⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.08.2026
In Deutschland ist der Anteil junger Menschen, die weder in Bildung noch in Arbeit sind, auf 10,0 Prozent gestiegen. Dies hat weitreichende Folgen für die Gesellschaft und die Wirtschaft.
- 10,0 % der 20- bis 24-Jährigen sind NEET
- Zwei Drittel der Betroffenen sind nicht arbeitsfähig
- Fachkräftemangel wird durch diese Entwicklung verschärft
In Deutschland ist der Anteil junger Menschen, die weder in Bildung noch in Arbeit sind, auf 10,0 Prozent gestiegen. Dies geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 9,5 Prozent, was einen besorgniserregenden Anstieg zeigt. Die Entwicklung ist besonders alarmierend, da sie nicht nur individuelle Schicksale betrifft, sondern auch weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich zieht.
Was ist die NEET-Quote?

Die NEET-Quote, die für ‚Not in Employment, Education or Training‘ steht, beschreibt den Anteil junger Menschen, die sich in keiner Form von Bildung oder Beschäftigung befinden. In Deutschland betrifft dies vor allem die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. Der Anstieg auf 10,0 Prozent bedeutet, dass immer mehr junge Menschen Schwierigkeiten haben, den Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder einen Job zu meistern. Dies ist besonders besorgniserregend, da Deutschland händeringend Fachkräfte sucht.
Ursachen für die steigende NEET-Quote
Die Gründe für die steigende NEET-Quote sind vielfältig. Laut dem nationalen Bildungsbericht aus dem Jahr 2024 sind etwa ein Viertel der betroffenen jungen Menschen aktiv auf der Suche nach Arbeit, während 10 Prozent kurz vor der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung stehen. Ein alarmierender Teil, nämlich nahezu zwei Drittel, steht dem Arbeitsmarkt jedoch nicht zur Verfügung. Häufige Hinderungsgründe sind gesundheitliche Probleme oder Betreuungspflichten, die es den jungen Menschen erschweren, eine Ausbildung oder einen Job zu finden.
Gesellschaftliche Risiken durch hohe NEET-Quote
Ein hoher Anteil an jungen Menschen, die nicht in Bildung oder Arbeit sind, birgt zahlreiche gesellschaftliche Risiken. Dazu zählen unter anderem eine steigende Arbeitslosigkeit, geringe gesellschaftliche Teilhabe und potenziell höhere Kriminalitätsraten. Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier, betont, dass diese Entwicklung nicht nur für die betroffenen Jugendlichen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt problematisch ist. Sie fordert eine echte Ausbildungsgarantie, um diesen Trend zu stoppen.
Vergleich mit anderen europäischen Ländern
- NEET-Quote: 10,0 % der 20- bis 24-Jährigen
- Anstieg von 9,5 % im Vorjahr
- Zwei Drittel der Betroffenen nicht arbeitsfähig
Im internationalen Vergleich liegt die NEET-Quote in Deutschland zwar unter dem EU-Durchschnitt von 12,9 Prozent, jedoch gibt es in Ländern wie den Niederlanden (5,6 Prozent) oder Schweden (gut 7 Prozent) deutlich niedrigere Werte. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Rumänien, wo fast ein Viertel (22,8 Prozent) der jungen Menschen ohne Ausbildung oder Beschäftigung ist. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass es in Deutschland noch viel zu tun gibt, um die Situation junger Menschen zu verbessern.
Folgen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft
Die steigende NEET-Quote hat direkte Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Ein wachsender Teil der Jugendlichen, der den Übergang von Schule in Ausbildung und von Ausbildung in Arbeit nicht mehr schafft, führt dazu, dass wichtige Fachkräfte verloren gehen. Dies ist besonders kritisch in Zeiten, in denen Deutschland einen akuten Fachkräftemangel erlebt. Die Wirtschaft benötigt gut ausgebildete Arbeitskräfte, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und die hohe NEET-Quote könnte langfristig die wirtschaftliche Stabilität gefährden.
Maßnahmen zur Bekämpfung der NEET-Quote
Um die steigende NEET-Quote zu bekämpfen, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Eine Ausbildungsgarantie könnte jungen Menschen helfen, einen Ausbildungsplatz zu finden und somit den Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Zudem sollten Programme zur beruflichen Orientierung und Unterstützung für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen ausgeweitet werden. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft als Ganzes erkennt, dass die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Fazit

Die aktuelle Situation, dass jeder zehnte junge Mensch in Deutschland nicht in Bildung oder Arbeit ist, ist alarmierend und erfordert dringende Maßnahmen. Die steigende NEET-Quote birgt nicht nur Risiken für die betroffenen Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft und die Wirtschaft. Um diesen Trend zu stoppen, sind gezielte Programme und eine Ausbildungsgarantie notwendig, um jungen Menschen eine Perspektive zu bieten und den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Häufige Fragen
Was bedeutet NEET?
Wie hoch ist die NEET-Quote in Deutschland?
Welche Gründe gibt es für die steigende NEET-Quote?
Wie wirkt sich die NEET-Quote auf die Wirtschaft aus?
Was kann gegen die steigende NEET-Quote unternommen werden?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland · Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels


