⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 02.09.2026
Der hypothekarische Referenzzinssatz bleibt bei 1,25 Prozent und sorgt für Stabilität auf dem Mietmarkt. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf Mieter und die Wirtschaft.
- Hypothekarischer Referenzzinssatz bleibt stabil
- Mieter können Ansprüche auf Mietsenkungen geltend machen
- Wirtschaftliche Auswirkungen auf Inflation und Zinsen
Am 1. September 2026 gab das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) bekannt, dass der hypothekarische Referenzzinssatz bei 1,25 Prozent bleibt. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf den Mietmarkt in der Schweiz und bietet sowohl Mieterinnen und Mietern als auch Investoren eine gewisse Stabilität in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten.
Was ist der hypothekarische Referenzzinssatz?

Der hypothekarische Referenzzinssatz ist ein zentraler Indikator für die Mietzinsgestaltung in der Schweiz. Er basiert auf dem volumengewichteten Durchschnittszinssatz der inländischen Hypothekarforderungen und wird vierteljährlich veröffentlicht. Der aktuelle Satz von 1,25 Prozent ist seit September 2025 unverändert und stellt einen historischen Tiefstand dar. Der Durchschnittszinssatz, der zur Berechnung des Referenzzinssatzes herangezogen wird, liegt bei 1,31 Prozent.
Ein stabiler Referenzzinssatz bedeutet, dass Mieterinnen und Mieter vorerst keine höheren Wohnkosten befürchten müssen. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Inflation und die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen. Ein Anstieg des Referenzzinssatzes könnte zu einer Erhöhung der Mietpreise führen, was für viele Haushalte eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen würde.
Auswirkungen auf Mieter und Mietpreise
Trotz des stabilen Referenzzinssatzes haben viele Mieterinnen und Mieter noch nicht von den Möglichkeiten zur Mietsenkung Gebrauch gemacht. Laut dem Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz (MVS) haben nur knapp 12 Prozent der Mieter die Ansprüche aus den Zinssenkungen der letzten Jahre geltend gemacht. Dies bedeutet, dass viele Haushalte potenziell durchschnittlich 65 Franken pro Monat sparen könnten, wenn sie ihre Mietverträge überprüfen und gegebenenfalls eine Senkung beantragen.
Die MVS empfiehlt, die eigenen Ansprüche mithilfe von Mietzinsrechnern zu überprüfen. Diese Rechner haben seit der letzten Senkung bereits rund 75.000 Mieten geprüft, wobei in 67 Prozent der Fälle ein Senkungsanspruch festgestellt wurde. Mieter sollten sich daher aktiv mit ihren Mietverträgen auseinandersetzen, um mögliche Einsparungen zu realisieren.
Wirtschaftliche Implikationen des stabilen Referenzzinssatzes
- Referenzzinssatz: 1,25 Prozent
- Durchschnittszinssatz: 1,31 Prozent
- Mieter können durchschnittlich 65 Franken sparen
Die Stabilität des Referenzzinssatzes hat nicht nur Auswirkungen auf den Mietmarkt, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Ein unveränderter Zinssatz bedeutet, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) voraussichtlich ihre Nullzinspolitik beibehalten wird. Dies könnte die Inflation stabilisieren und die Kaufkraft der Verbraucher erhalten.
Ökonomen erwarten, dass ein Anstieg des Referenzzinssatzes frühestens im Jahr 2027 erfolgen wird. Die UBS prognostiziert einen Anstieg auf 1,5 Prozent Ende 2027, während die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sogar erst Ende 2028 mit einem Anstieg rechnet. Diese Vorhersagen sind jedoch abhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und der Zinspolitik der SNB.
Einfluss auf Immobilieninvestitionen
Für Immobilieninvestoren bedeutet der stabile Referenzzinssatz eine gewisse Planungssicherheit. Da die Mietpreise nicht steigen, bleibt die Rendite auf Immobilieninvestitionen stabil. Dies könnte dazu führen, dass Investoren weiterhin in den Schweizer Immobilienmarkt investieren, was wiederum die Nachfrage nach Wohnraum stabilisieren könnte.
Allerdings müssen Investoren auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass steigende Betriebskosten und Inflation die Rentabilität ihrer Investitionen beeinträchtigen könnten. Vermieter haben die Möglichkeit, gestiegene Kosten an die Mieter weiterzugeben, was die Mietpreise langfristig unter Druck setzen könnte.
Fazit

Der hypothekarische Referenzzinssatz bleibt mit 1,25 Prozent auf einem historischen Tiefstand, was sowohl für Mieter als auch für Investoren positive Nachrichten sind. Mieter sollten jedoch aktiv ihre Ansprüche auf Mietsenkungen prüfen, um von den aktuellen Bedingungen zu profitieren. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln und ob der Referenzzinssatz in Zukunft steigen wird. Die Stabilität des Zinssatzes bietet jedoch vorerst eine gewisse Sicherheit in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld.
Häufige Fragen
Was ist der hypothekarische Referenzzinssatz?
Wie wirkt sich der Referenzzinssatz auf die Mieten aus?
Wann wird der Referenzzinssatz erneut überprüft?
Wie können Mieter ihre Ansprüche auf Mietsenkungen prüfen?
Was sind die wirtschaftlichen Auswirkungen eines stabilen Referenzzinssatzes?
Quellen: srf.ch · blick.ch · derbund.ch
Symbolbild: Stabile Mieten durch unveränderten Referenzzinssatz · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels


