⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.06.2026
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Sparer seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro verloren haben.
- Riester-Rente wird 2027 abgeschafft
- Sparer haben seit 2002 43.000 Euro verloren
- Altersvorsorgedepot als neue Option ab 2027
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit der Einführung im Jahr 2002 auf diese Form der Altersvorsorge gesetzt haben. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen im Schnitt 43.000 Euro verloren haben, was die Notwendigkeit einer Reform unterstreicht.
Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um den Bürgern eine staatlich geförderte Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge zu bieten. Ziel war es, die Rentenlücke zu schließen, die durch die demografische Entwicklung und die sinkenden gesetzlichen Rentenansprüche entstanden ist. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben in den letzten Jahren festgestellt, dass die Renditen ihrer Riester-Verträge oft hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Ein zentrales Problem der Riester-Rente war die verpflichtende Beitragsgarantie. Diese Garantie sollte Anleger schützen, führte jedoch dazu, dass die Anbieter gezwungen waren, einen Großteil der Gelder in niedrig verzinste Anleihen zu investieren. Dies hat die Rendite erheblich geschmälert, sodass viele Sparer nicht von den positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten profitieren konnten.
Die finanziellen Verluste der Sparer
Eine detaillierte Analyse zeigt, dass Sparer, die 2002 mit der Riester-Rente begonnen haben, im Vergleich zu einem alternativen Altersvorsorgedepot, das auf den MSCI-World-ETF setzt, im Schnitt 43.000 Euro weniger im Depot haben. Diese Zahl verdeutlicht die enormen finanziellen Einbußen, die viele Sparer erlitten haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass das Altersvorsorgedepot bereits 2002 verfügbar gewesen wäre und die Sparer von den höheren Renditen des Aktienmarktes profitiert hätten.
Wer 2002 mit Riester startete, hat den schlechtmöglichsten Zeitpunkt erwischt – und wurde dafür doppelt bestraft. Der MSCI World crashte zwar zunächst (Dotcom-Blase, 9/11), erholte sich dann stark, brach 2008 (Subprime-Krise, Euro-Krise) erneut ein und legte anschließend die längste Rallye der Börsengeschichte hin. Riester-Sparer machten nichts davon mit, weil die Beitragsgarantie ihre Anbieter in Anleihen zwang.
Die Reform: Einführung des Altersvorsorgedepots
- Abschaffung der Riester-Rente: 1. Januar 2027
- Durchschnittlicher Verlust pro Sparer: 43.000 Euro
- Einführung des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
Ab dem 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Dieses neue Modell verspricht, die Schwächen der Riester-Rente zu beheben. Ein entscheidender Vorteil des Altersvorsorgedepots ist der Wegfall der verpflichtenden Beitragsgarantie. Sparer können nun bis zu 100 Prozent in Aktien-ETFs investieren, was historisch gesehen zu höheren Renditen führt.
Das Altersvorsorgedepot kombiniert staatliche Förderung mit Kapitalmarktrenditen und bietet eine klare Formel für die Förderung: 50 Cent pro Euro bis 360 Euro im Jahr, sowie 25 Cent für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro. Dies bedeutet, dass die maximale Förderung bis zu 540 Euro pro Jahr betragen kann. Familien erhalten zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro jährlich.
Die Vorteile des neuen Modells
Das Altersvorsorgedepot bietet nicht nur eine höhere Förderung, sondern auch deutlich niedrigere Kosten. Während die Riester-Rente typischerweise Kosten von 2 bis 3 Prozent pro Jahr aufwies, können im Altersvorsorgedepot Kosten von nur 0,1 bis 1 Prozent anfallen. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Rendite, da geringere Kosten zu einem höheren Endvermögen führen.
Zusätzlich wird ein öffentlicher Träger ein eigenes Standarddepot anbieten, das den Kostendruck im gesamten Markt erhöhen dürfte. Dies könnte dazu führen, dass Anbieter ihre Gebühren weiter senken, was den Sparerinnen und Sparern zugutekommt.
Die Herausforderungen der Umstellung
Mit der Einführung des Altersvorsorgedepots wird es jedoch auch Herausforderungen geben. Ab 2027 werden hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen. Die Folge könnten überlastete Systeme, lange Wartezeiten bei der Identitätsprüfung und verzögerte Freischaltungen sein. Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung, denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sollten Sparer bereits jetzt aktiv werden. Wer jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange und ohne verpasste Förderung.
Fazit

Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des Altersvorsorgedepots markieren einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer haben seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro verloren, was die Notwendigkeit einer Reform unterstreicht. Das neue Modell bietet die Chance auf höhere Renditen und eine flexiblere Gestaltung der Altersvorsorge. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Umstellung auf das Altersvorsorgedepot auf die Sparer auswirken wird, doch die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass es eine vielversprechende Alternative zur Riester-Rente sein könnte.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Warum wird die Riester-Rente abgeschafft?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie viel Geld haben Sparer durch die Riester-Rente verloren?
Welche Vorteile bietet das neue Altersvorsorgedepot?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Finanzielle Planung für die Rente · Foto: Picas Joe / Pexels


