft in Russland erhebliche finanzielle Verluste erlitten haben. Die Klage zielt darauf ab, diese Verluste zurückzufordern und die eingefrorenen Vermögenswerte in Österreich zu verwerten.
Ein entscheidender Punkt in diesem Verfahren ist die Tatsache, dass ein russisches Gericht kürzlich eine Ausnahme für Österreich gemacht hat, was es der RBI ermöglicht, ihre Ansprüche außerhalb Russlands geltend zu machen. Dies ist ein seltener und bemerkenswerter Schritt, der die rechtlichen Möglichkeiten der RBI erheblich erweitert.
Finanzielle Auswirkungen auf die RBI und Strabag
- Klagehöhe: 3,15 Milliarden Euro
- Gerichtsgebühren: 41 Millionen Euro
- Anteile von Strabag: 28,5 Millionen Aktien
- Beteiligung von Rasperia: 24,1 Prozent
- Gerichtsort: Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien
Die Klage hat nicht nur finanzielle Dimensionen, sondern könnte auch die Aktienkurse beider Unternehmen beeinflussen. Die RBI hat bereits 41 Millionen Euro an Gerichtsgebühren für die Klage aufgebracht, was die Ernsthaftigkeit ihrer Ansprüche unterstreicht. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte dies zu einem massiven Umbruch in der Eigentümerstruktur von Strabag führen, da ein erheblicher Teil der Aktien zum Verkauf stehen könnte.
Die Strabag-Aktie hat sich bislang von der Klage weitgehend unberührt gezeigt, jedoch könnte sich dies schnell ändern, wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern. Investoren und Analysten beobachten die Situation genau, da die Entwicklungen in diesem Verfahren direkte Auswirkungen auf die Marktposition von Strabag haben könnten.
Rechtliche Herausforderungen und Risiken
Die rechtlichen Herausforderungen, vor denen die RBI steht, sind erheblich. Die Klage könnte auf Widerstand von Rasperia stoßen, die möglicherweise versuchen wird, die Ansprüche der RBI anzufechten. Zudem könnte es zu weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen kommen, insbesondere wenn Rasperia versucht, ihre eigenen Interessen in Russland zu wahren.
Die RBI hat jedoch betont, dass sie zuversichtlich ist, dass das Verfahren planmäßig verläuft und ein positives Ergebnis wahrscheinlich ist. Dies könnte die Grundlage für eine Rückführung der eingefrorenen Vermögenswerte nach Österreich schaffen und somit die finanzielle Situation der RBI stabilisieren.
Ausblick auf die kommenden Monate
Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich die rechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln. Die RBI erwartet, dass das Verfahren innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein könnte. Dies würde nicht nur die finanziellen Verhältnisse der RBI klären, sondern auch die Zukunft von Strabag und deren Aktionären beeinflussen.
Die Entwicklungen in diesem Fall könnten auch Auswirkungen auf die allgemeine wirtschaftliche Lage in Österreich haben, insbesondere wenn es um die Stabilität großer Unternehmen geht. Investoren sollten die Situation genau verfolgen, um rechtzeitig auf mögliche Veränderungen reagieren zu können.
Fazit

Die Klage der RBI gegen Rasperia stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der österreichischen Wirtschaft dar. Mit einer Forderung von 3,15 Milliarden Euro und der Möglichkeit, einen erheblichen Teil der Strabag-Aktien zu verwerten, könnte dieses Verfahren weitreichende Folgen für die Eigentümerstruktur und die Marktposition von Strabag haben. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die rechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln und welche finanziellen Auswirkungen sie auf die beteiligten Unternehmen haben werden.
Häufige Fragen
Was ist die RBI-Klage gegen Rasperia?
Wie viele Strabag-Aktien sind betroffen?
Was sind die möglichen Auswirkungen auf die Strabag-Aktie?
Wie hoch sind die Gerichtsgebühren für die Klage?
Wann wird mit einer Entscheidung im Verfahren gerechnet?
Quellen: derstandard.at · finanzen.at · diepresse.com
Symbolbild: RBI Klage gegen Rasperia im Fokus · Foto: KATRIN BOLOVTSOVA / Pexels


