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Sparen mit Bausparvertrag: Wann lohnt sich das gar nicht?

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 16.06.2026

Bausparverträge gelten als sichere Anlageform, doch in der aktuellen Marktlage stellt sich die Frage, ob sie tatsächlich rentabel sind. Viele Sparer fragen sich, wann sich das Sparen mit einem Bausparvertrag nicht lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bausparverträge sind oft unflexibel und teuer.
  • Die Rendite während der Sparphase ist meist negativ.
  • Alternativen wie Festgeld oder ETFs bieten bessere Renditen.

Bausparverträge sind in Deutschland weit verbreitet und gelten als eine sichere Form des Sparens. Aktuell gibt es zwischen 22 und 27 Millionen Bausparverträge, was bedeutet, dass etwa jeder zweite Haushalt in Deutschland einen solchen Vertrag besitzt. Doch in der heutigen Zeit, in der die Zinsen schwanken und die Immobilienpreise hoch sind, stellt sich die Frage, ob sich das Sparen mit einem Bausparvertrag wirklich lohnt. In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile von Bausparverträgen und zeigen auf, wann sie möglicherweise nicht die beste Wahl sind.

Was ist ein Bausparvertrag?

Bausparvertrag und seine Herausforderungen
Symbolbild: Bausparvertrag und seine Herausforderungen · Foto: Atlantic Ambience / Pexels

Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das es den Sparern ermöglicht, über einen bestimmten Zeitraum Geld anzusparen, um später ein zinsgünstiges Darlehen für den Bau oder Kauf einer Immobilie zu erhalten. Die Idee hinter einem Bausparvertrag ist, dass die Sparer in der Ansparphase Guthaben aufbauen, das dann in der Darlehensphase zu einem festgelegten Zinssatz zur Verfügung steht. Diese Zinssicherung kann in Zeiten steigender Zinsen von Vorteil sein, da sie eine gewisse Planungssicherheit bietet.

Allerdings ist die Rendite während der Sparphase oft negativ, da die Guthabenzinsen in der Regel sehr niedrig sind. Aktuell liegen die Guthabenzinsen bei etwa 0,1 Prozent, was bedeutet, dass das Geld nur langsam wächst und die Kosten für den Bausparvertrag die Rendite schmälern können. Dies wirft die Frage auf, ob es nicht bessere Alternativen gibt, um Geld anzusparen und zu investieren.

Die Kosten eines Bausparvertrags

Ein wesentlicher Nachteil von Bausparverträgen sind die hohen Kosten, die mit ihnen verbunden sind. Dazu gehören nicht nur die Abschlussgebühren, die oft mehrere Hundert Euro betragen können, sondern auch die laufenden Kosten während der Sparphase. Diese Gebühren können die Rendite erheblich schmälern und dazu führen, dass der Bausparvertrag unattraktiv wird. In vielen Fällen ist es so, dass die Rendite, die durch die Guthabenzinsen erzielt wird, nicht einmal die Kosten für den Vertrag deckt.

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einem Bausparvertrag mit 0,1 Prozent Zinsen pro Jahr kann es in 8,5 Jahren lediglich zu einer Zinsgutschrift von 21,94 Euro kommen, während gleichzeitig 100 Euro Abschlussgebühren fällig werden. Dies zeigt, dass Bausparverträge in der aktuellen Marktlage oft ein Minusgeschäft darstellen.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?

Fakten auf einen Blick

  • Bausparverträge in Deutschland: 22 bis 27 Millionen
  • Zinssätze für Bauspardarlehen: 1,4 bis 3,5 Prozent
  • Guthabenzinsen aktuell bei 0,1 Prozent

Ein Bausparvertrag kann sich in bestimmten Situationen lohnen, insbesondere wenn staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage in Anspruch genommen werden können. Diese Förderungen können die Rentabilität des Bausparvertrags erhöhen und ihn zu einer attraktiveren Option machen. Zudem kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein, wenn man plant, in den nächsten Jahren ein Bauvorhaben umzusetzen und sich gegen steigende Zinsen absichern möchte.

Experten empfehlen, die anfallenden Kosten genau zu prüfen und mit anderen Finanzierungsalternativen zu vergleichen. In einer Marktlage mit niedrigen oder fallenden Zinsen ist eine Zinssicherung durch einen Bausparvertrag jedoch eher weniger sinnvoll, da die Gebühren und Kosten im Verhältnis zu den Vorteilen der Sicherheit stehen müssen.

Alternativen zum Bausparvertrag

In der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Alternativen zum Bausparvertrag, die oft bessere Renditen und mehr Flexibilität bieten. Festgeldkonten beispielsweise bieten in der Regel höhere Zinsen als Bausparverträge und sind zudem weniger kostenintensiv. Auch ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine beliebte Anlageform, die eine breitere Diversifikation und potenziell höhere Renditen ermöglichen.

Darüber hinaus können auch Immobilieninvestitionen eine attraktive Alternative darstellen, insbesondere in Zeiten steigender Immobilienpreise. Wer in Immobilien investiert, kann von der Wertsteigerung und den Mieteinnahmen profitieren, während Bausparverträge oft nur eine begrenzte Rendite bieten.

Die Rolle der Zinsen und Inflation

Die aktuelle Zinslage spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung von Bausparverträgen. In Zeiten steigender Zinsen kann die Zinssicherung durch einen Bausparvertrag sinnvoll erscheinen, da sie eine gewisse Planungssicherheit bietet. Allerdings ist die Inflation ein weiterer Faktor, der die Attraktivität von Bausparverträgen beeinflusst. Wenn die Inflation höher ist als die Guthabenzinsen, verliert das angesparte Geld an Kaufkraft.

Aktuell gehen Experten davon aus, dass die Bauzinsen in den kommenden Jahren weiter steigen könnten. Dies könnte dazu führen, dass Bausparverträge für einige Sparer eine interessante Option darstellen, insbesondere wenn sie in den nächsten 5 bis 10 Jahren ein Bauvorhaben planen. Dennoch sollten die hohen Kosten und die geringe Guthabenzinsphase nicht außer Acht gelassen werden.

Fazit

Bausparvertrag und seine Herausforderungen
Symbolbild: Bausparvertrag und seine Herausforderungen · Foto: Monstera Production / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bausparverträge in der aktuellen Marktlage oft unattraktiv sind. Die hohen Kosten, die niedrigen Guthabenzinsen und die oft negative Rendite während der Sparphase sprechen gegen diese Form des Sparens. Während Bausparverträge in bestimmten Situationen sinnvoll sein können, sollten Sparer die zahlreichen Alternativen in Betracht ziehen, die bessere Renditen und mehr Flexibilität bieten. Eine sorgfältige Prüfung der persönlichen Situation und der aktuellen Marktlage ist unerlässlich, um die beste Entscheidung für die eigene finanzielle Zukunft zu treffen.

Häufige Fragen

Was ist ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das es ermöglicht, Geld anzusparen, um später ein zinsgünstiges Darlehen für den Bau oder Kauf einer Immobilie zu erhalten.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag kann sich lohnen, wenn staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulagen in Anspruch genommen werden können.
Welche Nachteile hat ein Bausparvertrag?
Die Nachteile eines Bausparvertrags sind hohe Abschlussgebühren, niedrige Guthabenzinsen und eine oft negative Rendite während der Sparphase.
Gibt es bessere Alternativen zum Bausparvertrag?
Ja, Alternativen wie Festgeldkonten oder ETFs bieten häufig bessere Renditen und mehr Flexibilität.
Wie hoch sind die Zinsen für Bauspardarlehen?
Die Zinssätze für Bauspardarlehen liegen aktuell zwischen 1,4 und 3,5 Prozent, abhängig vom jeweiligen Tarif.

Quellen: Google News

Symbolbild: Bausparvertrag und seine Herausforderungen · Foto: Bich Tran / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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