StartFinanzwissenAltersvorsorgeRiester-Vertrag kündigen? So verlieren Sparer bis zu 7.300 Euro

Riester-Vertrag kündigen? So verlieren Sparer bis zu 7.300 Euro

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.06.2026

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer teuer werden. Bis zu 7.300 Euro Verlust sind möglich, wenn man nicht die richtigen Alternativen nutzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kündigung führt zu hohen Verlusten
  • Alternativen: Vertrag stilllegen oder wechseln
  • Altersvorsorgedepot startet 2027

Die Entscheidung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann für viele Sparer eine kostspielige Angelegenheit sein. Laut aktuellen Berechnungen können Sparer bis zu 7.300 Euro verlieren, wenn sie ihren Vertrag auflösen, anstatt ihn stillzulegen oder in ein neues Altersvorsorgedepot zu wechseln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 denken viele über eine Kündigung nach, doch die Konsequenzen sind gravierend.

Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Überlegungen zur Riester-Rente
Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die Kündigung eines Riester-Vertrags führt zu einer sogenannten förder-schädlichen Verwendung. Das bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können die Rückzahlungen schnell zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen. Diese Summe muss an das Finanzamt und die Zulagenstelle zurückfließen, was für viele Sparer eine ernüchternde Überraschung darstellt.

Zusätzlich zu den Rückzahlungen können auch Stornogebühren des Anbieters anfallen, die den Verlust weiter erhöhen. Oft bleibt nach der Kündigung nur ein geringer Betrag übrig, insbesondere bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten. Daher ist es wichtig, die finanziellen Folgen einer Kündigung genau zu prüfen, bevor man diesen Schritt wagt.

Alternativen zur Kündigung

Statt den Vertrag zu kündigen, gibt es mehrere Alternativen, die für Sparer vorteilhafter sein können. Eine Möglichkeit ist, den Vertrag stillzulegen. In diesem Fall fließen keine weiteren Einzahlungen, das Guthaben bleibt jedoch investiert und die bisherigen Zulagen werden weiterhin erhalten. Dies ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits lange läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.

Eine weitere Option ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Hierbei kann das bestehende Guthaben in ein neues Depot übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile verloren gehen. Nach einer Laufzeit von fünf Jahren ist dieser Wechsel kostenlos, davor fallen maximal 150 Euro an. Diese Option ist besonders attraktiv für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben und nun von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren können.

Der Start des Altersvorsorgedepots 2027

Fakten auf einen Blick

  • Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
  • Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen
  • Start des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027

Mit dem Start des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 wird eine neue Ära der Altersvorsorge eingeläutet. Sparer haben die Möglichkeit, ihr angespartes Vermögen zu geringeren Kosten und mit mehr Flexibilität anzulegen. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten und den Sparerinnen und Sparern mehr Möglichkeiten zu bieten, ihr Geld effizient zu investieren.

Es ist zu erwarten, dass viele Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte. Wer jedoch jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen, ohne Warteschlangen und ohne verpasste Förderungen.

Die Vorteile des neuen Systems

Das neue Altersvorsorgedepot bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem bisherigen Riester-System. Die Zulagenstruktur wird flexibler gestaltet, sodass Sparer bereits ab einem Eigenbeitrag von 25 Euro pro Monat die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind erreichen können. Dies stellt einen erheblichen Vorteil für Familien dar, die von den bisherigen festen Grundzulagen von 175 Euro profitieren konnten.

Darüber hinaus ermöglicht das neue System eine bessere Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Sparer. Die Möglichkeit, in kostengünstige ETFs zu investieren, eröffnet neue Chancen für eine höhere Rendite, insbesondere in Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen. Sparer sollten die verbleibende Zeit bis 2027 nutzen, um ihre Verträge zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Fazit

Überlegungen zur Riester-Rente
Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente · Foto: Kindel Media / Pexels

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Bis zu 7.300 Euro können verloren gehen, wenn man nicht die richtigen Alternativen in Betracht zieht. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Optionen der Stilllegung oder des Wechsels in ein Altersvorsorgedepot prüfen. Mit dem Start des neuen Systems am 1. Januar 2027 eröffnen sich neue Möglichkeiten, die private Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Es ist ratsam, sich frühzeitig zu informieren und die besten Entscheidungen für die eigene finanzielle Zukunft zu treffen.

Häufige Fragen

Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Bei der Kündigung eines Riester-Vertrags müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden, was zu hohen Verlusten führen kann.
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Alternativen zur Kündigung sind das Stilllegen des Vertrags, der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot oder das Beibehalten des bestehenden Vertrags.
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 und bietet Sparer die Möglichkeit, ihr Guthaben zu günstigeren Konditionen anzulegen.
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Die Verluste können bis zu 7.300 Euro betragen, abhängig von der Laufzeit und den erhaltenen Zulagen.
Was ist eine förderschädliche Verwendung?
Eine förderschädliche Verwendung tritt ein, wenn das angesparte Kapital nicht für die Altersvorsorge genutzt wird, was zur Rückforderung von Förderungen führt.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente · Foto: Picas Joe / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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