⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 19.06.2026
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat einen umfassenden 13-Punkte-Plan vorgestellt, um die stark gestiegenen Baukosten in Deutschland zu senken und den Wohnungsmangel zu bekämpfen.
- Digitalisierung der Bauanträge bis 2028
- Zentrale Neubauförderung ab 2027
- Baukosten auf ‚unsägliches Niveau‘ gestiegen
Bundesbauministerin Verena Hubertz hat bei einer Investorenkonferenz in Frankfurt einen umfassenden 13-Punkte-Plan vorgestellt, der darauf abzielt, die stark gestiegenen Baukosten in Deutschland zu senken und den Wohnungsmangel zu bekämpfen. Die Ministerin betonte, dass hohe Baukosten einer der Hauptgründe seien, warum in Deutschland zu wenig gebaut werde. Der Plan soll nicht nur die Attraktivität des Bauens erhöhen, sondern auch sicherstellen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert werden können.
Was ist der 13-Punkte-Plan von Verena Hubertz?

Der 13-Punkte-Plan umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die auf mehr Digitalisierung, einfachere Bauweisen und schnellere Genehmigungsprozesse abzielen. Ein zentrales Element des Plans ist die vollständige Digitalisierung der Bauanträge, die ab 2028 verbindlich werden soll. Dies bedeutet, dass Bauanträge nur noch digital eingereicht werden können, während Papieranträge nur in begründeten Härtefällen zulässig sind. Diese Maßnahme soll die Effizienz der Genehmigungsprozesse erheblich steigern und die Dauer von Bauleitplanverfahren auf maximal zwei Jahre begrenzen.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Plans ist die Reform der Neubauförderung. Ab 2027 wird die Neubauförderung in einem zentralen Programm gebündelt, um die Übersichtlichkeit für Bauherren zu verbessern. Dies ist besonders wichtig, da die Möglichkeit des Aufbaus von Wohneigentum für Familien als zentrales Kriterium hervorgehoben wird. Die Ministerin sieht hierin einen entscheidenden Schritt, um den Wohnungsbau in Deutschland wieder anzukurbeln.
Die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Die Maßnahmen von Hubertz kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Neubau in Deutschland seit Jahren stockt. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2025 lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 18% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies ist der niedrigste Stand seit 2012 und zeigt deutlich, dass der Mangel an Wohnraum in Deutschland ein drängendes Problem darstellt. Die hohen Baukosten und die gestiegenen Kreditzinsen haben viele Bauherren und Investoren dazu veranlasst, Projekte auf Eis zu legen.
Die Reformen könnten jedoch dazu beitragen, den Immobilienmarkt zu stabilisieren. Durch die Digitalisierung der Bauanträge und die Vereinheitlichung der Förderprogramme wird erwartet, dass mehr Bauherren ermutigt werden, in den Markt einzutreten. Dies könnte nicht nur die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen erhöhen, sondern auch die Mieten in städtischen Gebieten stabilisieren, die aufgrund des Wohnraummangels stark gestiegen sind.
Finanzielle Aspekte und Herausforderungen
- Bauanträge ab 2028 nur noch digital möglich
- Neubauförderung wird ab 2027 in einem zentralen Programm gebündelt
- 206.600 Wohnungen wurden 2025 fertiggestellt, ein Rückgang um 18%
Die finanziellen Rahmenbedingungen für den Bau sind jedoch nach wie vor herausfordernd. Die Inflation und die gestiegenen Kreditzinsen haben die Finanzierung von Bauprojekten erheblich erschwert. Viele potenzielle Bauherren sehen sich mit hohen Zinsen konfrontiert, die die Kosten für Hypotheken und Baufinanzierungen in die Höhe treiben. Dies könnte dazu führen, dass weniger Menschen in der Lage sind, sich den Bau eines Eigenheims zu leisten, was den Druck auf den Wohnungsmarkt weiter erhöhen könnte.
Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen gibt es auch externe Faktoren, die die Baukosten beeinflussen. Der Iran-Krieg hat beispielsweise die Preise für Baumaterialien wie Bitumen, Stahl und Dämmstoffe in die Höhe getrieben. Diese gestiegenen Materialkosten werden oft an die Endverbraucher weitergegeben, was die Gesamtkosten für Bauprojekte weiter erhöht.
Digitalisierung als Schlüssel zur Effizienz
Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle im 13-Punkte-Plan von Hubertz. Durch die Einführung digitaler Bauanträge und die Nutzung standardisierter Datenmodelle sollen Planungs- und Genehmigungsprozesse erheblich beschleunigt werden. Dies könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Transparenz im Bauprozess erhöhen. Bauherren und Investoren könnten so schneller auf Informationen zugreifen und Entscheidungen treffen, was letztlich zu einer schnelleren Realisierung von Bauprojekten führen könnte.
Die Ministerin hat auch ein Bonus-System angekündigt, das Anreize für serielles und modulares Bauen schaffen soll. Diese Bauweisen, die auf vorgefertigten Bauteilen basieren, könnten die Bauzeiten verkürzen und die Kosten senken. In Deutschland wird oft konventionell gebaut, was zeitaufwendig und teuer ist. Durch die Förderung von seriellen und modularen Bauweisen könnte der Neubau in Deutschland wieder an Fahrt gewinnen.
Fazit

Der 13-Punkte-Plan von Bundesbauministerin Verena Hubertz stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Baukosten in Deutschland zu senken und den Wohnungsmangel zu bekämpfen. Die Digitalisierung der Bauanträge und die Reform der Neubauförderung könnten dazu beitragen, den Immobilienmarkt zu stabilisieren und mehr Bauprojekte zu realisieren. Dennoch bleiben Herausforderungen wie hohe Kreditzinsen und gestiegene Materialkosten bestehen, die die Umsetzung der Maßnahmen erschweren könnten. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die geplanten Reformen tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation auf dem Wohnungsmarkt führen.
Häufige Fragen
Was ist der 13-Punkte-Plan von Verena Hubertz?
Wann werden Bauanträge nur noch digital möglich sein?
Wie wird die Neubauförderung reformiert?
Warum sind die Baukosten in Deutschland gestiegen?
Wie viele Wohnungen wurden 2025 in Deutschland fertiggestellt?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Digitalisierung im Bauwesen vorantreiben · Foto: Mike van Schoonderwalt / Pexels


